So können Eltern ihren Kindern erfolgreich helfen

14.07.2012

So können Eltern ihren Kindern erfolgreich helfen

Schritt für Schritt zum Ausbildungsplatz – erfolgreich bewerben

 

Es ist eine Entscheidung für einen weiteren, wichtigen Lebensabschnitt: Nach dem Schulabschluss heißt es, den richtigen Ausbildungsplatz zu finden. Mit der Berufswahl werden Weichen für die persönliche Zukunft gestellt. Die Tragweite solcher Entscheidungen sind für kaum ein Kind abzuschätzen. Ein Jugendlicher – noch nicht wirklich erwachsen – kann dabei die Hilfe der Eltern gut gebrauchen. Doch Hilfe in diesem Fall bedeutet nicht Bevormundung sondern Antworten finden auf Fragen, um Entscheidungen bewusster treffen zu können.

Welches ist der Wunschberuf? Stimmen die Vorstellungen mit der Jobrealität überein? Reicht das Zeugnis für diese Lehre? Wie sieht es mit der persönlichen Mobilität aus? Wo soll derjenige überhaupt suchen?

Zusammen die Zukunft planen und dafür einstehen: So könnte das Familienmotto für die Berufswahl des Kindes heißen. Am besten beginnen die Eltern mit den ersten Gesprächen darüber bereits lange vor dem voraussichtlichen Schulabschluss.

Doch wohin soll die „Reise“ überhaupt gehen. Eine Art Fahrplan findet man unter www.planet-beruf.de/Infoblatt-Berufswahl. Auf diesem Portal sind nutzbringende Materialien abrufbar, die zeigen, was in den einzelnen Phasen der Berufsorientierung zu beachten ist. Übrigens: Der Berufswahlplan ist auf Deutsch, Türkisch und Russisch erstellt.

Klarheit durch erstes Orientieren: Reden ist Silber, Schweigen aber Gold? Von wegen! Sprechen und überlegen sollte man zusammen mit der Tochter oder dem Sohn über persönliche Stärken und Interessen. Ruhig eine Art Liste erstellen. Mit den Fakten vor Augen lassen sich viele Berufe klarer ausmachen oder auch streichen.

Hilfe lässt sich dabei erfahren über das kostenlose Selbsterkundungsprogramm „Berufe“-Universum (www.planet-beruf.de/Das-BERUFE-Universum). Dort Eltern und Kinder angeregt diejenigen Berufe eingrenzen, für die es ein wirkliches Interesse gibt und die erforderlichen Stärken mitgebracht werden. In drei Schritten werden aus 500 kreisenden

Planeten (Berufe) diejenigen herausgefiltert, die in eine engere Wahl kommen.

Extra-Tipp Newsletter: Auf www.planet-beruf.de gibt es auch einen Link speziell für

Eltern/Erziehungsberechtigte. Diese können sechs Mal pro Jahr kostenlos Neuigkeiten aus dem Bereich Eltern und Berufswahl per Mail zugeschickt bekommen.

BiZ – eine weitere Orientierungshilfe: Hinter der Abkürzung steht das Berufs-

Informations-Zentrum in der Region. Dort lässt sich zusammen mit dem Kind

eine persönlicher Beratungstermin zur Berufswahl vereinbaren.

Zeit für eine Entscheidung: In der 9. Klassenstufe bieten die Schulen unterrichtsbefreite Zeiten an, in denen Schülern Zeit für Praktika eingeräumt werden. Eine gute Möglichkeit abzusichern, ob sich Erwartungen und Realität im bislang avisierten Beruf wirklich decken. Eventuell auch einen Teil der Ferien für ein Praktikum nutzen.

Auf www.zak.de gelangen Ausbildungsinteressierte auf die Unterwebsite ZAK-Karriere. Hier präsentieren sich 18 namhafte Unternehmen der Region mit ihren hochwertigen Ausbildungsangeboten in einer einzigartigen Partnerschaft. Und Auszubildende berichten über ihre Erfahrungen (siehe Bericht in dieser Sonderpublikation).

