SüdWest Markt 9.8.2018

SüdWest Markt 9.8.2018

Handel und Verbraucher On- line-Shops bieten neben einer großen Produktpalette auch be- queme Bestellmöglichkeiten für jedermann. Doch hinter dem Online-Händler können sich auch Betrüger verbergen, die mit sogenann- ten Fake-Shops (gefälschte On- line-Shops) Online-Ein- käufer abzo- cken wollen. Fake-Shops, also gefälschte Internet-Ver- kaufsplattfor- men, sind auf den ersten Blick schwer zu erkennen. Sie sind teilweise Kopien real existierender Websites, wirken daher seriös und lassen beim Käufer selten Zweifel an ihrer Echtheit aufkommen. Das ist das Ziel der Betrüger: Mit aus dem Internet kopierten Pro- duktbildern und Informationen, professionell aufgemachten AGBs (Allgemeinen Geschäfts- bedingungen) und einem ge- fälschten Impressum wollen diese das Vertrauen der Online- Shopper gewinnen und sie so zum Kauf animieren. Ein weite- res Lockmittel ist der scheinbar besonders günstige Preis des gesuchten Produkts (Foto, dpa). Hat ein Kunde angebissen und Ware bestellt, sind die Be- trüger am Zug. Sie verschicken entweder minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis oder liefern nach einer Vorauszah- lung das Produkt gar nicht. Denn sie haben es einzig auf das Geld der Opfer abgesehen – die im Internet angebotene Pro- duktpalette existiert nicht. Oft täuschen sie sogar Liefer- schwierigkeiten vor, um Betrof- fene daran zu hindern, bereits getätigte Überweisungen rück- gängig machen zu können. Da die Täter aus dem Aus- land agieren, ist das Löschen solcher Fake-Shops oft um- ständlich und langwierig. Die Betrüger können daher über viele Wochen hinweg, ahnungs- lose Online-Einkäufer um ihr Geld bringen. Deswegen sollte jeder bei einer Einkauftour im Netz folgende Tipps der Polizei befolgen. Keine Spontankäufe: Bevor Sie ein Produkt in den Waren- korb eines Online-Shops legen, sollten Sie den Preis des Pro- dukts bei anderen Anbietern wie dem Händler vor Ort ver- gleichen. Denn Betrüger locken ihre Opfer mit unwahrschein- lich niedrigen Preisen. Informieren Sie sich: Geben Sie den Namen des Online- Shops in eine Suchmaschine ein, dadurch können Sie negati- ve Erfahrungen anderer Kun- den herausfinden und müssen sich nicht auf die Versprechun- gen der Shop-Betreiber verlas- sen. In vielen Selbsthilfeforen erfahren Sie ebenfalls, ob Ihr gewählter On- line-Händler unseriöse Ge- schäftsprakti- ken anwendet. Verbraucher- zentrale hilft: In der Regel führt auch ein Anruf bei einer Verbraucher- zentrale zur gewünschten Information über einen On- line-Händler. Wählen Sie si- chere Zahlungswege: Der Kauf auf Rechnung kann vor Betrug durch Fake-Shops schützen. Getätigte Überweisungen kön- nen jedoch allenfalls kurzfristig rückgängig gemacht werden. Beim Lastschriftenverfahren können vorgenommene Abbu- chungen noch nach einigen Ta- gen storniert werden. Nutzen Sie beim Onlinekauf keine Zah- lungsdienste wie Western Uni- on, paysafe oder Ukash. Kein Einkauf bei Zweifel: Wenn Sie sich unsicher sind, kaufen Sie am besten gar nicht im gewählten Shop. Sie sollten das gewünschte Produkt nur beim Händler Ihres Vertrauens erwerben. Sollten Sie bereits Geld für Ihren Kauf überwiesen haben, informieren Sie sich umgehend bei Ihrer Bank, ob Sie die Zah- lung rückgängig machen kön- nen. Dies ist innerhalb eines be- stimmten Zeitraums in der Re- gel noch möglich. Bei anderen Zahlungsarten (bspw. Bargeld- transfer) kontaktieren Sie sofort den Dienstleister und lassen ihn die Transaktion stoppen. Sichern Sie alle Beweise für Ihren Online-Kauf: Ob Kauf- vertrag, Bestellbestätigung oder E-Mails, bewahren Sie alle Be- lege für Ihren Kauf auf. Dru- cken Sie diese aus. Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei: Mit den gesicher- ten Unterlagen sollten Sie sich möglichst sofort an die Polizei wenden und Strafanzeige er- statten. Auch wenn die straf- rechtliche Verfolgung von Tä- tern schwierig ist, weil diese aus dem Ausland agieren, sollten Sie sich nicht von einer Anzeige abbringen lassen. Nur dann können Löschungen von Fake- Shops konsequent vorangetrie- ben werden. ■ red Tipps gegen Betrug beim Online-Kauf undesweit konkurrieren rund 800 Stromanbieter um die Gunst der Ver- braucher. Um in diesem Wett- bewerb neue Kunden zu gewin- nen, zahlen viele Stromanbieter im ersten Jahr Boni, die den Stromtarif senken. Fallen diese Boni im zweiten Jahr weg, lie- gen die Kosten für Verbraucher jedoch oft über denen des teu- ren Grundversorgertarifs. Das hat eine aktuelle Untersuchung von rund 250 Tarifen in zwölf Städten des Verbraucher-Ratge- bers Finanztip ergeben. tromtarife weichen in vielen Orten um bis zu 35 Prozent voneinander ab. Eigentlich bildet der sogenann- te Grundversorgertarif das obe- re Ende des Preisspektrums. Das ist jedoch nicht grundsätz- lich so: Viele Stromtarife, die im ersten Jahr sehr hohe Rabatte oder Boni enthalten, mit denen neue Kunden angelockt werden sollen, sind im Folgejahr teurer als der örtliche Grundversor- gertarif. „In diesen Tarifen ist der Grund- und Arbeitspreis enorm hoch“, sagt Ines Rutsch- mann, Energie-Expertin bei Fi- nanztip. „Bei einem angenom- menen Verbrauch von 3.500 Ki- lowattstunden pro Jahr über- stieg in einem Fall der Tarif den örtlichen Grundversorger um 220 Euro.“ Knapp die Hälfte der von Finanztip untersuchten An- gebote wären im Folgejahr min- destens 50 Euro teurer als in der Grundversorgung. Da es für Verbraucher physi- kalisch keinen Unterschied B S macht, wer den Strom liefert, kommt dem Strompreis eine entscheidende Bedeutung zu. „Viele Unternehmen versuchen, über möglichst günstige Ange- bote neue Kunden zu gewin- nen“, erklärt Rutschmann. Die- ser Wettbewerb findet meist auf Vergleichsportalen statt. „Durch die Boni werden die Tarife günstiger und so ganz oben im Portal angezeigt.“ Wer unbe- darft zuschlägt, kann leicht in die Bonusfalle tappen. Denn viele Tarife verlängern sich nach Ablauf der Vertragslauf- zeit automatisch um ein weite- res Jahr. „Da es sich beim Weg- fall eines Bonus nicht um eine Preiserhöhung im rechtlichen Sinn handelt, haben Verbrau- cher kein Sonderkündigungs- recht.“ Wer nicht kündigt, hängt im teuren Tarif fest. erbraucher sollten Stromtarife immer oh- ne Boni und Rabatte vergleichen. Das geht zum Bei- spiel auf den Vergleichsporta- len. „In den Tarifdetails zeigen Check24 und Verivox die Kos- ten eines Tarifs ohne Boni und Rabatte an“, sagt Rutschmann. „Liegen diese Kosten über de- nen des örtlichen Grundversor- gers, sollten Verbraucher die V Finger davonlassen.