Bild Jeder kann im Netz etwas gegen Hetze tun
Michael Würz erklärte, wie Journalisten mit Transparenz und Gesprächsbereitschaft gegen Anfeindungen reagieren können.
Michael Würz erklärte, wie Journalisten mit Transparenz und Gesprächsbereitschaft gegen Anfeindungen reagieren können. Foto: Holger Much
Michael Würz erklärte, wie Journalisten mit Transparenz und Gesprächsbereitschaft gegen Anfeindungen reagieren können.
Michael Würz erklärte, wie Journalisten mit Transparenz und Gesprächsbereitschaft gegen Anfeindungen reagieren können. Foto: Holger Much

Albstadt, 13.04.2019

Jeder kann im Netz etwas gegen Hetze tun

Im Rahmen von „Demokratie ist mehr Wert“ referierte ZAK-Onlinechef Michael Würz im Kräuterkasten.

von Holger Much  

Die hohen Werte der Demokratie hoch zu halten, wieder ganz bewusst in die Öffentlichkeit zu tragen, das ist das erklärte Ziel des Aktionsbündnisses „Demokratie ist mehr Wert“, für das sich die Kreisvertreter von CDU, SPD, Grüne, FDP und Freien Wählern parteiübergreifend zusammengetan haben. Veranstaltungen und Vorträge zu verschiedenen artverwandten Themen gehören dazu.

Am Donnerstagabend referierte Michael Würz, der Leiter der ZAK-Onlineredaktion, zum Thema „Fakenews und Hetze im Netz“. Den Begriff Fakenews relativierte er jedoch gleich zu Beginn der Veranstaltung mit Blick auf einen amerikanischen Präsidenten, der diesen Ausdruck als fragwürdigen Kampfbegriff etablierte. Man könne auch einfach sagen, formulierte er schmunzelnd, dass die Leute lügen. Das tun sie auch im Netz. Und dort nehmen die Möglichkeiten zur bewussten Irreführung ganz neue Möglichkeiten an. Doch Michael Würz bot nicht nur einen so fesselnden wie informativen Einblick in die Arbeit von Tageszeitungs- und besonders natürlich auch in die Arbeit von Onlineredakteuren, sondern machte auch deutlich, was jeder tun kann, um der Hetze im Netz zu begegnen.

Kompetenz in Mediendingen

Bei Brezeln und kühlen Getränken verfolgten die Gäste im Ebinger Kräuterkasten nach der Begrüßung durch Marianne Roth, Vorsitzende der Albstädter SPD-Fraktion, gespannt die Ausführungen des Journalisten. In einem kurzen Rückblick erinnerte Michael Würz daran, wie ab August 2014 die junge Onlineredaktion des ZAK im Rahmen der Einrichtung der LEA in Meßstetten mit Hass und Hetze im Netz, besonders Facebook, konfrontiert wurde, wie man in nächtelanger Kleinarbeit mit den Schreibern, die, betonte Würz, in den meisten Fällen nicht anonym kommentierten, auf Augenhöhe diskutierte.

Egal, ob es sich um fingierte Facebookseiten handelt, die zu nichts anderem ins Netz gestellt werden, als zu hetzen, ob fragwürdige Schülerspäße als „echte Nachrichten“ Verbreitung finden oder ob vermeintlich echte Bilder Tatbestände vorgaukeln, die gar nicht der Wahrheit entsprechen – der Umgang mit diesen für einige auch heute noch neuen, dennoch relevanten Formen der Kommunikation kann gelernt werden. Medienkompetenz ist hier das Zauberwort. Genauso wie der Zollern-Alb-Kurier selbst aus den Veränderungen der Welt und der Medienlandschaft gelernt hat und sich, erzählte Michael Würz, ab Montag völlig neu aufgestellt präsentiert, genauso kann jeder Bürger und jeder Politiker selbst etwas tun, um einer Atmosphäre von Hass und Hetze zu begegnen, betonte Würz.

Aktiv das Netz mitgestalten

„Wenn alle stillen Mitleser in Facebook bei entsprechenden Äußerungen in anständigem Ton ihre Meinung beisteuern würden“, konkretisierte Michael Würz, hätte dies einen unglaublichen Effekt auf die paar wenigen, die glauben sie seien „das Volk“. Auch gerade den lokalen Parteien legte er bewusstes und aktives Mitgestalten im Netz ans Herz: „Machen Sie mit.“

Auf verschiedene Fragen der Gäste betonte der ZAK-Onlinechef aber auch, dass die digitale Welt, egal ob Facebook, Instagram oder Twitter, eben nicht nur aus solchen negativen Aspekten besteht, sondern ein zeitgemäßes, durchaus positiv zu nutzendes Umfeld sei.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter