So sieht die elektronische Startpistole aus. Foto: Omega
So sieht die elektronische Startpistole aus. Foto: Omega
So sieht die elektronische Startpistole aus. Foto: Omega
So sieht die elektronische Startpistole aus. Foto: Omega

Pyeongchang, Mittwoch, 14. Februar 2018

Fairer Schuss und 10 000 Bilder bringen fixe Resultate

Mit der elektronischen Startpistole und dem Zielfoto wird gesichert, dass der Schnellste gewinnt.

von MANUELA HARANT

Ein Knopfdruck, dann ein leichter Widerstand am Finger, Peng! Die elektronische Startpistole ist kinderleicht und von Jedermann zu bedienen. Zum Einsatz kommt sie bei Olympischen Winterspielen trotzdem erst seit Vancouver 2010 – und zwar aus zweierlei Gründen: „Zum einen ist es einfacher, sie so weltweit durch den Zoll zu bekommen, zum anderen wurde der Sport dadurch fairer“, erklärt Alain Zobrist, Chefzeitnehmer der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang. „Denn der Schall braucht bekanntlich Zeit, bis er bei jedem Athleten angekommen ist“, erklärt der Mann von Omega. Und beim Eisschnelllauf, in dessen Innenraum Zobrist die Funktionen der Pistole demonstriert, war das immer ein Nachteil für den Athleten, der weiter vom Starter entfernt starten musste.

Bei den Kufenflitzern spielen solche feinen Unterschiede durchaus eine Rolle, wie man gut am Beispiel des 5000-Meter-Rennens vom Sonntag sehen kann: Da kamen der Kanadier Ted-Jan Bloemen und der Norweger Sverre Lunde Pedersen vermeintlich exakt zeitgleich ins Ziel. Dann entscheidet das Fotofinish – und zwar nicht Pi mal Daumen, sondern mit zwei hochaufgelösten Spezialkameras, die 10 000 Bilder pro Sekunde liefern. Die klassische Uhr im Eisschnelllauf misst dagegen nur hundertstelgenau. Im Fall der beiden Herren wäre das zu wenig gewesen: Erst die Zielkamera spuckte aus, dass der Kanadier um zwei Tausendstel schneller war als der Skandinavier. Ein einfaches Foto entschied also über Silber und Bronze.

Der Verband hat die Wahl

„Dass es im Eisschnelllauf jemals zwei Olympiasieger gibt, ist sehr, sehr unwahrscheinlich“, sagt Zobrist. Anders als im Ski Alpin zum Beispiel, wo es in der Abfahrt von Sotschi 2014 zwei Goldmedaillengewinnerinnen gab. „Wir können Millionstelsekunden messen. Aber der Verband entscheidet, wie genau das Ergebnis letztlich ausgegeben wird“, erläutert Alain Zobrist. Also können auch diesmal wieder in Disziplinen wie Bob, Rodeln oder eben Ski Alpin zwei Goldmedaillen vergeben werden, während das im Eisschnelllauf und Shorttrack praktisch nicht möglich ist.

Um die Zwischenstände und Abstände der Athleten zu erfassen, tragen diese beim Rennen einen Transponder. „Das dient aber auch der Identifikation der Athleten“, erklärt der Chefzeitnehmer. Diese Daten dienen allerdings der Information und weniger der offiziellen Zeitnahme, so dass sie nicht so exakt messen müssen wie beispielsweise die Fotozelle an der Ziellinie. Die wiederum ist durch ein Backup-System gesichert, ebenso wie die beiden Kameras, die von unterschiedlichen Seiten das Überqueren der Ziellinie ablichten – übrigens auch, wenn es nicht so eng ist wie im Fall der 5000-Meter-Läufer. „Mit dem Zielfoto bestätigen wir jede Zeit. Das dauert in der Regel drei Sekunden“, erklärt Zobrist. Dann ist aus einem vorläufigen Weltrekord auch ein offizieller geworden.

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