Ein guter Tag für die 334 Jahre alten Mauern

Geislingen-Binsdorf, 12.01.2019

Ein guter Tag für die 334 Jahre alten Mauern

Denkmalschützer sichern den Binsdorfern jedwede Unterstützung zu.

 

Eine Delegation des Landesamts für Denkmalpflege besuchte am 9. Januar das ehemalige Dominikanerinnenkloster Binsdorf. Die große Bedeutung diesen Besuches war den Vertretern der Binsdorfer Kirchengemeinde, den Architekten Timo Raible und Isabel David sowie Ralf Schneider vom Bischöflichen Bauamt in Rottenburg mehr als bewusst.

Ulrike Plate, Leiterin des Abteilungsbereiches Bau- und Kunstdenkmalpflege beim Landesamt für Denkmalpflege, besichtige mit weiteren Experten das ehemalige Binsdorfer Kloster und zeigte sich beeindruckt von dem historischen Kleinod.
Ulrike Plate, Leiterin des Abteilungsbereiches Bau- und Kunstdenkmalpflege beim Landesamt für Denkmalpflege, besichtige mit weiteren Experten das ehemalige Binsdorfer Kloster und zeigte sich beeindruckt von dem historischen Kleinod. Foto: Privat

Letztlich geht es nicht nur um die rein fachliche Beurteilung der Maßnahme durch die Konservatoren, sondern auch um viel Geld. Wie schon im ZAK berichtet, sind für die Sanierung des geschichtsträchtigen Gebäudes neun Millionen Euro veranschlagt.

Das Landesamt für Denkmalpflege war in großer Besetzung aus Tübingen und Esslingen angereist, allen voran Dr. Ulrike Plate, Leiterin des Abteilungsbereiches Bau- und Kunstdenkmalpflege.

Sie zeigte sich beeindruckt von der noch in weiten Teilen original erhaltenen baulichen Anlage mit Spuren aus der Zeit vom Mittelalter bis ins frühe 20. Jahrhundert, von der inhaltlichen Aufbereitung des Projektes mit zahlreichen detaillierten Gutachten und der vorbildlichen Vorgehensweise durch den Kirchengemeinderat.

Binsdorf habe durch die vom Bischöflichen Bauamt Rottenburg gesteuerte Projektaufbereitung einen beachtlichen Wertzuwachs in denkmalpflegerischer Hinsicht erfahren. Dies zeige sich nicht nur in der momentan beantragten Eintragung in das Denkmalbuch Baden-Württembergs als Kulturdenkmal von besonderer Bedeutung, sondern auch in der Beantragung als Denkmal von nationaler Bedeutung.

Zudem sei auch die Stadt Binsdorf aufgrund ihrer wechselvollen Geschichte mit zahlreichen Stadtbränden und Wiederaufbauten in den Fokus der städtebaulichen Denkmalpflege gerückt.

Die Maßnahme wird für alle Beteiligten ein außergewöhnlicher Kraftakt, da sind sich alle einig. Die Experten stellten aber fest, dass es sich um ein sehr großes Gebäude handelt und dass erstmals seit seiner Erbauung vor 334 Jahren (also im Jahre 1685) eine Komplettsanierung durchgeführt wird.

Dies müsse bei der Betrachtung der hohen Summe berücksichtigt werden. Letztlich sei das bestehende Gebäude aber auch ein Paradebeispiel für nachhaltiges Bauen, was durch die heutigen Neubauten niemals überbietbar sei.

Da die Ressourcen der Kirchengemeinde beschränkt sind, ist das finanzielle (und ideelle) Engagement der Denkmalpflege ganz wichtig; ebenso wie die Unterstützung der Diözese Rottenburg-Stuttgart.

Für die Vertreter der Kirchengemeinde war es daher erfreulich zu hören, dass die einzelnen Abteilungen der Landesdenkmalpflege alle nur denkbaren Wege gehen wollen, um Zuschussmittel auf Landes- und Bundesebene zu erhalten.

Weiterhin werden auch Möglichkeiten gesucht, um eine Reduzierung der Baukosten zu erreichen. Die Diözese selbst hat sich schon finanziell engagiert und wird die Kirchengemeinde weiter unterstützen.

Es gibt allerdings Maßnahmen, die durch die Diözese nicht finanziert werden können, wie zum Beispiel die Wiederherstellung des Barockgartens oder eine erstrebenswerte Reaktivierung des letzten noch vorhandenen Stadttores Binsdorfs innerhalb des Klostergebäudes.

Hier bedarf es der Hilfe von anderen öffentlichen Stellen. Auch das wurde thematisiert bei der Begehung. Denn letztlich, darin waren sich alle einig, hat ganz Binsdorf durch die Sanierung des Klosters das Potenzial zu einem attraktiven Anziehungspunkt des Zollernalbkreises zu werden. Diese Nachricht soll nu an die zuständigen politischen Gremien weitergegeben werden.

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