Jan Remmlinger und Felix König im großen ZAK-Interview

07.07.2018

Jan Remmlinger und Felix König im großen ZAK-Interview

Die HBW-Eigengewächse Felix König und Jan Remmlinger wagten den Sprung weg von ihrem Heimatverein. 

von Daniel Drach  

Während die „Gallier von der Alb“ den Wiederaufstieg verpassten, haben die beiden Rückraumspieler den Sprung in die erste Liga geschafft. Remmlinger hielt in der abgelaufenen Saison mit den Eulen Ludwigshafen die Klasse, König gelang mit der SG BBM Bietigheim der Aufstieg ins Oberhaus.

Felix König (rechts, Jahrgang 1990) schaffte mit 17 Jahren den Sprung ins Zweitliga-Team des HBW Balingen-Weilstetten. 2011 holte er mit der DHB-Junioren-nationalmannschaft den Weltmeistertitel. Seit 2017 spielt König für die SG BBM Bietigheim.

Jan Remmlinger (links, Jahrgang 1994) begann seine Karriere bei der JSG und absolvierte 2013 sein erstes Bundes?liga-Spiel für den HBW Balingen-Weilstetten. 2017 ging er zunächst als Leihgabe zu den Eulen Ludwigshafen, wo er bis 2020 unter Vertrag steht.
Felix König (rechts, Jahrgang 1990) schaffte mit 17 Jahren den Sprung ins Zweitliga-Team des HBW Balingen-Weilstetten. 2011 holte er mit der DHB-Junioren-nationalmannschaft den Weltmeistertitel. Seit 2017 spielt König für die SG BBM Bietigheim. Jan Remmlinger (links, Jahrgang 1994) begann seine Karriere bei der JSG und absolvierte 2013 sein erstes Bundes?liga-Spiel für den HBW Balingen-Weilstetten. 2017 ging er zunächst als Leihgabe zu den Eulen Ludwigshafen, wo er bis 2020 unter Vertrag steht.

Herr König, Herr Remmlinger, welche Erinnerungen verbinden Sie mit ihrer Zeit beim HBW?

Felix König: Natürlich bleiben unglaublich viele positive Eindrücke haften. Mit fünf oder sechs Jahren habe ich bei der JSG angefangen und alle Mannschaften durchlaufen. Dabei habe ich viele Freunde fürs Leben gefunden. Daher bedeutet der Verein auch heute noch Heimat und Familie für mich. Ich bin dankbar und froh über diese Zeit, aber auch stolz, solch einen Werdegang hingelegt zu haben – von den Minis bis in die 1. Liga. Da blickt man natürlich gerne darauf zurück.

Jan Remmlinger: Für einen Jugendspieler gibt es wahrscheinlich kaum etwas Besseres als die JSG. Ich hatte viele gute Trainer und insgesamt eine großartige Zeit. Da gibt es viele Erinnerungen, die ich nie vergessen werde. Außerdem waren es auch sehr erfolgreiche Jahre. Ich bin wirklich dankbar für diese Zeit und möchte sie nicht missen.

Wie kam es zu Ihrem Weggang vom HBW und wie haben Sie diese Zeit durchlebt?

Remmlinger: Ich hatte zu diesem Zeitpunkt unter Runar Sigtryggsson kaum Einsatzzeiten. Als dann die Anfrage von den Eulen kam, war schnell klar, dass ich das machen muss. Dann ging alles unglaublich schnell. Zunächst sollte ich ja nur ein halbes Jahr dortbleiben, aber dann hat alles gut gepasst und ich habe viel Spielpraxis gesammelt. So kam es letztlich auch zum endgültigen Wechsel.

König: Ich hatte zuvor ja einige Jahre mit meiner Schienbein-Verletzung zu kämpfen. Der Verein hat mir da aber vollstes Vertrauen geschenkt. Als ich nach der vierten OP endlich wieder schmerzfrei war, haben wir dann einige Gespräche geführt. So kam es dann auch zur Entscheidung, dass es gut für mich wäre, etwas Neues auszuprobieren. Nach 26 Jahren in Balingen hieß es also raus aus der Komfortzone. Dann hat es glücklicherweise mit Bietigheim geklappt, was für mich die optimale Lösung war.

