Rund 27 Millionen im Investitionstopf

Albstadt, 08.11.2018

Bildung und Infrastruktur im Fokus: Albstadt investiert 27 Millionen

Die Stadtverwaltung legt für 2019 ein rekordverdächtiges Zahlenwerk mit einem Volumen von 148 Millionen Euro vor.

Die Konjunktur brummt und die Steuereinnahmen fließen. Rund 27 Millionen Euro sind 2019 für Investitionen eingestellt. Das ist ein ehrgeiziges Ziel und ebenfalls rekordverdächtig. Unter diesen Voraussetzungen dürfte es sowohl für den Oberbürgermeister als auch für den Finanzbürgermeister und den Stadtkämmerer ein Vergnügen sein, Haushaltszahlen vorzulegen. Am Donnerstag war es wieder soweit: Haushaltseinbringung im Albstädter Gemeinderat. Die Verabschiedung ist für den 13. Dezember vorgesehen.

Großes Aufgabenpaket

Beflügelt von der Konjunktur wird Albstadt 2019 laut Plan den zweithöchsten Gewerbesteuerstand seit 2009 erreichen: Gerechnet wird mit 31 Millionen Euro.

Die Gewerbesteuer steigt beinahe auf den höchsten Wert der vergangenen Jahre. Grafik: Stadt Albstadt
Die Gewerbesteuer steigt beinahe auf den höchsten Wert der vergangenen Jahre. Grafik: Stadt Albstadt

Zum Vergleich: 2017 flossen 30,5 Gewerbesteuermillionen, 2018 liegt der Planansatz bei 29,5 Millionen. Die Spitze seit 2009 wurde im Jahr 2015 mit einem Gewerbesteueraufkommen von 33,6 Millionen erreicht. Im Krisenjahr 2009 waren es nur magere 6,4 Millionen Euro gewesen.

Der Einkommensteueranteil steigt erneut. Grafik: Stadt Albstadt
Der Einkommensteueranteil steigt erneut. Grafik: Stadt Albstadt

Bei der Einkommenssteuer wird 2019 mit 24 Millionen Euro gar der Höchststand in diesem Jahrzehnt erwartet.

Bildung, die Beseitigung von Instandhaltungsrückständen an Gebäuden, Abwasserbeseitigung und das Infrastrukturpaket Straßenbau, Parkierung und Sanierung – diese Themen sollen das Jahr 2019 prägen.

Auch für 2019 geht Stadtkämmerer Gerd Pannewitz von einem ausgeglichenen Haushalt aus. Ende des Jahres wird laut Plan ein Finanzierungsmittelbestand, also liquide Mittel, in Höhe von rund 8,4 Millionen Euro ins kommende Jahr übernommen werden können.

Die Kurve bewegt sich 2019 leicht nach oben. Die Schulden bleiben aber auf einem relativ konstanten Niveau.
Die Kurve bewegt sich 2019 leicht nach oben. Die Schulden bleiben aber auf einem relativ konstanten Niveau. Foto: Grafik: Stadtkämmerei Albstadt

Zur Erfüllung der gestreckten Ziele ist für 2019 eine Kreditaufnahme von vier Millionen Euro vorgesehen. Zum Jahresende 2019 wird Albstadt laut Bürgermeister Reger einen Schuldenstand von 28,6 Millionen Euro erreicht haben. Das entspricht einer Pro-Kopf-Verschuldung von 635 Euro.

Nullverschuldung möglich aber unwahrscheinlich

Unter bestimmten Voraussetzungen könnte Albstadt 2022 – rein theoretisch – bei einer Nullverschuldung angelangt sein.

„Allerdings müssten dazu bestimmte Faktoren zusammenkommen“, warnt der Stadtkämmerer vor falschen Erwartungen. Das unwahrscheinliche Szenario: Vorausgesetzt, dass die Wirtschaft unverändert boomt, dass die Finanzplanung hinsichtlich der Steuereinnahmen so eintrifft wie gedacht und – was sich wohl keiner wünscht – die Investitionen in Höhe von 27 Millionen Euro nicht realisiert werden könnten, nur dann könnte Albstadt möglicherweise 2022 schuldenfrei sein.

Die Vergnügungssteuer bleibt auch im nächsten Jahr mit geplanten 1,8 Millionen Euro ein gewichtiger Einnahmeposten. Bei den Ausgaben schlagen die Personalaufwendungen mit 37 Millionen Euro zu Buche. Im Kindergartenbereich sind 22 neue Stellen vorgesehen.

Die Personalaufwendungen: Hier schlagen vor allem neue Stellen im Kindergartenbereich zu Buche. Grafik: Stadt Albstadt
Die Personalaufwendungen: Hier schlagen vor allem neue Stellen im Kindergartenbereich zu Buche. Grafik: Stadt Albstadt

Der Haushaltsentwurf ist ein Planwerk. Das heißt: Ob beispielsweise die vorgesehene Kreditaufnahme von vier Millionen Euro tatsächlich ausgeschöpft werden muss, wird sich erst im Verlauf des Haushaltsjahres zeigen.

Die mittelfristige Finanzplanung sieht für die Jahre bis 2022 Kreditaufnahmen von vier (2020), zwei (2021) und 2,6 (2022) Millionen vor.

Dadurch würde jedoch der Schuldenberg bis zum Jahresende 2022 nur mäßig auf 29 Millionen Euro anwachsen – obwohl für die Jahre 2019 bis 2022 Rekordinvestitionen von insgesamt rund 108 Millionen Euro auf der To-do-Liste stehen.

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