Naturschutz nicht aus dem Auge verlieren

Balingen, 04.06.2018

Naturschutz nicht aus dem Auge verlieren

Der Bürgerverein Balingen besuchte den Plettenberg und machte sich ein Bild.

 

Jüngst besuchten der Bürgerverein und dessen Gäste den Plettenberg. Sie wurden von Vertretern des Vereins für Natur- und Umweltschutz Zollernalb (NUZ) begrüßt und erhielten eine ausführliche Information zur Sachlage der besonderen Natur auf dem Plettenberg.

Mitglieder des Balinger Bürgervereins verschafften sich ein Bild vom Plettenberg und dem Abbaubaugebiet.
Mitglieder des Balinger Bürgervereins verschafften sich ein Bild vom Plettenberg und dem Abbaubaugebiet. Foto: Privat

Der NUZ berichtete über seine Bemühungen um die Bewahrung des letzten Restes des Plettenbergs. Die Balinger konnten sich beim Rundgang von der Schönheit und Einmaligkeit überzeugen. Die Kalk-Magerwiesen sind insgesamt geschützt und beheimaten eine große und seltene Artenvielfalt an Pflanzen und Vögeln.

Nach Norden drohe Richtung Balingen durch den Steinabbau in nächster Zeit der Abbruch des Albtraufs und die Veränderung der Bergsilhouette. Die Teilnehmer konnten viele interessante Ausblicke bis in den Schwarzwald genießen. Norbert Majer erläuterte die beabsichtigten neuen Abbaugrenzen des Steinbruchs mit 8,6 Hektar. Nach der Streichung des Landschaftsschutzgebiets im November durch das Landratsamt und der Rodung von Gebüsch fehlen eventuell Nistplätze. Seltene, geschützte Vögel wie Steinschmätzer und Heidelerche seien vertrieben worden.

Dr. Ingrid Helber informierte über die Geschichte des Plettenbergs, dessen Hochfläche von der Jungsteinzeit ab rund 10 000 vor Christus durchgehend bis um 1600 nach Christus Besiedlungsspuren aufweist. Es gibt zahlreiche archäologische Funde.

Des Weiteren wurden Spuren der Eisenverhüttung wie auch alemannische Reihengräber mit Beigaben und die Ruinen einer mittelalterlichen Burg festgestellt.

Hans Edelmann berichtete über die in den 1980er-Jahren gefundene, schützenswerte Karsthöhle im Steinbruch. Sie wurde 1992 vom Geologischen Landesamt untersucht. Der Höhleneingang wurde nach der Dokumentation zugeschüttet. Es handelt sich um eine der längsten Höhlen der Schwäbischen Alb (Höhlenkataster 7718/01), von der vielleicht noch Teile erhalten sind.

Für den Bürgerverein ist es nicht nachvollziehbar, warum sich weder die Naturschutzverbände, noch die Politiker und die zuständigen Institutionen um den Berg kümmern.

Es zeige sich hier deutlich, dass wiederum wirtschaftliche Interessen vor Naturschutz und Umweltschutz stehen.

Der Bürgerverein fordere, die naturschutzrechtlichen Belange wenigstens ordentlich zu prüfen. Sollten die beabsichtigten 8,6 Hektar jetzt nicht verhindert werden können, dann müsse damit aber definitiv Schluss sein und der unwiderrufliche Naturschutz müsse sofort für den ganzen Rest des Berges ausgesprochen werden, so die Auffassung des Balinger Bürgervereins.

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Plettenbergabbau.

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