Stets das neueste Modell
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Stets das neueste Modell

Fahrzeugleasing ist beliebt. Vor allem Unternehmen nutzen Fahrzeugleasing. Neben steuerlichen Vorteilen hat Leasing für sie noch viele weitere Qualitäten.

von BDL   Die Kommentarfunktion ist bei diesem Artikel deaktiviert

Immer das neueste Modell zu fahren, keine Mühe mit dem Verkauf des Gebrauchtwagens zu haben oder umfangreiche Serviceangebote zu nutzen sind nur einige der Argumente, die für das Leasing von Fahrzeugen sprechen. Mehr als jedes dritte neu zugelassene Fahrzeug ist inzwischen geleast (38 Prozent in 2016). Der Löwenanteil der Leasing-Fahrzeuge wird von Unternehmen genutzt. Etwa jedes zweite von gewerblichen Haltern neuzugelassene Fahrzeug wurde mittels Leasing angeschafft. Da diese vor allem Mittel- und Oberklassewagen fahren, ist der Anteil der geleasten Fahrzeuge nach Anschaffungswert mit 68 Prozent an den Neuzulassungen entsprechend höher.

Wem gehört das Leasing-Fahrzeug?

Die Leasing-Gesellschaft (Leasing-Geber) bleibt rechtlicher und wirtschaftlicher Eigentümer des geleasten Fahrzeugs und weist es in ihrer Bilanz aus. Gegen eine monatliche Rate erhält der Leasing-Kunde (Leasing-Nehmer) ein Nutzungsrecht und wird im Kfz-Brief als Halter geführt. Da der Leasing-Nehmer das Auto uneingeschränkt nutzen darf und der Leasing-Geber hierauf grundsätzlich keinen Zugriff hat, werden auf den Leasing-Nehmer auch alle Rechte und Pflichten übertragen, die sich aus dem Kaufvertrag mit dem Lieferanten oder Hersteller ergeben. Entsprechend kümmert sich der Nutzer selbst – anders als zum Beispiel bei der Wohnungsmiete – um Wartung und Reparaturen, es sei denn, er hat zusätzlich einen Service-Vertrag mit der Leasing-Gesellschaft abgeschlossen.

Vorteile von Leasing

Für Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler gibt es zahlreiche gute Gründe für Leasing: Die monatlichen Raten für die Nutzung sowie die Nutzungsdauer sind von Anfang an für die gesamte Vertragslaufzeit fixiert. Damit besteht Planungssicherheit. Leasing schont die Liquidität, denn das Fahrzeug wird von der Leasing-Gesellschaft gekauft, der gewerbliche Leasing-Kunde zahlt in der Regel nur monatliche Leasing-Raten. Hinzu kommen steuerliche Vorteile, denn die Leasing-Raten können als Betriebsausgaben sofort steuerlich geltend gemacht werden.

Zudem können Leasing-Nehmer von den Großkundenkonditionen profitieren, die eine Leasing-Gesellschaft bekommt und an ihre Kunden weitergibt. Dies ist besonders für kleinere Unternehmen interessant. Nicht zuletzt kann mittels Leasing die Fuhrparkflotte stets auf dem modernsten Stand gehalten werden, da die Laufzeit eines geleasten Pkw selten länger als drei Jahre beträgt. Und moderne Fahrzeuge sind umweltfreundlicher: sie stoßen weniger CO2 aus und verbrauchen weniger Benzin.

Wie funktioniert Leasing?

Beim Fahrzeugleasing entsteht ein Dreiecksverhältnis mit Leasing-Nehmer, Leasing-Geber und Hersteller oder Lieferant. Der Leasing-Nehmer wählt sein Fahrzeug nach seinen individuellen Anforderungen bei einem von ihm gewünschten Hersteller oder Lieferanten aus. Die Leasing-Gesellschaft erwirbt das Fahrzeug vom Hersteller/Lieferanten oder tritt in einen zuvor von Leasing-Nehmer und Lieferant abgeschlossenen Kaufvertrag ein. Gleichzeitig schließt die Leasing-Gesellschaft einen Leasing-Vertrag mit dem Leasing-Nehmer über die Nutzung. Während der Vertragslaufzeit bezahlt der Leasing-Kunde eine festgeschriebene, meist gleichbleibende monatliche Leasingrate für unter anderem Nutzung, Wertverlust, Kreditzins und Verwaltungskosten. Nach Ablauf des Vertrages gibt der Leasing-Nehmer das Auto zurück und muss sich nicht um die Vermarktung des Gebrauchtwagens kümmern. Leasing wird daher oft von Unternehmen gewählt, die ihre Fahrzeugflotte regelmäßig erneuern.

