Finale Standortbestimmung nach intensiver Vorbereitung

Balingen, 09.08.2018

Finale Standortbestimmung nach intensiver Vorbereitung

Vor dem Pflichtspielauftakt im DHB-Pokal in Weilheim/Teck am 18. August testet Zweitligist HBW Balingen-Weilstetten noch einmal, erwartet am Donnerstagabend mit dem österreichischen Spitzenteam aus Hard einen top besetzten Konkurrenten.

von Marcus Arndt  

Intensive Wochen liegen hinter dem Team von Trainer Jens Bürkle, das am Donenrstagabend gegen die Roten Teufel vom Bodensee antritt (18 Uhr, SparkassenArena). Eine finale Standortbestimmung für die neu formierten Schwaben.

Oddur Gretarsson (Nummer 14) klagt über Oberschenkelprobleme. Der Isländer soll im heutigen Test  gegen Hard geschont werden.
Oddur Gretarsson (Nummer 14) klagt über Oberschenkelprobleme. Der Isländer soll im heutigen Test gegen Hard geschont werden. Foto: Eibner

„Es war wichtig, dass wir ein Ergebnis produziert haben“, blickt der Sportwissenschaftler auf den 32:27-Erfolg über den französischen Zweitligisten Sélestat AHB zurück, „wir haben in der gesamten Vorbereitung oft gut gespielt, aber eben nie gewonnen.“ Gegen die Schlettstädter stimmten Form und Resultat, „auch wenn beim Rückzugsverhalten die geistige Frische gefehlt hat“, wie es der Balinger Kommandogeber formuliert. Der war zufrieden mit dem Test gegen die Franzosen. „Wir haben sehr viele gute Aktionen über den Kreis“, sagt der 37-Jährige, „machen zehn Kontertore und bekommen auch die Außen ins Spiel.“ Auch das Torhütergespann steigerte sich, „auch wenn wir 27 Gegentore bekommen“, so Bürkle weiter, der im letzten Test vor dem Pflichtspielauftakt gegen die klassentiefere TSG Haßloch (3. Liga Süd) in Weilheim/Teck (18. August, 17.30 Uhr, Lindach-Sporthalle) auf Routinier Lars Friedrich (Bauchmuskelprobleme) und Od-dur Gretarsson verzichten muss. Der Isländer klagt über eine Verhärtung in der Oberschenkelmuskulatur und wird geschont. „Wir gehen kein Risiko ein“, betont der frühere Bundesliga-Spieler, welcher den heutigen Kontrahenten aus Vorarlberg „nur schwer einschätzen kann.“

Mit Klaus Gärtner (für Severin Englmann) präsentierte der sechs-fache österreichische Meister einen neuen Trainer – fünf Abgängen stehen vier Neuverpflichtungen gegenüber. Markant sind die beiden Verstärkungen am Kreis: mit dem international erfahrenen Nejc Zmavc und Lukas Schweighofer. Der abwehrstarke Slowene kommt vom spanischen Erstligisten Puerto Sagunto, Schweighofer wechselt vom Ligarivalen HSG Graz an den Bodensee. Der 25-Jährige Kreisläufer erzielte in seiner ersten HLA-Saison 97 Treffer. Mit Allrounder Manuel Schmid kehrt der jüngere Bruder von Alpla-Kapitän Dominik Schmid nach drei Spielzeiten in Schwaz zu seinem Heimatverein zurück. Theo Surblys aus dem Nachwuchs der Rhein-Neckar Löwen komplettiert den Kader der Roten Teufel.

Diese haben das erste Testspiel gegen den BSV Bern Muri deutlich mit 28:33 verloren. „Wir hatten in der Abwehr noch einige Ab?stimmungsprobleme“, analysiert Gärtner, „da ging es für den einen oder anderen teilweise noch zu schnell. Im Angriff haben wir zu viele einfache Fehler gemacht, waren oft unkonzentriert.“ Bereits seit Mitte Juli trainiert der EHF-Cup-Teilnehmer, hat aber bislang aber nur einmal gespielt. „Das macht eine gegnerorientierte Vor-bereitung schwer“, erklärt Bürkle, „aber ich habe Hard in der vergangenen Runde häufig gesehen. Die Österreicher besitzen enorme Qualität, spielen auf Top-Niveau der zweiten deutschen Liga. Einige Akteure besitzen sogar Erstliga-Format.“

Es wird also ein echter Härtetest für die „Gallier von der Alb“, welche bereits eine Woche nach dem DHB-Pokalturnier in Zähringerstadt in die Punkterunde starten: beim Aufstiegsaspiranten VfL Lübeck-Schwartau. Die Nord-deutschen gehen breit aufgestellt in die neue Runde – müssen mit dem Schweden Richard Akermann nur einen Leistungsträger ersetzen. „Die spielen auf dem Level der Vorsaison“, prognostiziert der HBW-Trainer, „das ist ein Gegner mit großen, mächtigen Kerlen in der Mannschaft.“ Noch seien die VfL-Resultate schwer einzuschätzen, sagt Bürkle, „um zu einem endgültigen Ergebnis über die Leistungsfähigkeit des Gegners zu kommen, brauche ich noch ein paar aktuelle Videos.“

 

Alter Kapitän, neuer Vize

Langsam, aber sicher geht die Vorbereitung auf die Saison 2018/19 zu Ende. Höchste Zeit auch die mannschaftsinternen Aufgaben zu verteilen und Hierarchien und Strukturen auf den Weg zu bringen. Dafür war der Aufenthalt in Freiburg im Breisgau wie geschaffen. Dort wurden auch die Posten im Mannschaftsrat verteilt sowie der Mannschaftskapitän und sein Stellvertreter bestimmt. Der alte und neue Captain ist Martin Strobel, sein neuer Vertreter ist Torhüter Tomas Mrkva. Mit Europameister Strobel und dem tschechischen Nationalkeeper Mrkva, welcher zuletzt eine überragende Europameisterschaft gespielt hat, sind die Ämter des Kapitäns und seines Vize mit viel nationaler und internationaler Erfahrung besetzt. Neben dem Kapitän und seinem Stellvertreter ergänzen außerdem Benjamin Meschke und Jona Schoch den Mannschaftsrat. Für Neuzugang Meschke sprach seine große Erfahrung, die er in unterschiedlichen Vereinen und Ligen bereits gesammelt hat – und Schoch hat bereits in seinem ersten Jahr beim HBW sehr viel Verantwortung auf dem Spielfeld übernommen. Seine Art wie er damit umgegangenen ist, war beispielhaft und soll jetzt im Mannschaftsrat seine Fortsetzung finden.eb

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