Kangals sind ursprünglich Hirtenhunde aus der Türkei. Foto: ©schankz/Shutterstock.com
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Kangals sind ursprünglich Hirtenhunde aus der Türkei. Foto: ©schankz/Shutterstock.com

Sigmaringen, Mittwoch, 11. Juli 2018

Gericht verurteilt Hundehalter

Ein Kangal greift grundlos eine Frau an und verletzt sie tödlich. Die Besitzer erhalten eine Bewährungsstrafe.

von PETRA WALHEIM

„Mit dem Urteil kann ich gut leben.“ Wolfgang H., der Witwer aus Frohnstetten (Kreis Sigmaringen), dessen Frau Ende Mai 2017 von einem Kangal getötet worden ist, zeigte sich gestern im Amtsgericht Sigmaringen nach der Urteilsverkündung einigermaßen zufrieden.

Die zwei Angeklagten, die für die tödliche Hundeattacke auf seine Frau verantwortlich gemacht werden, wurden wegen fahrlässiger Tötung zu Bewährungsstrafen von zwei beziehungsweise anderthalb Jahren verurteilt. Die Bewährungszeit läuft über drei Jahre. Außerdem ist beiden verboten, künftig Hunde zu halten, die schwerer sind als 20 Kilo sind. Und beide müssen 100 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten. Der Verteidiger von Erika S. kündigte an, gegen das Urteil für seine Mandantin in Berufung zu gehen.

Der Vorsitzende Richter Jürgen Dorner sagte in seiner Urteilsbegründung, beide Angeklagten hätten in „schwerwiegender Weise“ gegen fast alle Vorschriften der Hundehaltung verstoßen oder diese „in grober Weise“ missachtet. Der Kangal sei auf einem viel zu kleinen Grundstück gehalten worden, der Zaun ringsum sei zudem viel zu niedrig gewesen und das Halsband, mit dem der große Hunde angekettet gewesen war, sei beschädigt gewesen und deshalb gerissen.

Die Frau wollte sich nach der Gartenarbeit auf einem kleinen Rundgang erholen. Als sie gegen 20 Uhr an dem alten, verwahrlosten Haus vorbeiging, wurde sie von dem Kangal zunächst angebellt. Der große, schwere Hund legte sich mit seinem ganzen Gewicht in die Kette, und das Halsband riss. Der Hund sprang über den Zaun, fiel die Frau an und verletzte sie so schwer, dass sie kurz danach starb.

Erika S., die den Kangal von ihrem Ex-Mann Gerd S. übernommen und auf ihrem Grundstück in Frohnstetten, einem Ortsteil von Stetten am kalten Markt, übergangsweise untergebracht hatte, hätte wissen müssen, dass das nicht gut geht, sagte Richter Dorner. „Es war absehbar, dass das eine dramatische Entwicklung nehmen würde“, sagte er. „Die Umstände waren für beide erkennbar.“ Doch sie hätten nicht reagiert. Petra Walheim

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