“ Um dieses Problem zu verhindern, hat Fi- nanztip einen eigenen Strom- Vergleichsrechner gebaut, der sämtliche Tarife mit Boni auf Wunsch aussortiert. Wer sich trotzdem entscheidet, den Bo- nus mitzunehmen, sollte den Tarif auf alle Fälle rechtzeitig kündigen. „Oft beträgt die Kün- digungsfrist drei Monate vor Ende der Vertragslaufzeit“, so Rutschmann. „Wer auf der si- cheren Seite sein will, sollte den Vertrag nach Ablauf des Wider- rufsrechts unmittelbar wieder kündigen.“ So hat Finanztip getestet: Finanztip hat im Juli 2018 ge- prüft, wie häufig Bonustarife im zweiten Vertragsjahr mehr kos- ten als der örtliche Grundver- sorgertarif. Vorausgesetzt wur- de, dass die Preise in allen Tari- fen stabil bleiben oder sich gleichmäßig ändern. Insgesamt wurden rund 250 Tarife in zwölf Städten untersucht. Grundlage war ein Musterhaus- halt mit einem Stromverbrauch von 3.500 Kilowattstunden im Jahr. Bei den jeweils 20 güns- tigsten Stromangeboten auf den Portalen Verivox und Check24 wurden die Kosten ohne Bonus- zahlungen mit den Kosten in der Grundversorgung am jewei- ligen Ort verglichen. Weitere Informationen gibt es unter: https://www.finanztip.de/ stromvergleich/billigstrom/ https://www.finanztip.de/ stromanbieter-wechseln/ https://www.finanztip.de/ stromvergleich/energiemarkt/ Vorsicht Bonusfalle Finanztip Verbraucherinformation Stromtarife imFolgejahr oft teurer als Grundversorgung Umfrage 2 Ratgeber 3 Kino 4 Jugend 5 Immobilien Stellenmarkt 10 DieseWoche Interessiert Umfrage Für immer Sommer- oder Winterzeit? Die europa- weite Online-Umfrage zur möglichen Abschaffung der Zeitumstellung stößt nach An- gaben der zuständigen EU- Kommission auf riesiges Inte- resse. Seite 2 Ins Stadion Freizeit Ob Ticketkauf, Ta- schenkontrolle oder Tumulte im Fanblock: Auch im Fußballsta- dion gibt es viele rechtliche Abseitsfallen. . Seite 3 as Gesamtaufkommen an Abfällen in Baden- Württemberg sank im Jahr 2017 leicht. Nach vorläu- figen Berechnungen des Sta- tistischen Landesamtes er- reichte es eine Gesamtmenge von knapp 49,7 Millionen Ton- nen. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich das Gesamt- aufkommen um rund 0,7 Mil- lionen Tonnen oder 1,4 Pro- zent. Zwischen 2010 und 2016 war das jährliche Abfallauf- kommen von 37,6 Millionen Tonnen auf 50,4 Millionen Ton- nen angewachsen. Die Bau- und Abbruchabfälle bilden mit Abstand die größte Fraktion des baden-württem- bergischen Abfallaufkom- mens. Ihr Anteil belief sich im Jahr 2017 auf 78 Prozent. Das entsprach einer Menge von rund 39,0 Millionen Tonnen und damit 0,7Millionen Tonnen weniger als im Vorjahr. Weitere knapp 2,7Millionen Tonnen Abfälle stammten aus Produktion und Gewerbe. Ebenso wie das Aufkommen an Siedlungsabfällen (6,0 Mil- lionen Tonnen), Klärschlamm und gefährlichen Abfällen (zu- sammen 2,1 Millionen Tonnen) veränderte sich ihr Aufkom- men im Vergleich zum Vorjahr kaum. ie Verwertungsquote ist in Baden-Württemberg höher als im Bundes- durchschnitt: Rund 88 Prozent des gesamten baden-würt- tembergischen Abfallaufkom- mens wurden 2017 einem Ver- wertungsverfahren zugeführt. Damit platzierte sich das Land erneut deutlich über dem Bun- desdurchschnitt. Die bundes- weite Verwertungsquote lag zuletzt bei 81 Prozent (Be- zugsjahr: 2016). Die Bau- und Abbruchabfälle kamen überwiegend in Verfah- ren zur stofflichen Verwertung wie zum Beispiel bei der Ver- füllung von übertägigen