Positive Zahlen werden im Stadtwald geschrieben

Haigerloch, 12.07.2018

Positive Zahlen werden im Stadtwald geschrieben

Zunahme von stabilen Laubholzbeständen, Fichtenbestände nehmen ab. Gemeinderat informiert sich.

von Wilfried Selinka  

Beim Waldbegang des Gemeinderats Haigerloch informierten Forstdirektor Hermann Schmidt und die Revierförster Michael Bauer und Hubert Münch. Beim Rundgang erläuterte Schmidt zunächst die Ergebnisse der Betriebsinventur 2017. Dies sei vor allem im Hinblick auf den Forsteinrichtungszeitraum 2019 bis 2028 von Bedeutung. Hermann Schmidt sprach von einer „Vorratskonstanz“, da der Vorrat in den Haigerlocher Stadtwäldern nur um 2,79 Prozent auf 391.054 Festmeter abgenommen habe. Erfreulich sei auch, dass das finanziell lukrative Starkholz mit einer Stärke von mehr als 50 Zentimetern um 36,75 Prozent auf 103.322 Festmeter zugenommen habe.

Auf einen informativen Waldrundgang begaben sich zusammen mit den Revierförstern Hubert Münch, Michael Bauer und Forstdirektor Hermann Schmidt die Haigerlocher Gemeinde- und Ortschaftsräte, Jäger und Waldbesitzer.
Auf einen informativen Waldrundgang begaben sich zusammen mit den Revierförstern Hubert Münch, Michael Bauer und Forstdirektor Hermann Schmidt die Haigerlocher Gemeinde- und Ortschaftsräte, Jäger und Waldbesitzer. Foto: Wilfried Selinka

Es werde wohl keine Absenkung des jährlichen Hiebsatzes von 8000 Festmeter geben. Bei den Baumarten hat die Fichte von 30 Prozent um fünf Prozent auf 25 Prozent abgenommen. „Künftig werden weiterhin Fichten gepflanzt oder auf Naturverjüngung gesetzt, jedoch nicht großflächig“, so Förster Hubert Münch.

Zur Freude der Forstfachleute haben die stabilen Laubholzbäume wie Buche, Eiche, Ahorn oder auch Erle um wenige Prozent zugenommen oder sind gleich geblieben.

Damit werden die Basiszahlen im Mischwald bestätigt. Förster Hubert Münch wies im „Unteren Witthau“ anhand der Standortkartierung und Bodenbeschaffenheit auf die einzelnen Baumeigenschaften hin. Die Hauptbaumarten sind Buche, Esche, Eiche und Tanne. Dies entspreche dem natürlichen Waldbild. Bei den Einschlagszahlen waren in den vergangenen zehn Jahren laut Förster Michael Bauer in der Hauptnutzung 110 Festmeter pro Hektar vorgesehen, es wurden aber nur 90 Festmeter pro Hektar eingeschlagen. Ein etwas höherer Einschlag ergab sich lediglich in der Vornutzung durch Durchforstungen mit 105 Festmeter pro Hektar und dem tatsächlichem Einschlag von 110 Festmeter pro Hektar.

Weiter ging es in einen Teil des Waldes, der vom Kindergarten Haigerloch mitbenutzt wird. Dabei handelt es sich nicht um einen reinen Waldkindergarten wie in Hart, sondern die Kinder marschieren von Haigerloch nach Weildorf.

Förster Michael Bauer führte noch zum alten Judenfriedhof im Weildorfer Wald, wo von 1567 bis 1884 jüdische Einwohner von Haigerloch, aber auch aus Hechingen, Mühringen, Nordstetten und Rexingen beerdigt wurden. Ab 1803 wurde in Haigerloch unterhalb des jüdischen Viertels Haag ein neuer Juden-Friedhof angelegt. Dahinter im Gewann Maike/Weildorf und Donnertal/Gruol geben mehr als 500 Vertiefungen den Forstleuten Rätsel auf. Einig sind sich die Fachleute, dass bei den Vertiefungen Menschen im Spiel waren. Vermutlich wurde Schilfsandstein gewonnen.

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