Wie war es für Sie, das erste Mal ein anderes Trikot als das vom HBW zu tragen und wie waren die ersten Erfahrungen abseits des Heimatvereins?

König: Das war am Anfang natürlich ein seltsames Gefühl. Aber ich habe mich auch auf die neue Herausforderung gefreut. Dann ist es für mich persönlich und auch für uns als Mannschaft natürlich auch sehr gut gelaufen. Ich habe großes Vertrauen vom Trainer bekommen und bin auch zufrieden mit meinen Spielzeiten und meiner Leistung. Der Aufstieg war jetzt natürlich ein unvergessliches Erlebnis und eine grandiose Mannschaftsleistung.

Remmlinger: Es war natürlich schon ungewöhnlich, da es auch für mich der erste Vereinswechsel war. Allerdings wurde ich sehr gut aufgenommen und habe mich auch schnell mit dem Verein identifiziert. Im Nachhinein war es das Beste, was mir passieren konnte. Mit dem Aufstieg in der Vorsaison und dem Klassenerhalt war es natürlich auch eine sehr erfolgreiche Zeit. So ist das Fazit bisher rundum positiv, sodass ich meinen Vertrag auch nochmal um zwei Jahre verlängert habe.

Während Bietigheim den Sprung in die erste Liga geschafft hat, hat der HBW den angestrebten Wiederaufstieg verpasst. Wie sehr verfolgen Sie ihren Heimatverein noch?

König: Ich verfolge das Geschehen genau. So versuche ich auch, es in die Halle zu schaffen, wenn wir nicht selbst spielen. Diese Zeit beim HBW vergisst man nicht. Auch ich habe noch viele Freunde in Balingen und daher noch engen Kontakt. Natürlich ist es schade, wie es in dieser Saison gelaufen ist. Ich denke, da haben sich alle mehr erhofft. Mir wäre es natürlich recht gewesen, wenn wir und der HBW aufsteigen – aber so ist der Sport. Ich denke aber, dass der HBW in der nächsten Runde eine gute Rolle spielen und dann hoffentlich wieder erstklassig sein wird. Das würde ich allen gönnen. Sowohl dem Verein, als auch der Region.

Remmlinger: Natürlich verfolge ich ebenfalls den HBW noch intensiv. Wenn es nicht mit unseren Spielen kollidiert, bin ich eigentlich immer am Liveticker dabei. Ich habe noch Kontakt mit vielen Spielern und bin daher auch noch nah dran. Natürlich wünsche ich mir auch, dass der HBW wieder aufsteigt – da gibt es also keine Schadenfreude. Im Gegenteil, immerhin ist und bleibt der HBW mein Heimatverein.

Herr König, was war es für ein Gefühl, beim Derby gegen den HBW als Gast in die „Hölle Süd“ einzulaufen?

König: Das war schon eine skurrile Situation. Über viele Jahre bin ich fast täglich in die SparkassenArena gefahren. Das war fast wie ein zweites Wohnzimmer für mich. Dort als Gast aufzulaufen, war schon sehr emotional. Als das Spiel dann losging, war ich natürlich fokussiert, aber man hatte das schon im Hinterkopf. Dank dem perfekten Ende für uns bleibt das aber eine positive Erinnerung. Ich hoffe, dass es bald mal wieder zu einem Derby kommt. Dann in der 1. Liga.

Herr Remmlinger, würden Sie sich auch mal ein solches Derby wünschen?

Remmlinger: Ja. Aber wenn dann natürlich in der 1. Liga. Ich hoffe natürlich, dass wir noch lange oben bleiben. Das ist für mich die Hauptsache. Aber wenn der HBW den Aufstieg packen sollte, wäre es natürlich eine schöne Sache.

Abschließend: Könnten Sie sich vorstellen, in Zukunft nochmal im HBW-Trikot aufzulaufen?

Remmlinger: Das ist eine schwierige Frage und derzeit noch weit weg. Wie bereits gesagt, ich habe erst vor kurzer Zeit für weitere zwei Jahre bei den Eulen verlängert und fühle mich dort auch sehr wohl. Was danach kommt, ist zum jetzigen Zeitpunkt schwer zu sagen.

König: Ich könnte mir das auf jeden Fall vorstellen. Immerhin habe ich dem Verein alles zu verdanken und bin immer noch sehr mit meiner Heimat verbunden. Daher ein klares Ja. 

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