Pro & Contra: Sollte die Sperrstunde in Balingen verlängert werden?
Foto: John Warren/Archiv
Foto: John Warren/Archiv

Balingen, 11.07.2018

Pro & Contra: spätere Sperrstunde in Balingen

Innenstadt-Anwohner bestehen auf ihre Nachtruhe, Gastronomen würden gerne auch länger draußen bedienen. Zwei Meinungen.

von Nicole Leukhardt und Pascal Tonnemacher  

ZAK-Redakteurin Nicole Leukhardt.
ZAK-Redakteurin Nicole Leukhardt.

Pro – Nicole Leukhardt

Die wirklich lauen Sommernächte am Fuß der Alb sind rar gesät. Wenn es hochkommt, sind es zwei Wochen im Jahr, in denen es nach 22 Uhr im Balinger Städtle noch so lau ist, dass man gerne noch bei einem Glas Wein und ein paar Erdnüsschen ein weiteres Stündchen unter freiem Himmel sitzt.

Ich kann es schon verstehen: Auch wenn sich eine Vielzahl von Gästen in normaler Lautstärke unterhält und nicht unnötig herumkrakeelt – angeregte Gespräche bringen eine gewisse Geräuschkulisse mit sich, von denen sich jemand, der abends und zehn bei offenem Fenster die Nachtruhe herbeisehnt, schon gestört fühlen kann. Aber wie gesagt: Die Nächte, in denen das überhaupt in Frage kommt, kann man an zwei Händen abzählen.

Zumal sich ein Grüppchen Raucher vor einem Café auch im Winter nicht an die Sperrstunde halten muss und mit seiner angeregten Unterhaltung wohl ebenso die Nachbarn nervt.

Ich finde, wer sich die Vorteile einer absolut zentralen Wohnlage sichert, muss auch mit einer urbanen Geräuschkulisse leben. Wenn's um die Sperrstunde geht, sind es ja nur wenige Tage – oder besser Nächte – im Jahr.

Post an die Autorin

ZAK-Volontär Pascal Tonnemacher.
ZAK-Volontär Pascal Tonnemacher.

Contra – Pascal Tonnemacher

Die Sperrstunde ist ein Thema, das die Gemüter bewegt. Das zeigte auch die Abstimmung auf zak.de. Lediglich eine Minderheit würde gerne alles beim Alten lassen. Doch das „Alte“ ist ein guter Kompromiss, wie ich meine. Draußen sitzen bis 22 Uhr regulär, und wer sich benimmt, darf auch bis 23 Uhr – die gleiche Regel wie in Albstadt bis vor Kurzem. So werden die Innenstadt-Anwohner nicht gestört und Gastronomen dürfen länger draußen bedienen. Dass der Wirt dafür Sorge tragen muss, dass sich seine Gäste entweder in moderatem Ton unterhalten oder rechtzeitig drinnen hocken, sollte selbstverständlich sein. Ebenso selbstverständlich sollte sein, dass der jeder Wirt gleich behandelt wird. Einzelne Balinger Gastronomen fühlen sich ungerecht behandelt, auch die Balinger sehen Lebensqualität und Attraktivität der Stadt bedroht.

Vielleicht wäre nach einigen Jahren wieder mal ein Runder Tisch mit Anwohnern, Verwaltung und Gastronomen die Lösung, um Probleme auszuräumen. Stellt sich die Frage, ob die Verwaltung dieses sprichwörtliche Fass noch vor den Kommunalwahlen nächsten Mai aufmachen will?

Post an den Autor

84 Prozent wollen längere Sperrstunde

Eine große Mehrheit spricht sich auf zak.de für eine Verlängerung der Sperrstunde in Balingen auf 23 Uhr aus.

Nachdem die Stadt Albstadt die Sperrstunde auf 23 Uhr verlängert hatte, beschäftigte unsere Leser ein Thema besonders: Sollte die Stadt Balingen darauf reagieren?

Bislang galt sowohl in Albstadt und Balingen die Sperrstunde um 22 Uhr. Gastronomen durften jedoch in beiden Städten ihre Gäste bis 23 Uhr draußen bedienen. Das wurde toleriert, solange es zu keiner Lärmbelästigung kommt. Der Albstädter Gemeinderat schaffte Klarheit und erlaubt nun die Außenbewirtung bis 23 Uhr.

Das Ergebnis unserer Abstimmung auf zak.de ist eindeutig. Die Balinger Räte sollen dieselbe Regel einführen. 113 User nahmen an unserer Abstimmung teil. 96 davon sprachen sich für eine Verlängerung der Sperrstunde aus, das entspricht 84 Prozent der Teilnehmer. Die restlichen 17 User (gerundet 15 Prozent) wollen die Regelung beibehalten. mwü

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