mwue
Foto: Michael Würz

Zollernalbkreis, 30.05.2018

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

Um kurz nach 3 Uhr rollte der spektakuläre Schwertransport ins Engstlatter Umspannwerk. Zuvor hatten Tausende das Geschehen verfolgt. Einige campierten sogar an der Strecke. 

von Lydia Wania-Dreher, Michael Würz, Georg Wilkens   1 Kommentare

Knapp 300 Tonnen auf 32 Achsen: Gestern Abend um Punkt 21 Uhr startete der Tross mit dem neuen Transformator für das Umspannwerk Engstlatt von einem Parkplatz bei Hechingen-Stein aus. 

Der Koloss war zuvor per Schiene vom Stuttgarter Hafen aus nach Tübingen gefahren. Von dort ging es dann auf die Straße, denn aufgrund der hohen Achslast gab es für den letzten Abschnitt bis nach Engstlatt keine Freigabe von der Bahn.

Im vergangenen Jahr war das anders. Damals hatte eine andere Spedition den Transport durchgeführt – deren Spezialfahrzeug mehr Achsen hat, was weniger punktuelles Gewicht bedeutete.

„Ein Transport über die Straße ist viel aufwendiger“, erklärte Pressesprecher Alexander Schilling von Transnet BW. Das zeigte sich auch gestern Abend. Denn bereits kurz nach der Abfahrt stand der Transformator auch schon wieder still – vor den Augen zahlreicher Zuschauer. 

 

Die beiden Zugfahrzeuge hatten Probleme beim Lenken und so musste nachjustiert werden. Die erfahrenen Arbeiter der Spedition Kübler aus Michelfeld fanden jedoch schnell eine Lösung.

Nach einem kurzen Stopp ging es unter den Augen vieler Schaulustiger und in Begleitung der Polizei weiter nach Rangendingen und Bisingen. Hunderte Zuschauer warteten dort geduldig auf den Mega-Schwertransport, einige campierten an der Strecke. „Das sind Szenen wie bei der Straßenfasnet“, sagte einer.

In Steinhofen fuhr der Schwertransporter dann mitten in der Nacht auf die B 27. Dafür waren bereits am Abend die Leitplanken abmontiert worden. Über eine Behelfsausfahrt gelangte der Transformator dann um kurz nach 3 Uhr zum Umspannwerk. 

 

Der Schwertransport in Bildern

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

Hechingen-Stein, Dienstagabend, 19.30 Uhr. Dem Besucheransturm zufolge könnte hier ein Volksfest stattfinden, tatsächlich wollen alle noch schnell einen Blick auf den Mega-Schwertransport werfen - so wie Jonas, Mick und Philipp. Foto: Michael Würz

 

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

Anwohner verabreden sich derweil, um den spektakulären Transport in der Nacht in Rangendingen und Bisingen zu verfolgen. Man könnte hier Bier verkaufen“, sagt eine Frau. Um 21 Uhr startet das Trafo-Monstrum zu seiner letzten Etappe Richtung Engstlatt. Foto: Lydia Wania-Dreher

 

300 Tonnen auf 32 Achsen. Keine Frage: Dieses Gerät fahren nur Könner. Video: Michael Würz

 

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

Letzte Vorbereitungen unter den Augen zahlreicher Interessierter, die sich den Mega-Schwertransport in Hechingen-Stein aus der Nähe anschauen. Foto: Michael Würz

 

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

„Dass wir hier herkommen und quasi Volksfest ist, damit haben wir nicht gerechnet“, sagen TransnetBW-Sprecher Alexander Schilling (rechts) und Projektleiter Sebastian Roppes schmunzelnd. Foto: Michael Würz

 

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

Ein gut gelaunter Tourguide: Rainer Daiker macht mit seiner Polizei-BMW den Weg frei für den Schwertransport. Auch das Fernsehen ist da, der SWR sendet am Mittwoch um 19.30 Uhr einen mehrminütigen Beitrag in der Landesschau aktuell. Foto: Michael Würz

 

Nach einer längeren Umbaupause – für die Ortsdurchfahrt mussten die Achsen unter dem 300 Tonnen schweren Trafo entfernt werden – erreicht der Schwertransporter gegen 22.30 Uhr Rangendingen. Video: Michael Würz

 

Szenen wie bei der Straßenfasnet: Ganz Rangendingen ist auf den Beinen. Unter dem Applaus unzähliger Zuschauer passiert der Schwertransport die heikle Kreuzung in Richtung Grosselfingen. Video: Michael Würz

 

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

So lange der Schwertransport rollt, geht hier, in Rangendingen, keiner ins Bett. Foto: Michael Würz

 

Millimeterarbeit: Der Schwertransport passiert die Brücke in Bisingen, von Grosselfingen her kommend. Video: Michael Würz

 

Auch Bisingen ist auf den Beinen: Viele Zuschauer säumen die Straße. Doch zunächst müssen Platten ausgelegt werden, damit der Schwertransport den Kreisverkehr in Richtung Ortsdurchfahrt passieren kann. Video: Michael Würz

 

Kleiner Zwischenfall am Kreisverkehr: Dieser Wohnwagenfahrer ließ sich von der Polizeiabsperrung nicht aufhalten und steht plötzlich mitten im Geschehen. Glück für den Kamikazepiloten: Die freundlichen Polizisten belassen es bei einer mündlichen Verwarnung. Video: Michael Würz

 

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

Zwischenstopp für den Mega-Schwertransport. Um die kleine Brücke zwischen Bisingen und Steinhofen sicher passieren zu können, werden dem 300 Tonnen schweren Trafo wieder Achsen und Räder angelegt. So verteilt sich das Gewicht besser, sagen die Experten. Eine starke halbe Stunde später geht es dann als Geisterfahrer auf die gesperrte B27, wo sie die Leitplanken entfernt haben, damit der Schwertransport rangieren kann. Foto: Michael Würz

 

Kurz vor dem Ziel: Der Schwertransporter rollt – als Geisterfahrer – auf die gesperrte B27. Video: Michael Würz

 

Tausende machen Schwertransport zur Ferienattraktion

Auch hier haben sich zahlreiche Zuschauer versammelt; geparkte Autos säumen die alte B27. Trotz der nächtlichen Stunde. Video: Michael Würz

 

Da ist das Ding: Der 300 Tonnen schwere Trafo rollt auf das Gelände des Umspannwerks in Engstlatt – um kurz nach 3 Uhr. Auch in Engstlatt verfolgen noch Zuschauer das nächtliche Geschehen. Sie sind ein bisschen kamerascheu, verraten aber: „Wir haben extra den Wecker gestellt.“ Einen Schwertransport in dieser Größe dürfte es tatsächlich nicht so schnell wieder zu sehen geben – der neue Trafo soll 35 Jahre halten. Video: Michael Würz

Info

Tipp: Für volle Qualität der Videos per Facebook „HD“ aktivieren.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Vielen Dank!

Es ist immer wieder faszinierend, solche Transporte zu sehen. Vielen Dank für die ausführliche ||Bild-||Berichterstattung.

Aniela Schneider, Freiburg am 30.05.2018 13:03:03

Der ZAK auf Facebook

Der ZAK auf Facebook

Singlebörse

Singlebörse

 

ZAK view

ZAK view

Unsere virtuelle Stadt! Neue Einblicke in die Geschäftswelt mit den 360-Grad-Panorama-Aufnahmen.

counter