Bild Rekordmann Nino Schurter schlägt im Bullentäle zurück

Albstadt, 21.05.2018

Rekordmann Nino Schurter schlägt im Bullentäle zurück

Zwei Monate nach seinem zweiten Platz beim Weltcup-Auftakt im südafrikanischen Stellenbosch holt sich der Schweizer den Sieg in Albstadt. Manuel Fumic aus Kirchheim/Teck fährt ein beherztes Rennen und landet auf Rang neun.

Es war eine erneute Machtdemonstration von Nino Schurter. Der Ausnahmefahrer aus der Schweiz ließ am Sonntag beim Weltcup im „Bullentäle“ nie einen Zweifel an seinem dritten Albstadt-Sieg in Folge aufkommen.

Seine Hände riss Schurter bereits vor dem Ziel nach oben. Die Erleichterung war ihm – ein paar Meter vor seinem „Hattrick“ in Albstadt – anzumerken. Nur 16 Sekunden nach dem Rekordsieger überquerte doch etwas überraschend der Franzose Stephane Tempier die Ziellinie. Dritter wurde der Gewinner des Short Track Race Mathieu van der Poel (+ 0:40 Minuten). Das Podium – beim Mountainbike die ersten Fünf – komplettierten Maxime Marotte (+ 0:50) aus Frankreich und dessen Landsmann Jordan Sarrou (+ 1:11). Bester Deutscher war wie erwartet Manuel Fumic (+ 2:24) auf Position neun.

Siegerfaust, die Dritte.
Siegerfaust, die Dritte. Foto: Bernard Moschkon

Nach Schurters Malheur im Short Track Race am Freitag – ihm war gleich zu Beginn die Kette vom Ritzel gesprungen – fand sich der Schweizer auf einer ungewohnten Startposition wieder. „Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt so weit hinten gestartet bin“, sagte der 32 Jahre alte Familienvater. Aber Schurter wäre nicht Schurter, wenn er nicht auch für diese außergewöhnliche Situation die richtige Taktik parat gehabt hätte. „Zuerst musste ich schauen, dass ich gut vom Start wegkomme“, verriet der neue Gesamtweltcup-Führende. Das gelang ihm, in dem er entgegen dem Trend links geblieben war und so einige Plätze gutmachen konnte.

Nach diesem klugen Manöver klemmte er sich sofort an das Hinterrad des Niederländers van der Poel. Der 23-Jährige hatte am Freitag die Premiere des Short Track Race gewonnen und war neben dem Australier Sam Gaze im Vorfeld als härtester Schurter-Konkurrent gehandelt worden. Während van der Poel diese Rolle ausfüllte, hatte Stellenbosch-Sieger Gaze früh einen Defekt und büßte wertvolle Plätze ein. Nach einer erneuten Panne in der fünften Runde stieg er schließlich aus. Derweil bildete sich auf dem zweiten Abschnitt zunächst eine Spitzengruppe um Marotte, Schurter, dem Schweizer Mathias Flückiger und van der Poel.

Nino Schurter macht den „Hattrick“ perfekt.
Nino Schurter macht den „Hattrick“ perfekt. Foto: Bernard Moschkon

Flückiger hatte in der Folge Pech mit einem Platten und fiel zurück. „Er hat einen guten Eindruck gemacht“, berichtete Schurter. In der Verfolgergruppe verweilte der spätere Zweitplatzierte Tempier. Der Franzose hielt sich zunächst vornehm zurück und kam immer näher, sodass auf der vierten Schleifen die ersten Fünf van der Poel, Schurter, Marotte, Tempier und Sarrou hießen. Als hartnäckigster Kontrahent für Schurter erweis sich Tempier. „Ich war ein wenig überrascht, dass er auf einmal aufgeschlossen hat. Ich hatte ihn nie wirklich als ernsthaften Gegner auf dem Radar. Ich habe immer mehr mit van der Poel und Marotte gerechnet“, so der spätere Sieger.

Die Letzteren verloren aber auf der vorletzten Runde ein paar Sekunden, die sie bis zum Ende des Rennens nicht mehr aufholen sollten. Fast zeitlich gingen Schurter und Tempier auf die letzte Schleife. Auf den finalen 4,2 Kilometern machte Schurter schließlich einen Knopf an seinen 27. Weltcupsieg. Unnachahmlich zermürbte er auch seinen letzten verbliebenen Verfolger aus Frankreich. „Auf der letzten Runde hatte ich harte Beine. Ich bin aber sehr glücklich über meinen zweiten Platz“, resümierte Tempier.

Im Duell um Platz drei setzte sich van der Poel kurz vor Ende des Rennens von Marotte ab und gab den Bronzeplatz auch nicht mehr her. „Ich bin glücklich mit meiner Leistung heute. Allerdings war ich heute nur in der Lage, hinterherzufahren, aber nicht zu attackieren. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich heute gewinnen würde“, resümierte van der Poel.

 

Bundestrainer Peter Schaupp zieht ein positives Fazit

Die anvisierte Top-Ten-Platzierung ist geglückt: Manuel Fumic fuhr beim Heim-Weltcup in Albstadt auf Platz neun. Dieses Ergebnis stimmte auch Mountainbike-Bundestrainer Peter Schaupp zufrieden. „Mit seiner Verletzung hat er das beste rausgeholt. Es war alles gut soweit, so kann es weitergehen“, resümierte Schaupp. Nächste Woche in Nove Mesto sei auf jeden Fall wieder eine ähnliche Platzierung wie in Albstadt möglich, so der Bundestrainer weiter. Der zweitbeste Deutsche Georg Egger kam als 43. ins Ziel.

„Er ist ein solides Rennen gefahren und hat in der letzten Runde noch ein paar Plätze auf seine Konkurrenten gutgemacht“, berichtete Schaupp. Fünf Plätze hinter Egger reihte sich Julian Schelb ein, der „gut durchgekommen ist“, urteilte der Bundestrainer. Lukas Baum taucht in der Ergebnisliste auf Rang 80 auf. „Er hat einen Schritt nach vorne gemacht. Allerdings musste er zweimal vom Rad, da vor ihm Fahrer gestürzt waren. Das hat ihn zwischen zehn und 15 Plätze gekostet“, wusste Schaupp.

Pech hatte Tobias Sindlinger. Der Fahrer der RSG Zollern-Alb stürzte bei seinem ersten Weltcup-Rennen der Elite und hatte daraufhin technische Probleme. „Ohne das wären maximal sechs bis sieben Plätze mehr drin gewesen“, sagte RSG-Teamchef Bernhard Mast-Sindlinger. mz

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UCI-Weltcup 2018.

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