12.03.2018

Leserbrief

Ein total neues Berufsbild für die Fränkin mit dem Hang zu hohen Absätzen

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Gut 83 Millionen Einwohner hat Deutschland, in Bayern leben rund 13 Millionen Menschen, gut 140 000 davon sind CSU-Mitglieder und drei werden Minister im neuen Bundeskabinett. Zudem gibt es noch eine Staatsministerin im Bundeskanzleramt.
„Ich bin ordentlich von Parteifreunden demontiert worden“, sagte Horst Seehofer jüngst und trotzdem – vermutlich aus reinem Machtbewusstsein – geht er als vierter Innenminister aus den Reihen der CSU nach Berlin. Gut sondiert hat der Noch-CSU-Vorsitzende im Vorfeld, denn sein Ministerium wird durch die Bereiche Bau und Heimat „aufgewertet“. Er wird bei Amtsantritt zum ältesten Minister im neuen Kabinett. Erwartet werden darf eine schärfere Handschrift in mancherlei Themenbereichen. Das kann einem „schmecken“, muss es aber nicht.
Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur soll der bisherige CSU-Generalsekretär Andreas Scheuer übernehmen. Er war der „Lautsprecher“ der bayrischen Christsozialen. Vor kurzem auf dem Nockherberg nannte Kabarettistin Luise Kinseher alias „Mama Bavaria“ ihn den „Sancho Pansa“ von Horst Seehofer und fragte: „Was? Dieser Rotzlöffel soll Minister werden?“ Nach Plagiatsvorwürfen um seine Doktorarbeit und deren Rücknahme und Entkräftung oder Nichtentkräftung, verzichtet Scheuer jetzt auf das Führen der Titel „PhDr. und Dr.“. Als Regierungsmitglied muss er nun beweisen, dass er – außer polarisieren – auch „Minister“ kann. Eine völlig neue Sache für ihn.
Eine Konstante gibt es im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung. Hier darf Gerd Müller sein Amt behalten. Er fordert schon seit langem einen „Marshall-Plan für Afrika“, um den Migrationsbewegungen vorzubeugen. Ich denke, dass dies ein richtiger Ansatz ist.
Staatsministerin für Digitales soll nun Dorothee Bär werden. Sie war bisher Staatssekretärin im Verkehrsministerium. Also auch binnen weniger Tage ein total neues Berufsbild für die Fränkin mit dem (nach eigenen Angaben) Hang zu hohen Absätzen und kurzen Röcken. Sie muss aber schon etwas mehr als Sex-Appeal in ihr neues Amt einbringen. Geben wir ihr eine Chance.
Roland Sauter
Hohenneuffenstraße 64
Onstmettingen

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
counter