Sigmaringen/Frohnstetten, 05.05.2017

Beim Schlag hat's im Gesicht geknackt

Ein 21-Jähriger hat bei einem Rockkonzert in Frohnstetten einen Gast attackiert. Er wurde zu einer Geldstrafe verurteilt.

 

Der aus Meßkirch stammende Mann wurde am Donnerstag vor dem Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 80 Tagessätzen à zehn Euro verurteilt. Mitangeklagt war der 51-jährige Lebensgefährte der Mutter des jungen Mannes. Gegen ihn wurde das Verfahren eingestellt.

Wie berichtet, mussten sich die beiden Männer wegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung verantworten. Der 21-Jährige hatte am ersten Prozesstag ausgesagt, auf dem Konzert „Rock im Riederwäldle“ im Juli 2016 von Unbekannten angegriffen worden zu sein. Sein 51-jährige Begleiter berichtete, dass er von hinten niedergeschlagen worden sei.

Hingegen hatte ein 29-jähriger Zeuge aus Frohnstetten, der damals eine Verletzung am Ohr erlitten hatte, den 21-Jährigen als Angreifer identifiziert. Am dritten Prozesstag sagten die Familienangehörigen des 21-Jährigen aus. Seine Mutter berichtete, dass ihr Sohn auf dem Konzert Pogo getanzt habe – ein Tanzstil, bei dem man sich gegenseitig anrempelt und schubst.

Ihr Sohn sei dann von einem Mann in den Schwitzkasten genommen worden, ein anderer sei ihm wenig später in den Rücken gesprungen. „Zehn bis zwölf Leute sind dann auf ihn drauf.“ Draußen vor dem Festzelt ging der Streit weiter. „Es schaute so aus, als hätten die uns als Opfer ausgesucht“, sagte die Mutter. Die beiden jüngeren Schwestern des Meßkirchers bestätigten im Wesentlichen die Version der Mutter, konnten sich aber an manche Details nicht mehr erinnern.

Eine Freundin des 29-jährigen Frohnstetters sagte aus, sie habe ihren Freund mit blutendem Ohr aufgefunden und wollte ihn ins Krankenhaus fahren. Draußen habe der 29-Jährige den Angeklagten als den Angreifer wiedererkannt. „Ich sagte noch zu ihm: Sei ruhig, wir gehen“, berichtete die Zeugin. Dann sei es schon zu Handgreiflichkeiten gekommen, in deren Folge der Frohnstetter zu Boden gegangen sei. Der Angeklagte habe dann weiter mit Fäusten auf ihn eingeschlagen. „Es hat geknackt im Gesicht. Dieses Geräusch bleibt mir in Erinnerung“, sagte die Zeugin.

Ein weiterer Freund sei hinzugekommen, dieser sei dann auch von dem 21-Jährigen verprügelt worden. Der 51-jährige Mitangeklagte sei ebenfalls beteiligt gewesen. Gegen ihn wurde ob mangelnder Beweise das Verfahren eingestellt. Staatsanwalt Peter Vigelius sah die Vorwürfe gegen den 21-Jährigen als erwiesen an. Der Verteidiger des Meßkirchers plädierte auf Freispruch. Letztendlich befand Richterin Blazko den 21-Jährigen für schuldig, den Frohnstetter im Festzelt am Ohr verletzt und später draußen weiter auf ihn eingeschlagen zu haben. Die Schläge und Tritte gegen dessen Freund seien ihm nicht nachweisbar, ebenso ein Angriff gegen den Bruder des 29-Jährigen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. sz

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