Kreisstädter nehmen die Favoritenrolle an

Balingen, 02.10.2018

Kreisstädter nehmen die Favoritenrolle an

Im Achtelfinale gastiert der Balinger Regionalligist am Mittwochnachmittag im Albstadion (15 Uhr). Unaufgeregt geht die TSG in das Derby gegen kriselnde Blau-Weiße aus der Sportstadt. In der Runde blieben beide Klubs zuletzt sieglos.

von Marcus Arndt  

Nach vielen tristen Jahren im württembergischen Fußball-Verbandspokal hat der FC 07 Albstadt wieder das Achtelfinale erreicht. Dort droht dem Team von Trainer Alexander Eberhart allerdings das Aus.

Mit viel Einsatz und Laufbereitschaft möchte der FC 07 Albstadt (am Ball Akin Aktepe) dem Favoriten TSG Balingen (rechts Niklas Schäuffele) im WFV-Pokal-Achtelfinale ein Bein stellen. Morgen (15 Uhr) treffen die Zollern-Klubs im Albstadion aufeinander.
Mit viel Einsatz und Laufbereitschaft möchte der FC 07 Albstadt (am Ball Akin Aktepe) dem Favoriten TSG Balingen (rechts Niklas Schäuffele) im WFV-Pokal-Achtelfinale ein Bein stellen. Morgen (15 Uhr) treffen die Zollern-Klubs im Albstadion aufeinander. Foto: Moschkon

Im Albstadion treffen die Blau-Weißen am Feiertag auf die TSG Balingen – es ist das erste Pflichtspiel seit über 17 Jahren zwischen den Zollern-Rivalen. 2001 waren die Nullsiebener und die aufstrebenden Rot-Schwarzen noch im württembergischen Oberhaus am Ball, doch während der Fusionsklub aus Ebingen und Tailfingen in die Landesliga runter musste, stiegen die Kreisstädter nach zehn Jahren in der Oberliga in die vierthöchste deutsche Spielklasse auf.

„Die Vorzeichen haben sich verändert“, räumt Rolf Niggel ein. Der erfahrene Funktionär wirkte nach der Jahrtausendwende noch in der Kreisstadt, nun trägt er beim FC 07 die sportliche Verantwortung. Das Gefühl sei für ihn das Gleiche, verrät Niggel vor dem Duell mit seinem Ex-Verein, „damals war ich eben aufseiten der TSG, jetzt bei Albstadt. Die Erwartung ist immer gleich: Man hofft, dass sich der eigene Klub durchsetzt.“

Am Mittwoch ist das Team von Trainer Alexander Eberhart allerdings der „krasse Außenseiter“ (O-Ton Niggel), zumal es in der Verbands-liga nicht wirklich rund für die Nullsiebener läuft. Im Kellerduell gegen Schlusslicht FC Wangen spielten die Blau-Weißen nur 0:0 und bleiben Vorletzter. „Am Ende müssen wir mit dem Punkt leben“, merkt der 44-Jährige an, der just im Pokal gegen den Viertligisten auf die Trendwende hofft.

Das macht der A-Lizenzinhaber nicht am Ergebnis, sondern an der Leistung seiner verunsicherten Truppe fest. „Ich bin mir sicher, dass wir uns am Mittwoch besser präsentieren als gegen Wangen“, sagt Eberhart und Sportvorstand Niggel fügt hinzu: „Balingen wird mit seiner besten Mannschaft auflaufen. Die sind auf allen Positionen besser besetzt und spielen bislang eine richtig gute Runde, während es bei uns eher dürftig war . . .“ Dennoch wollen die Protagonisten neben dem Platz „das Spiel so lange wie möglich offen halten.“ Das gelinge nur, so Niggel weiter, „wenn wir die Räume eng machen.“

Trotz des Zweiklassenunterschiedes halten sich die Balinger Verantwortlichen im Postulieren ehrgeiziger Ziele ganz bewusst zurück – wohl wissend um die Qualitäten der Blau-Weißen, welche der TSG in der Vorbereitung ein 1:1 auf Lichtenbol abgetrotzt haben. „Albstadt wird es uns nicht einfach machen. Wir haben uns in den Testspielen immer schwerge-tan“, erwartet Ralf Volkwein einen taktisch gut eingestellten Kontrahenten. „Wir nehmen die Favoritenrolle an“, betont der 45-Jährige, „wollen zu unserem Spiel kommen und der Partie unseren Stempel aufdrücken.

Unser Ziel ist natürlich das Viertelfinale, das Ergebnis ist dann zweitrangig.“ Das würde Ralph Conzelmann so – oder zumindest so ähnlich – unterschreiben. „Es gibt im Pokal immer nur zwei Möglichkeiten: siegen oder fliegen. Und wir wollen weiterkommen“, sagt der stellvertretende Balinger Abteilungsvorsitzende pragmatisch, welcher 2001 noch beim Kontrahenten zur Führungsriege zählte. Das liegt lange zurück – seit vielen Jahren gestaltet Conzelmann die TSG-Zukunft erfolgreich mit. Und dazu gehört auch, im Pokalwettbewerb Einnahmen zu generieren. „Es ist tatsächlich schon länger her, dass wir ein Pflichtspiel gegen Albstadt gemacht haben“, erklärt der 49-Jährige sachlich, „aber das Ganze wird auch eher von außen ins Spiel getragen. Intern spielt dies eher eine untergeordnete Rolle. Das Schöne ist, dass man vor einer guten Kulisse spielt.“

Und da will sich der Viertligist nicht blamieren. „Es werden nur Spieler dabei sein, die auch zum Regionalliga-Kader gehören“, sagt Conzelmann, „und ich erwarte, dass jeder seine Fähigkeiten auch auf den Platz bringt. Die Vorbereitung läuft bei uns dabei identisch wie bei einem Punktspiel unter der Woche. Wir werden uns nicht nur auf Pirmasens am Samstag fokussieren, obwohl das natürlich eine wichtige Partie ist.“

 

Spätes Wiedersehen

Die Entwicklung der beiden Zollern-Vorzeigeklubs verlief konträr. Während die TSG Balingen nach zehn Jahren in der Oberliga diesen Sommer den Sprung in die vierthöchste deutsche Spielklasse schaffte, kämpfte der FC 07 Albstadt nach dem Abstieg aus der Verbandsliga in der Saison 2000/2001 gegen den Absturz in die Bezirksliga. Erst 2011 schafften die Nullsiebener die Rückkehr in das württembergische Oberhaus. Und so liegen die letzten Pflichtspiele zwischen den beiden Vereinen entsprechend lange zurück. In der Saison nach der Jahrtausendwende holte Balingen im Albstadion einen Punkt (Endstand: 0:0) und ließ den Blau-Weißen im Rückspiel im März 2001 keine Chance (3:0). Für den FC 07 ging es schließlich runter in die Landesliga, als Tabellenvorletzter mit nur 23 Punkten. Die TSG schloss die Spielzeit als Dritter ab (47 Punkte) – mit deutlichem Rückstand auf Meister SGV Freiberg. Am Mittwoch (15 Uhr, Albstadion) kommt es zum ungleichen Duell im Achtelfinale um den württembergischen Verbandspokal. ar

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