Samstag, 21. Januar 2017 von Olga Haug

Aus Kleid wird Oberteil

Den meisten wird es nicht entgangen sein: Ich bin schwanger und bin derzeit eher die kugelnde denn rasende Reporterin. Aber das ist kein Problem. Die Vorfreude auf den Nachwuchs ist groß. Weniger erfreulich ist hingegen das allmorgendliche Anziehen. Socken und Schuhe sind eine Qual, von der Strumpfhose ganz zu schweigen. Bin ich erst einmal angezogen, muss ich gefühlt eine halbe Stunde lang tief durchatmen, um wieder in den Normalmodus zu gelangen.

Glücklicherweise sind meine Füße von den weniger schönen Begleiterscheinungen einer Schwangerschaft verschont geblieben und passen noch in jedes Schuhwerk. Andernfalls hätte ich den persönlichen Notstand ausrufen müssen. Vielleicht habe ich es bereits an anderer Stelle schon mal erwähnt: Ich liebe Schuhe. Zudem hätte ich die geschwollenen Treter im tiefsten Winter eher weniger in bequeme Schlappen stecken können. Allerdings werden meine Klamotten langsam knapp – an Auswahl und Umfang. Und wenn das einstige Kleid zum Oberteil geworden ist, weiß man, dass es nicht mehr allzu lange dauern kann mit dem langersehnten Nachwuchs.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Donnerstag, 3. November 2016 von Olga Haug

Zeitumstellung macht müde

Es heißt, der menschliche Körper benötigt etwa zwei Wochen, bis er sich an die Zeitumstellung gewöhnt hat. Man ist müde und hat Konzentrationsschwierigkeiten. Und in der Tat, ich war am Montag (und gestern) eine Stunde zu früh wach. Dass ich vor dem Weckerklingeln das Gefühl habe, ausgeschlafen zu haben, kommt nun wahrlich so gut wie nie vor. Und am Abend war ich früher müde als zuvor. Eine Stunde vor dem gewöhnlichen Feierabend kam ich aus dem Gähnen kaum noch raus. Der frühe Sonnenuntergang tut sein Übriges. Die Winterzeit ist eigentlich unsere „normale“ Zeit. Im Winter wird es früher hell und zur Sommerzeit haben wir mehr vom Tageslicht. Ginge es nach mir, würden wir definitiv die Sommerzeit behalten. Die Einführung dieser diente bekanntlich zum Energiesparen. Der erhoffte große Effekt blieb aber aus. Heute ist der Nutzen wohl noch geringer. Ob es jemandem nun doch in irgendeiner Weise ökonomisch oder ökologisch nutzt, weiß ich nicht. Fakt ist jedenfalls: Ich bin müde.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Dienstag, 20. September 2016 von Olga Haug

Wo es sich gut leben lässt

Der demografische Wandel beschäftigt die ländlichen Regionen. Alle wollen sie in die große Stadt. Studieren, feiern oder arbeiten, oder alles auf einmal – das sind oft die Gründe, warum es die jungen Menschen in die Metropolen dieser Welt zieht. Aber um welchen Preis? Finanziell gesehen um einen durchaus hohen. Wer es überhaupt schafft, eine Bleibe zu finden, der muss auch entsprechend blechen. Vermieter in Tübingen beispielsweise machen sich oft gar nicht erst die Mühe, ihre Objekte auf Vordermann zu bringen. Ist die Wohnung von Schimmel befallen? Kein Problem: Es lässt sich immer jemand finden, der dennoch einzieht und zahlt – viel zahlt. Andere wiederum haben nicht „das Glück“, eine verschimmelte Wohnung beziehen zu können. Sie verzweifeln schier an der Suche. So auch eine Kunststudentin aus Berlin, die schnell eine günstige Bleibe finden musste. Ihre Ansprüche waren nicht hoch. Ein Platz zum Schlafen sollte es sein. Dann passierte das schier Unmögliche: Sie fand eine Unterkunft. Doch um welchen Preis? Finanziell gesehen um einen sehr guten – kostenlos sogar. Und wo ist der Haken, fragen Sie sich? Ein, zwei Haken gibt es tatsächlich – an der Wand zum Klamotten aufhängen. Für mehr gibt es kaum noch Platz. Die Studentin lebt nämlich in einem Gäste-WC. Ja, in einem schmalen, 2,5 Quadratmeter großen Gäste-WC – mit entsprechendem Inventar. Da erinnere ich mich gerne an meine Studienzeit zurück: Ich zahlte den Preis eines Studententickets nach Tübingen und lebte komfortabel und entspannt in Albstadt – ohne Untermieter auf dem Klo.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 12. August 2016 von Olga Haug