Ab- baustätten, im Bauschuttre- cycling oder im Deponiebau zum Einsatz. Im Jahr 2017 wurden in Baden-Württem- berg gut 33,7 Millionen Tonnen oder rund 87 Prozent der Bau- und Abbruchabfälle verwertet. Dem gegenüber standen rund 5,2 Millionen Tonnen an Bau- und Abbruchabfällen, die auf Deponien beseitigt wurden. Die Verwertungsquote für Siedlungsabfälle in Baden- Württemberg betrug weiter- hin nahezu 100 Prozent. Ein gutes Drittel (knapp 2,2 Millio- nen Tonnen) des Aufkommens wurde energetisch verwertet, das heißt vor allem in Müll- heizkraftwerken in Wärme und Strom umgewandelt. Weitere gut 3,8 Millionen Tonnen oder 64 Prozent der Siedlungsab- fälle durchliefen ein Recyc- lingverfahren (einschließlich Vorbereitung zum Recycling). Zur Beseitigung auf Deponien gelangten nur noch sehr geringe Mengen überwiegend mineralische Siedlungsabfäl- le. ■ red D D Die Zahl der Woche amilienstand als Risikofak- tor für Herzerkrankungen und Schlaganfälle? Offen- bar ist das nicht so abwegig: Per- sonen, die alleinstehend, geschie- den oder verwitwet sind, haben laut neuen Forschungsergebnis- sen ein höheres Risiko zu erkran- ken. Das zeigt eine weltweite Stu- die unter der Leitung der Keele University in Großbritannien in Zusammenarbeit mit der Macquarie University in Sydney. ie Forscher kamen zu dem Ergebnis, dass die Ehe tatsächlich vor Herz- krankheiten und Schlaganfällen schützen könnte. Sogar die Über- lebenschancen nach solchen Er- krankungen seien vom Bezie- hungs- und Familienstatus der Patienten abhängig. Aufgrund dieser Erkenntnisse, die im Jour- nal Heart veröffentlicht wurden, schlagen die Wissenschaftler vor, den Familienstand als eigenen Ri- sikofaktor für Herzkrankheiten und Schlaganfälle miteinzubezie- hen. 80 Prozent der Herz-Kreis- lauf-Erkrankungen werden mit den bekannten Risikofaktoren in Verbindung gebracht: Alter, Ge- schlecht, hoher Blutdruck, hohe Cholesterinwerte, Rauchen und Diabetes. Aber es sei bislang noch nicht klar, was die übrigen 20 Prozent beeinflusst. ie Analyse habe offenge- legt, dass verglichen mit Menschen, die verheira- tet waren, die Unverheirateten (nie verheiratet, geschieden oder verwitwet) ein höheres Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen (42 Prozent) und Herzgefäßerkran- kungen (16 Prozent) hatten. Nicht verheiratet zu sein, wurde außer- dem mit einem erhöhten Risiko für tödliche Herzgefäßerkrankun- gen (42 Prozent) oder tödliche Schlaganfälle (55 Prozent) in Zu- sammenhang gebracht. Für die Studie hatten die Wissenschaftler eine große Anzahl an relevanten Forschungsprojekten durchfors- tet. Sie nutzten dafür 34 Studien, alle veröffentlicht zwischen 1963 und 2015, und analysierten dabei Daten von mehr als zwei Millio- nen Menschen im Alter von 42 bis 77 Jahren aus Europa, Skandina- vien, Nordamerika, dem mittleren Osten und Asien. Künftige For- schung sollten sich darauf kon- zentrieren, ob der Familienstand eher einen Hinweis auf negatives Gesundheitsverhalten liefert oder ob er als eigener Risikofaktor an- gesehen werden muss. ■ Basti F D D Übrigens Anzeige M ARKT S ÜD W EST WOCHENBLATT FÜR DEN ZOLLERNALBKREIS 9. August 2018 ■ 43. Jahrgang ■ Nummer 32 Das Werbeduo im Zollernalbkreis! 33 / 2 66 - 0 Ebinge 31 / 93 93 - 0 Balingen: 0 74 n: 0 74

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