Begeisterung und Qual beim Mammutlauf

Albstadt, 08.08.2018

Begeisterung und Qual beim Mammutlauf

Drei Radler des Albstädter Velo Racing Teams begaben sich auf abenteuerliche Abwege und nahmen am Mammutlauf in München teil. Hundert Kilometer mussten bezwungen werden.

 

Was als Spaß begann, wurde bitterer Ernst: Dominic und Mona Lehmann sowie Uwe Heil, alle Radler des Velo Racing Teams Albstadt, meldeten sich jüngst zum 100 Kilometer-Mammutlauf am Starnberger See an. Sie hatten die waghalsige Idee, innerhalb von 24 Stunden ohne Stop und mit Marschgepäck den Lauf in Angriff zu nehmen und trainierten die Monate davor fleißig.

Uwe Heil, Mona und Dominic Lehmann (von links) kämpften sich durch den Mammutlauf.
Uwe Heil, Mona und Dominic Lehmann (von links) kämpften sich durch den Mammutlauf. Foto: Privat

Nach einem euphorischen Start um 15.45 Uhr bei brütender Hitze sowie über 1 400 Teilnehmern in mehreren Startblöcken gingen die ersten 15 Kilometer am Starnberger See entlang. Bei der ersten Verpflegungsstation rissen die Wandergruppen langsam auseinander.

Der Lauf in der Nacht war dann geprägt durch eine Mischung aus Müdigkeit und dem Ehrgeiz, der Sonne entgegen zu laufen. Keiner der Drei hatte jemals einen Nachlauf absolviert. Der Kampf war entsprechend groß. Nach rund neun Stunden war die Marathondistanz geschafft, nach der sehr viele Teilnehmer schon ausgeschieden waren. Ab hier galt es durchzuhalten, Schuhe zu wechseln, Nahrung und Flüssigkeit aufzunehmen und sich gegenseitig wach zu halten. Die Schmerzen am ganzen Körper wurden immer heftiger.

Kaffee und Musik als Helfer

So langsam machte sich das hohe Anfangstempo bemerkbar, die drei Albstädter hatten einfach anfangs überzogen. Auch gute Laune, viel Musik auf den Ohren und gegenseitige Aufmunterung halfen nicht wirklich. Kaffee unterwegs auf einsamen Feldwegen und in kühlen Wäldern brachte ein wenig Energie zurück, doch die Gruppe musste sich bei Kilometer 70 trennen.

Denn Mona Lehmann und Uwe Heil entschieden sich, den Lauf abzubrechen und den Shuttleservice zum Ziel zu nutzen. Dominic Lehmann kämpfte sich durch bis Kilometer 82, dann war auch für ihn, von Krämpfen geschüttelt, Schluss. Der Kopf wollte, aber die Beine versagten dann einfach ihren Dienst. Die letzten Kilometer, berichtet der erfahrene Sportler, waren einfach nur noch eine Qual.

Nach 82,7 Kilometern sowie unglaublichen 17 Stunden und 20 Minuten Dauerbewegung siegte die Vernunft. Nur 300 der 1 400 Teilnehmer schafften die volle Distanz. Dominic und Mona Lehmann sowie Uwe Heil sind sich nicht nur darüber einig, dass es eine gelungene Veranstaltung mit genialer Streckenführung über München, Ammersee und Starnberger See war. Die Gruppe wird sich auch intensiv auf den Mammutlauf 2019 vorbereiten und freut sich auf die „vielen verrückten Leuten, die sich als Freunde wiedersehen werden“.

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