Bildzeile Foto: montage: swp, Quelle: dpa, fotos: Joerg Koch/Getty Images, Arno Burgi/dpa
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München, Donnerstag, 12. Juli 2018

Am Ende bleibt die Trauer

Es hat lange gedauert, bis die Angehörigen der NSU-Opfer ein Urteil gegen die Beschuldigten hören. Zufrieden macht es sie nicht in jedem Fall.

von PATRICK GUYTON

Schon am Morgen um 7.30 Uhr ist die Straße am Münchner Justizzentrum gesperrt, viele Dutzend Polizisten stehen da, teils in voller Ausrüstung, eine Bühne ist aufgebaut, aus den Lautsprechern schallt getragene türkische Volksmusik. Hunderte Menschen sind schon da am Tag des Urteils im NSU-Prozess. Sie demonstrieren gegen Rechtsextremismus und gegen die Mordtaten des „Nationalsozialistischen Untergrunds“. „Zschäpe soll Rechenschaft ablegen“, steht auf Transparenten. Plakate zeigen Fotos der zehn Ermordeten dazu ist zu lesen: „Nicht vergessen“.

Ein Monumental-Prozess geht zu Ende an diesem Mittwoch, nach mehr als fünf Jahren Verhandlungsdauer. Die Hauptangeklagte Beate Zschäpe wird als Mittäterin der Morde und Mitglied des NSU-Terrortrios zu lebenslanger Haft verurteilt, die vier mitangeklagten Unterstützer kommen weitaus glimpflicher davon.

Es ist eine ganz ähnliche Szenerie wie an jenem 6. Mai 2013, als der NSU-Prozess begann. Vor der Eingangstür des Justizzentrums ist das weiße Stoffzelt aufgebaut, unter dem sich die verschiedenen Warteschlangen reihen – normale Prozessbesucher, Journalisten mit Platzkarte, Journalisten ohne. Manche stehen schon seit zwei Uhr morgens an, Wasserflaschen und Kekse werden herumgereicht. Auch kleine Grüppchen Neonazis sind darunter, was viele bedauern.

Durch die Masse zwängen sich die Angehörigen der

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