08.03.2018

Leserbrief

Tatsächlich ist es ein 60 Meter tiefes Loch

Leserbriefe sollten 80 Druckzeilen nicht überschreiten. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor.

 
Alex Moser bezeichnet engagierte Bürgerinnen und Bürger als übereifrige Plettenbergaktivisten. Weiter polemisiert er und versucht deren Einsatz für Natur und Umwelt lächerlich zu machen. Wie sieht die Wirklichkeit tatsächlich aus, für die wir uns einsetzen? Der Plettenberg wird nicht nur um einige läppische Meter abgegraben. Tatsächlich ist es ein 60 Meter tiefes Loch. Deshalb wollen wir so viel als möglich der Hochfläche mit seiner einzigartigen Pflanzen- und Tierwelt erhalten.
Wir wissen, dass Zement zum Bauen benötigt wird. Muss jedoch in Dotternhausen Raubbau betrieben werden, damit Zement und gebrannter Ölschiefer in großen Mengen in die Schweiz, Frankreich und Österreich exportiert werden kann mit allen Nachteilen durch größere Umweltbelastungen? Sind bei uns die Rohstoffe Kalk und Schiefer so günstig, dass sie in die Nachbarländer exportiert werden müssen um dortige Rohstoffe zu sichern?
Es ist bekannt, dass Müll entsorgt werden muss. Wir sind auch nicht gegen eine Müllverbrennung im Zementwerk. Wir fordern jedoch, dass bei der Müllverbrennung im Zementwerk die gleichen Grenzwerte bei Schadstoffen gelten sollen wie in einer Müllverbrennungsanlage. Diese sind in Müllverbrennungsanlagen tatsächlich nur halb so hoch wie im Zementwerk. Deshalb gleiches Recht für alle.
Wir setzen uns für laufende Probenahmen von Gemüse und Feldfrüchten im Umkreis des Zementwerkes ein. Nur so können wir sicher sein, dass unsere selbst produzierten Lebensmittel schadstofffrei sind. Das Zementwerk lehnt dies jedoch ab.
Durch den Einbau bester und modernster Filteranlagen beim Drehofen wie auch im Kraftwerk bei der Ölschieferverbrennung könnte der Ausstoß von Luftschadstoffen stark reduziert werden.
Zu guter Letzt setzen wir uns dafür ein, dass Steuerzahlungen an die Orte und den Landkreis entrichtet werden, wo die Wertschöpfung erfolgt und die Bevölkerung die Belastung für die Natur und Umwelt durch das Zementwerk zu tragen hat. In Zeiten von Rohrbach Zement wurden mahnende Worte aus der Bevölkerung noch ernst genommen im Gegensatz zu heute, wo bei einem internationalen Konzern nur noch der Profit im Vordergrund steht zu Lasten von Natur und Umwelt.
Die Ausführungen sollen zeigen, dass unsere Bemühungen kein Eigennutz im Hintergrund hat. Vielmehr geht es uns um Erhalt von Natur und Umwelt im Interesse aller, die sich in unserer schönen geschätzten Heimat wohlfühlen.
Otto Scherer
Zinkenstraße 6/2, Dotternhausen

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Plettenbergabbau.

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