Freitag, 7. Dezember 2018 von Volker Bitzer

Biene Maja wird es danken

Das Frühstück ist für viele Menschen die wichtigste Mahlzeit. Als stärkender Start in den Arbeitstag. Aber auch am Wochenende oder im Urlaub, wenn man – frei von Hektik und ohne auf die Uhr zu schauen – gemütlich am Kaffeetisch verhocken kann. Und während der Zeitungslektüre die frischen Semmeln vom Bäcker genießt. Mit was drauf? Marmelade oder Honig? Beim flüssigen Gold gibt es wohl zwei klar getrennte Lager: Ausgesprochene Honigliebhaber und solche, die mit dem extrem süßen Brotaufstrich gar nichts anfangen können.

Die Zollernälbler verzehrten im vergangenen Jahr rund 214 Tonnen Honig. Diese Zahl nennt die IG Bauen-Agrar-Umwelt. Das entspricht statistisch gesehen 1,14 Kilogramm pro Einwohner. Interessant dabei: Die Bürger im Zollernalbkreis sind dabei exakt auf Augenhöhe mit dem Durchschnittsdeutschen, der 2017 ebenfalls 1,14 Kilogramm (Quelle: Statista.com) Honig verzehrt hat.

Häufig stammt das gelbe oder braune Naturprodukt von regionalen Imkern. Wie lange noch, das ist laut IG Bau offenbar fraglich. „Wenn wir in Zukunft überhaupt noch heimischen Honig essen wollen, dann muss es ein Umdenken in der Landwirtschaft geben“, fordert Regionalleiter Andreas Harnack. Mehr Vielfalt und weniger Einsatz von Chemie lautet dabei die Devise. Wichtig wäre vor allem ein Verbot von Glyphosat. Das Herbizid ist zuvorderst mitverantwortlich fürs zunehmende Bienensterben. Hoffen wir auf Einsicht der Bauern und Politiker, denn wir wollen auch in vielen Jahren noch – so wie heute – den Tag des Honigs feiern.

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Freitag, 9. November 2018 von Volker Bitzer

Geldbeutel hilft bei Mülltrennung

Die Deutschen gehören zu den zuverlässigen Abfallsammlern und vor allem auch -Trennern. Ob das an ihrem in die Wiege gelegten Ordnungstrieb oder der aus der Vergangenheit resultierenden Obrigkeitshörigkeit liegt oder einfach nur an der puren Einsicht, sei dahingestellt. Wichtig ist, sie tun es! Und taugen damit als Musterbeispiel für viele andere auf diesem Globus, denen Müllberge, „Plastik-Ozeane“ und die Umwelt schnuppe sind.

Dass die deutsche Treue zur Mülltrennung aber nicht nur ein verordnetes Dekret, sondern sinnvoll ist, versteht jeder erst so richtig, wenn er mal mit eigenen Augen erleben durfte, wie aus vermeintlichem Abfall wieder ein kostbarer Wertstoff wird. So staunte auch ich nicht schlecht, als ich jüngst die ZAK-Leserfahrt nach Eppingen begleitete. Und hautnah erleben durfte, welche verwertbaren Rohstoffe zum Beispiel in Elektroschrott stecken. Wir berichteten darüber ausführlich mit einer Sonderseite (am Donnerstag) und online auf zak.de.

Schade ist es, dass sich der Recycling-Gedanke noch immer nicht in allen Köpfen verankert hat. Beispielsweise lassen viele, nicht selten jugendliche Konsumenten, leere Pfandflaschen oder Dosen einfach irgendwo liegen, „entsorgen“ sie im Restmüll oder schlimmstenfalls sogar in Feld und Flur. Das muss aufhören! Mein Vorschlag: Pro Flasche und pro Dose einen, oder besser gleich zwei Euro Pfand drauf; ähnlich wie bei Bierkrügen im Festzelt. Dann kommen sie garantiert in den Laden zurück.

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Freitag, 12. Oktober 2018 von Volker Bitzer

Ziemlich abgekühlt

Ein jedes neue Auto hat mittlerweile eine Klimaanlage an Bord. Bei guter Ausstattung sogar eine Klimaautomatik mit mehreren Zonen. Eingestellt wird die gewünschte Grad-Zahl und flugs soll der Innenraum auf die Wohlfühltemperatur – je nachdem – gekühlt oder beheizt werden. Beim Wärmen hat die Elektronik der drei deutschen Premiumhersteller aber so ihre Probleme. Das habe ich schon mehrfach getestet. Mit Thermometer. Beispiel gestern: Zuhause in der Garage steht die Quecksilbersäule auf 15 Grad. Die Klimaautomatik ist auf 23 Grad eingestellt. Heizen ist also gefragt.

