über seine ersten Eindrücke im Land der Weltmeisterschaft Armin Grasmuck Foto: Marc Hörger
über seine ersten Eindrücke im Land der Weltmeisterschaft Armin Grasmuck Foto: Marc Hörger

Moskau, Donnerstag, 14. Juni 2018

Zu schön, um wahr zu sein

von ARMIN GRASMUCK

Was hat es nur zu bedeuten, dass mir just auf der Fahrt vom Flughafen zum Hotel in der Moskauer Peripherie dieses Lied von Xavier Naidoo in den Sinn kommt? „Dieser Weg ...“, so wimmerte der betont betonte gefühlsbetonte Sohn Mannheims vor ziemlich genau zwölf Jahren aus fast jedem Lautsprecher zwischen Flensburg und Garmisch. „Dieser Weg ... schnief ... wird kein leichter sein.“ Dabei ist an der Passkontrolle doch alles gut gegangen.

Keine Warteschlange, eine freundlich Zöllnerin hinter der Glasscheibe. Das Visum passte, ein Stempel, eine Unterschrift. Nach fünf Minuten war alles erledigt. Und ja, auch die Koffer kamen vom Gepäckband wie bestellt. Nur schlappe 50 Meter bis zum Bus, der abfahrtbereit für uns geparkt stand. Hallo??!! Russland, geht's noch?

Wer hat da was von unendlichen Schlagen, Stau und fiesem Gedränge erzählt? Wer hat behauptet, die Worte „schnell“ und „einfach“ würden speziell in Moskau völlig anders interpretiert als mitten in Europa?

Naja, okay, die Fahrt zum Hotel hakt dann doch wenig. 43 Minuten für 14 Kilometer. Auf halbem Weg befiehlt der Busfahrer via Dolmetscher: „Alle anschnallen!“ Er fährt scharf rechts ran – Polizeikontrolle. Alle Fahrgäste müssen die Pässe vorzeigen. In den nächsten vier Wochen werde ich für Sie von der WM berichten. Es kitzelt, auch abseits der Grasnarbe.

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