Bild Es trifft die Falschen
ZAK-Redaktionsleiter Klaus Irion.
ZAK-Redaktionsleiter Klaus Irion. Foto: privat
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Balingen, 06.07.2018

Kritik an Edeka: Es trifft die Falschen

Wütende Kommentare gegen Mitarbeiter, Boykottaufrufe im Netz: ZAK-Redaktionsleiter Klaus Irion kommentiert die Kritik an Edeka. 

von Klaus Irion  

Ja, das juristische Geplänkel um den Umbau des Non-Food-Realmarkts auf Gehrn ist ärgerlich. Ja, ein riesiger Lebensmittelkonzern wie die Edeka sollte eine Filiale des ebenso riesigen Lebensmittelkonzerns Metro – und hierzu gehören die Real-Märkte – nicht als Gegner, sondern als Mitbewerber betrachten. Getreu dem Motto: Konkurrenz belebt das Geschäft.

Edekas Ansehen in Balingen sinkt

Was die Edeka-Oberen in Offenburg durch ihre sture Haltung derzeit an eigenem Porzellan zerschlagen, wenn man das Ansehen in der Balinger Bevölkerung dafür als Maßstab nimmt, ist schon enorm. Und das sinkt mit jeder weiteren Woche, in der der Umbau des Realmarkts juristisch verhindert wird. Wenngleich man richtigerweise sagen muss, dass dieser Umbau auch deswegen noch immer nicht in trockenen Tüchern ist, weil das Regierungspräsidium Tübingen nicht nur die Edeka-Klage, sondern auch die hauseigene Prüfung des Real-Bestandschutzes noch nicht abgeschlossen hat.

Die Wut trifft unschuldige Mitarbeiter

Das besonders Ärgerliche an der gesamten Angelegenheit ist aber, dass die Wut vieler Kunden nun diejenigen bei Edeka trifft, die für die Entscheidungen der Offenburger Konzernmutter so gar nichts können. Es sind die in Eigenregie agierenden lokalen Betreiber kleinerer und mittelgroßer Edeka- und Neukaufmärkte. Und es sind die Beschäftigten dieser Märkte, aber auch die der Edeka-eigenen Großmärkte. Sie alle werden in Sippenhaft genommen. Aktuelles Beispiel: Die Diskussion über die durch die Edeka vorgenommene Einzäunung des früheren „Real-Parkplatzes“ auf Gehrn. „Und das kurz vor dem Bang-Your-Head-Festival“, wie auf Social-Media-Kanälen nun argumentiert wird.

Real-Parkplatz war nie städtisch

Den Kritikern sei gesagt: Der Parkplatz war noch nie ein städtischer, und ein Privatbesitzer muss ihn deswegen auch nicht offen lassen. Selbstverständlich könnten sich die Stadt Balingen, der BYH-Organisator und die Edeka-Oberen zusammensetzen und eine gemeinsame Festival-Lösung suchen. Dass aber ein rechtmäßig eingezäunter Parkplatz erneut zu Boykottaufrufen gegen sämtliche lokale Edeka-Märkte führt, ist völlig daneben. Deren Mitarbeiter setzen sich nun gegen die Boykottaufrufe mit dem gleichen Recht zu Wehr, mit dem die Real-Mitarbeiter – völlig nachvollziehbar – seit Monaten für den Erhalt des Balinger Standorts gekämpft haben. Kunden, die ihre Wut loswerden wollen, sollten sich direkt an die Zentralen von Edeka und Metro wenden. Dort spielt die Musik.

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