Mehr als Finanzierung

Full-Service-Leasing ist auf dem Vormarsch. Servicebausteine wie Wartung und Reparatur, Reifenersatz, Tankkarte, Steuer und Versicherung können vom Leasing-Nehmer mitgebucht werden. Die monatliche Rate erhöht sich entsprechend. Die Kombination verschiedener Servicemodule entlastet den Leasing-Nehmer von zeit- und arbeitsintensiven Tätigkeiten, die nicht direkt mit seinem Kerngeschäft zu tun haben.

Zudem setzt sich der Trend fort, Fuhrparkmanagement komplett auszulagern, was auch Kostenvorteile gegenüber selbstverwalteten Fuhrparks mit sich bringt. Von der Möglichkeit des Outsourcings machen auch immer mehr mittelständische Unternehmen Gebrauch.

Vertragsarten beim Fahrzeugleasing

Beim Fahrzeugleasing werden zwei Leasing-Vertragstypen unterschieden: Beim Restwertvertrag wird zu Beginn der Laufzeit der voraus-sichtliche Wert des Fahrzeugs nach Vertragsende kalkuliert. Sollte bei Vertragsende der Wagen weniger wert sein, muss der Leasing-Nehmer die Differenz ausgleichen. Liegt er darüber, bekommt er 75 Prozent des Mehrerlöses ausbezahlt.

Rund 50 Prozent der Fahrzeugleasing-Verträge von Unternehmen mit über 100 Mitarbeitern sind inzwischen Kilometerverträge (laut CVO Barometer 2016). Bei einem Kilometervertrag wird zu Vertragsbeginn die Gesamtlaufleistung für das Fahrzeug festgelegt. Liegt der Kunde darüber, muss er eine Ausgleichszahlung leisten. Fährt er weniger als kalkuliert, erhält er Geld zurück. In der Regel gibt es eine Kulanzspanne von 2500 Kilometern. Die Leasing-Gesellschaft trägt hier das Restwertrisiko. Der Leasing-Nehmer gibt das Fahrzeug am Vertragsende zurück. Er rechnet lediglich eventuelle Mehr- oder Minderkilometer ab, wenn sie über oder unter der im Vertrag festgelegten Kilometerlaufleistung liegen. Allerdings muss der Kunde schon im Vorfeld seine Kilometerleistung gut einschätzen können.

Rückgabe des Wagens nach Vertragsende

Bei der Rückgabe des Fahrzeugs sind Alter und Laufleistung des Fahrzeuges zu berücksichtigen. Gewöhnliche Gebrauchspuren sowie altersbedingte Schönheitsfehler sind durch die Leasingrate bezahlt worden. Mängel und Schäden müssen dagegen vom Leasing-Nehmer getragen werden. Es ergibt daher Sinn, bei Beendigung der Leasing-Laufzeit das Fahrzeug durch einen Fachbetrieb aufbereiten zu lassen.

Was passiert bei einem Totalschaden

Geht das Fahrzeug wegen eines Totalschadens oder Diebstahls verloren, so muss der Leasing-Vertrag gekündigt werden. Es ergibt daher besonders bei hochwertigen Wagen Sinn, eine GAP-Versicherung abzuschließen. Diese schließt die Finanzierungslücke, die entsteht, wenn das geleaste Fahrzeug einen Unfall oder einen Totalschaden erlitten hat. Die Versicherungsleistung erstreckt sich auf die Begleichung der Differenz zwischen dem Betrag, den die Vollkaskoversicherung zahlt, und den tatsächlich noch offenstehenden Leasing-Raten beziehungsweise dem Betrag. Sie tritt auch im Falle eines Diebstahls ein.

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