Aber was passiert? Zwar kommt nach einigen gefahrenen Kilometer warme Luft aus den Düsen, aber nicht lange. Noch während mein Hand-Thermometer um die 19 Grad zeigt, wird bereits wieder leicht gekühlt. Warum? Häufig argumentieren die Hersteller mit Sonneneinstrahlung. Gerade im Herbst, wenn es draußen 14 Grad hat, aber die Sonne scheint, wird es tatsächlich problematisch. Dabei ist es doch ganz einfach. Wenn ich 23 Grad einstelle, dann will ich auch, dass der Innenraum 23 Grad (plus minus eins) hat und nichts anderes. Sonne hin oder her. Ich möchte mich als Kunde von den Autoherstellern nicht bevormunden lassen, wo mein Empfinden 23 Grad fühlt. Das ist eine physikalische Größe, also messbar.

Während in München die Ingenieure noch am ehesten die echten Temperaturen in den Innenraum bekommen, sieht es bei jenen in Stuttgart schon schlechter aus. Ganz schlimm ist es jedoch in Ingolstadt, wo offenbar ganzjährig tropische Verhältnisse herrschen.

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Dienstag, 2. Oktober 2018 von Volker Bitzer

Alles auf die Ohren

Lärm muss nicht zwingend laut sein. „Als Lärm oder auch Krach werden Geräusche bezeichnet, die durch ihre Struktur auf die Umwelt störend, belastend oder gesundheitsschädigend wirken“ – so lautet die Wikipedia-Definition. Was für den einen Lärm, ist für den anderen vielleicht nur ein Geräusch am Rande, das er womöglich gar nicht bewusst wahrnimmt. Denn um die Wahrnehmung dreht sich alles.

Sei es ein tieffliegender Düsenjet, der werkelnde Nachbar in der Wohnung über einem oder der laut telefonierende Kollege im Großraumbüro. Jeder empfindet anders, was in einem bestimmten Augenblick Lärm ist und stört. Ein wenig kann sich jeder gegen unliebsame Geräusche schützen. Idealerweise mit dämmenden Ohrstöpseln. Oder Kopfhörern, die entweder Schall absorbieren oder über die spezielle Musik oder Geräusche eingespielt werden. Es gibt sogar Internetshops, um bestimmte Geräuschteppiche zu erwerben. Vom Presslufthammer einer Baustelle über Großstadt-Wirrwarr bis hin zu sanften Vogelstimmen im Wald.

Ein Mediziner, der sich mit auditiver Wahrnehmung beschäftigt und gestern im Radiointerview zu hören war, hat herausgefunden, dass Lärmteppiche im Büroalltag die Arbeitsleistung von Menschen deutlich mindern. Die Konzentration leidet und dadurch die Qualität der Arbeit. Seine Empfehlung lautet sinngemäß, und analog zum Dieselproblem: „Man muss etwas an der Hardware, sprich der Einrichtung verändern! Nur mit einem individuellen Softwareupdate ist es nicht getan!“

Zum Lärmschutz kommt mir noch eine E-Mail eines Gehörschutz-Ladens in den Sinn, die ich neulich im elektronischen Postfach fand. Selbst für Hunde gibt es nun Ohrenschützer. Fehlt nur noch der passende Geräuschteppich für den Vierbeiner-Kopfhörer. Wie wäre es mit Katzenmusik?

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Mittwoch, 5. September 2018 von Volker Bitzer

Dicke Luft unter dem Schirm

Sommerzeit ist Freiluft-Vergnügen. Was gibt es Schöneres, als draußen im Biergarten oder auf der Terrasse eines Restaurants die warmen Monate zu genießen? Bei einem kühlen Pils, 'nem schönen Rosé, einem Eisbecher oder einem Cappuccino. Das am besten im wohltuenden Schatten, von obenher gut beschirmt gegen die Sonne.

? Ja, das kann so richtig Spaß machen. Wäre da nicht hin und wieder richtig dicke Luft unter den großen Sonnenschirmen, die – geschickt überlappend aneinander gereiht – wie ein Dach für Behaglichkeit sorgen. Allerdings so auch den stinkenden Qualm der Raucher wie eine Dunstglocke über den Tischen halten. Das kann bisweilen so schlimm sein, dass man selbst im Sommer lieber im rauchfreien Innenraum sitzt.

? Die Gastronomie – bislang leider nur die etwas gehobenere – hat aber dankenswerterweise reagiert: Hier darf auch im Außenbereich nicht an allen Tischen frei drauflos gepafft werden. Hier gibt's, ausreichend distanziert, das Rauchereck: mit hindernislosem Abzug des blauen Dunstes gen Himmel. Freie Bahn also für ungesunde Laster. Und frischere Luft für leidende Mitmenschen.

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