Dienstag, 9. Mai 2017 von Maya Maser

Aus groß mach klein

Ich weiß nicht, ob Sie sich noch entsinnen können: Bereits vor einiger Zeit schrieb ich ein Tagebuch über die – für mich – überdimensionalen Einkaufswagen eines Supermarktes in Balingen. Die durchweg positiven Antworten von Ihnen, liebe Leser, überraschten mich. Nicht wenige E-Mails las ich meinen Kollegen laut vor. Doch mit einer Nachricht hätte ich am wenigsten gerechnet: die des Inhabers selbst. „Ich musste heute Morgen schon etwas schmunzeln, da es mich sehr überraschte, direkt in der Zeitung so eine ehrliche und persönliche Erfahrung mit unseren neuen Einkaufswagen zu lesen“, schrieb mir damals der Chef persönlich. Zugleich klärte er das Missgeschick auf: Die Einkaufswagen mussten hastig bestellt werden, dabei achtete der Marktleiter lediglich auf die Außenmaße und nicht auf die Höhe. Doch seit einiger Zeit schon wurde das Problem behoben. Vor einigen Tagen kam dann auch ich in den Genuss, die neuen Wagen zu testen. Und ich kann Ihnen eines sagen, Herr Marktleiter: Inzwischen kann auch ich über den Bügel des Einkaufwagens drüberschauen.

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Dienstag, 4. April 2017 von Maya Maser

Maya Maser im Redaktionsblog: Ein neugieriges Onlineküken

Es ist so weit: Die Volontärin, die bis vor einem halben Jahr nicht einmal ein Konto bei Facebook hatte, wechselt nun für einen Monat in die Onlineredaktion des Zollern-Alb-Kuriers.

Keine Angst, ich bin nicht ganz unerfahren beim Thema Social Media. Nur sagte mir vor einigen Jahren die Plattform Instagram mehr zu als Facebook. Ich löschte mein Konto und hielt das auch ohne Probleme einige Jahre durch. Doch irgendwann wurde der Druck meiner werten Onlinekollegen einfach zu groß. Inzwischen bin ich großer Fan jeglicher Katzen- und Kochvideos bei Facebook.

Dennoch war ich – sagen wir: minimal – überfordert, als mir Kollege Michael Würz gestern die Aufgabe gab, selber etwas zu posten. Hier was klicken, da den Link ändern und dort dann twittern. Ahja. Ich wusste zwar nicht so genau, was ich tue, aber ich tat es. Und siehe da: Mein erster Artikel war online. Übrigens werden Sie mich für die nächsten vier Wochen unter dem Kürzel mm lesen können. Ich freue mich auf ihr Feedback. Aber seien Sie bitte gnädig, ich bin doch noch ein Onlineküken.

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Mittwoch, 21. September 2016 von Maya Maser

Delikatessen sind eben klein

Sie, liebe Leser, wissen es vielleicht nicht: Ich bin nicht sehr groß. Von Kopf bis Fuß zähle ich gerade einmal einen Meter und 57 Zentimeter. Nicht einmal die 1,60 Meter habe ich geknackt. Doch das macht mir nichts. Normalerweise stehe ich da drüber – oder drunter, wie man's nimmt. Jeden Witz, jeden noch so blöden Spruch stecke ich weg – wenn ich nicht sogar selbst noch einen drauf setze. Bis vor kurzem. Da blieb selbst mir die Spucke weg.

Wie das normale Menschen eben so machen, wollte ich in einem Supermarkt in Balingen einkaufen gehen. Doch zuvor brauchte ich einen Einkaufswagen, was sich schwieriger gestaltete als gedacht – denn die Wagen reichten mir fast bis zur Schulter. Kein Witz. Es fehlten nur noch wenige Zentimeter, und ich hätte mein Kinn darauf abstützen können. Ein anderer Kunde, der sich ebenfalls einen Einkaufswagen holte, kommentierte lachend: „Die sind Ihnen wohl etwas zu groß.“ Doch es half nichts, ich hatte nichts anderes dabei, um meine Einkäufe zu transportieren. Mit komisch angewickelten, känguruähnlichen Armen schob ich das riesige Ding durch den Laden und fühlte mich dabei wie ein kleines achtjähriges Mädchen. Glauben Sie mir, von nun an geh' ich nur noch mit meiner eigenen Einkaufstasche in den Supermarkt.