Gezielt und optimal bewerben: Jetzt geht es sozusagen in die heiße Phase der Ausbildungssuche- weiterhin mit Unterstützung und Reflexion durch die Eltern. Dabei hilft gemeinsames suchen, etwa in der Zeitung bzw. auf der Websites des Zollern-Alb-Kuriers nach entsprechenden Stellenanzeigen.Zudem bietet die Bundesagentur für Arbeit hierbei konkrete Hilfe an. Im Internet hält sie die „Jobbörse“ vor (www.jobboerse.arbeitsagentur.de).

Eltern sollten ihren Sprösslingen bei der Erstellung von einwandfreien Bewerbungsunterlagen ein kritischer Sparringspartner sein. Das zahlt sich aus. Denn ob Bewerber bei der Besetzung von Ausbildungsplätzen in die engere Wahl genommen werden, hängt oft von der Form der Bewerbungsunterlagen ab. Zu achten ist deshalb auf Formulierungen und mögliche Fehler. Auch hier ist www.planetberuf.de hilfreich. Unter dem Link Stellensuche & Bewerbung finden sich alle Tipps rund um eine optimale Bewerbung. Und zwar unter den Stichworten Bewerbungsmappe oder Tipps für Online- und E-Mail-Bewerbung.

So sollte eine Erfolg versprechende Bewerbungsmappe aussehen:

Deckblatt: Kein Muss, aber ein guter Einstieg. Es sollte eine Überschrift, den

Ausbildungsberuf, den Namen des Bewerbers, seine Adresse und ein Foto

enthalten. Bitte keine Schnappschüsse z.B. aus dem Urlaub verwenden. Besser ist es, in ein professionelles Foto von einem Fotografen zu investieren.

Anschreiben: Es sollte möglichst an einen konkreten Ansprechpartner gerichtet sein. Denn Bewerbungen mit „Sehr geehrte Damen und Herren“ werden häufig aussortiert. Im Text muss deutlich gemacht werden, warum gerade diese Ausbildung und dieses Unternehmen gewählt wurde. Der Bewerber sollte konkret beschreiben, warum gerade er die richtige Person für den Job ist. Welche besonderen

Qualitäten, Interessen oder Erfahrungen werden dafür bereits mitgebracht. Das

Anschreiben sollte eine DIN-A4-Seite nicht überschreiten. Und am Ende die höfliche Bitte um ein persönliches Gespräch äußern! Denn das Vorstellungsgespräch ist das eigentliche Ziel der Bewerbung.

Lebenslauf: In tabellarischer Form werden hier die wichtigsten Lebensstationen aufgelistet. Das sind etwa Informationen über die Schulausbildung, Abschlüsse, Zertifikate und Auslandsaufenthalte. Es ist üblich geworden, Daten mit dem jüngsten Ereignis beginnend chronologisch aufzulisten. Im Lebenslauf darf und sollte der Bewerber auch auf seine Teamfähigkeit und soziale Kompetenz verweisen, beispielsweise durch den Hinweis auf Hobbys oder Ferienjobs. Hat die Bewerbung kein Deckblatt, dann sollte hier das Foto stehen.

Anhang: Hier gehört alles hinein, was die Befähigung für diese Ausbildung oder

diesen Job noch unterstreichen könnte. Das können neben dem letzten Zeugnis

auch Praktikumsnachweise oder Arbeitszeugnisse sein. Aber nicht die Originale,

sondern Kopien verschicken. Nicht immer kommen die Bewerbungsunterlagen auch zurück. Die Bewerbung sollte unbedingt die Individualität des Bewerbers deutlich machen. Also keine perfekte Inszenierung „hinlegen“, sondern auf Stärken wie Schwächen hinweisen. Das wirkt ehrlich. red

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