Ich liebe Elefanten

Ab einem bestimmten Alter hört man auf, über die Lieblingsfarbe, das Lieblingsessen oder das Lieblingstier zu sprechen, auch wenn diese Themen als Kind unglaublich wichtig waren und zu den unverzichtbaren Fragen eines jeden Freundschaftsbuches gehörten. Aber im Grunde haben wir sie immer noch – die Lieblingsfarbe oder das Lieblingsessen. Ebenso das Lieblingstier. Meines ist der Elefant. Warum, kann ich gar nicht wirklich beschreiben. Es ist vielmehr ein Gefühl. Ich finde die intelligenten Dickhäuter faszinierend und die Kleinen unter ihnen zum Dahinschmelzen.

Und warum erzähle ich das? Weil heute der internationale Tag des Elefanten ist. 2012 wurde der Tag ins Leben gerufen, mit dem Ziel, ein Bewusstsein für die Schutzbedürftigkeit von Elefanten zu schaffen. Denn der Afrikanische und Asiatische Elefant gelten als bedrohte Spezies, weil die Rüsseltiere heutzutage immer noch von Wilderei und illegaler Jagd bedroht sind. Elfenbein ist unverständlicherweise nach wie vor begehrt. Zudem bedroht der Mensch den natürlichen Lebensraum des grauen Riesen und hält ihn in nichtartgerechter Gefangenschaft – Zoo, Zirkus, touristische Einrichtungen. Dabei ist für mich klar, dass keine Art von Gefangenschaft jemals artgerecht sein kann.

Und dass der 12. August der internationale Tag des Elefanten ist, freut mich besonders, denn zu diesem Datum habe ich eine ganz besondere und persönliche Verbindung: Es ist mein Geburtstag.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.

Freitag, 8. Juli 2016 von Olga Haug

Verwirrende Gesichter

Jeder, der über die mobile Nachrichten-App WhatsApp Texte versendet, bedient sich nicht selten der sogenannten Emojis – also der Bilchen, die dem Geschrieben mehr Ausdruck verleihen sollen oder das Geschriebene gar ganz ersetzen. Aber kaum einem ist bewusst, dass die meisten Emojis schlicht missverstanden werden.

Da gibt es beispielsweise das eine Gesichtchen, das seine Äuglein geschlossen hält und samt Augenbrauen nach unten senkt. Der Mund ist ein wenig geöffnet und die Mundwinkel hängen runter. Das Entschiedenste ist jedoch der Schnieftropfen, der dem kleinen Männchen aus der Nase tropft.

Jemand aus meinem näheren Bekanntenkreis – der hier nicht weiter beschrieben werden soll –, verwendet das Männchen partout als trauriges, also weinendes Gesicht. Meine immerwiederkehrende, neunmalkluge Erklärung, dass der Tropfen aus der Nase und nicht aus dem Auge kommt, das Männchen also krank und nicht traurig ist, hilft da nur wenig.

Nun muss ich mit Entsetzen feststellen, dass ich ebenfalls die gesamte Zeit über falsch lag! Das Gesichtchen weint weder aus der Nase, noch ist es krank. Es ist müde! Das Schnieftröpfchen steht in Mangas und Animes wohl für Müdigkeit. Ich bin verwirrt. Gut, dass ich an dieser Stelle kein Emoji platzieren kann. Denn das Gesichtchen, das „verwirrt“ darstellen soll, habe ich immer als „enttäuscht“ interpretiert. Würde aber auch passen.

Kommentare unserer Leser

Bitte beachten: Ab sofort können nur noch Abonnenten kommentieren. Bitte melden Sie sich an, um zu kommentieren.
<1234>