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Samstag, 18. Juni 2016 von Maya Maser

Traditionskost neu entdeckt

In Amerikas Großstädten stehen sie an jeder Ecke, in Deutschland ist der Trend zum Food Truck noch recht neu. Wem Food Truck kein Begriff ist: Trucks, also Lastwagen, werden zu rollenden Küchen umfunktioniert. Die Betreiber bieten selbst kreierte oder uns unbekannte Köstlichkeiten an. Diese werden meist frisch im Truck zubereitet. Die Anbieter reisen damit durchs Land und verkaufen ihr Essen bei sogenannten Foodtruck-Festivals. Kürzlich war ich in Tübingen auf einem Foodtruck-Festival – voller Freude auf leckeres Essen. Als ich endlich ankam, herrschte große Ernüchterung: Jeder zweite Foodtruck briet Burger – gähn! Trotzdem sollte der lange Weg nicht umsonst gewesen sein. Ich machte mich auf die Suche. Und tatsächlich wurde ich fündig: Bescheiden zwischen all den großen Burgeranbietern stand ein Wagen aus Südtirol. Darin ein Mann, der Käse- oder Speckknödel mit geschmälzter Butter auftischte. Und siehe da: Die Knödel schmeckten so gut, dass ich mir gleich Nachschub holte. Wie heißt es so schön? Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht. Vielleicht kommt diese alte Erfahrung nicht von ungefähr. Bei all den neuen kulinarischen Spezialitäten, die wir unbedingt ausprobieren möchten, dürfen wir die gute alte Traditionskost nicht vergessen, so, wie Mama oder Oma mit viel Liebe für uns gekocht haben – und bei ihnen schmeckt es uns ja bekanntlich am besten.

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Freitag, 20. Februar 2015 von Maya Maser

Schön wär's, Mrs. Crawford

Seit einigen Tagen kursiert ein bisher unveröffentlichtes Foto des Topmodels Cindy Crawford im Netz. Mit schwarzem Hut, schwarzer Unterwäsche und Felljacke steht sie breitbeinig vor einer weißen Wand. Lasziv blickt sie auf den Boden. Nicht nur ihre tolle Figur und ihre Ausstrahlung fallen auf, nein, auch das kleine Bäuchlein und die Oberschenkel voller kleiner Dellen.

48 Lebensjahre und zwei Kinder gehen auch an einem Modelkörper nicht unbemerkt vorbei, auch wenn uns das die schönen Damen tagtäglich weismachen wollen. Für das Bild wird Crawford, bekannt für den Leberfleck über der Oberlippe, als Vorreiterin im Kampf gegen den Schönheitswahn gefeiert. Doch in meinen Augen ist der Jubel völlig unangebracht, denn das Topmodel veröffentlichte dieses Bild nicht selbst. Das haben wir der britischen TV-Journalistin Charlene White zu verdanken. Sie postete es als erste. Das Foto stammt aus dem Jahr 2013 und wurde für die Zeitschrift Marie Claire aufgenommen, wie diese in einem Statement erklärte. Weiterhin heißt es in der Erklärung: Man habe immer gewusst wie schön Crawford sei. Sie so zu sehen, bringe sie noch mehr dazu, die 48-jährige zu lieben. Ähm Entschuldigung, wieso haben Sie es dann nicht gedruckt?

Es wäre ein verdammt mutiger Schritt gegen Schönheitsideale gewesen, hätte Cindy Crawford selbst dieses Foto mit der Öffentlichkeit geteilt. Doch wie die Zeitschrift mitteilte, wurde es nicht absichtlich verbreitet. Es war nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Also kein Statement. Also auch für mich kein Grund zu jubeln.

Crawford selbst gab noch keine Reaktion zu diesem Foto. Doch ihr Ehemann postete auf Instagram, pünktlich zum Valentinstag, ein Foto seiner Frau. Es zeigt das Topmodel mit großer Sonnenbrille und Bikini am Pool liegend. Mit flachem Bauch und ohne Fältchen.

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