Freitag, 13. April 2018 von Benno Schlagenhauf

Wehe, es spoilert jemand

Für Comicfans fallen in diesem Monat Weihnachten, Ostern, Geburtstag und alle anderen Festtage zusammen. Denn am 26. April kommt Marvels Infinity War in die Kinos. Zehn Jahre nachdem mit der Comicverfilmung von Iron Man der Startschuss für den Siegeszug der Superheldenfilme und das Fundament für das Marvel-Universum gelegt wurde und nach mittlerweile knapp 20 weiteren Filmen, in denen neue Helden und Schurken vorgestellt wurden, werden nun alle Puzzle-teile in einem epischen Finale zusammengesetzt. Darin verteidigen alle Helden gemeinsam die Menschheit gegen eine übermächtige Bedrohung.

Kein Wunder also, dass der Streifen der am heißesten erwartete Film des Jahres ist (und höchstwahrscheinlich alle Zuschauerrekorde brechen wird).

Die Geheimhaltungsstufe ist enorm hoch. Es wurden Fake-Szenen gedreht, damit neugierige Paparazzi am Filmset und selbst die Darsteller keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Handlung ziehen können. Nur eine Handvoll Leute kennt das gesamte Drehbuch. Alles, um zu verhindern, dass die Kinogänger die Handlung schon vorab erfahren und der Filmgenuss dadurch verdorben – neudeutsch: gespoilert – wird.

Kürzlich widmeten sich sogar die Regisseure in einem Brief an die Fans mit der Bitte, ebenso vertraulich mit den Filminhalten umzugehen, wie es die Filmemacher getan haben.

Also: Wehe, jemand spoilert!

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Freitag, 26. Januar 2018 von Benno Schlagenhauf

Das böse, böse F-Wort

Rund sechs Millionen Zuschauer haben im vergangenen Jahr den dritten Teil von „Fack ju Göhte“ im Kino gesehen, was ihn mit Abstand zum erfolgreichsten deutschen Film des Jahres macht. Auch die ersten beiden Filme waren Kassenmagneten und stehen auf Platz vier und fünf der erfolgreichsten deutschen Filme aller Zeiten. Ob die Filme wohl noch besser gelaufen wären, wenn sie einen freundlicheren Titel gehabt hätten?

Den Richtern am Luxemburger EU-Gericht ist der Titel auf jeden Fall zu anstößig. Als der Filmtitel als Marke eingetragen werden sollte, lehnten sie das humorlos ab. Auch wenn die Komödie Millionen Menschen gesehen hätten, könne er dennoch Leute schockieren.

Nun kann man sich natürlich trefflich darüber streiten, wie böse das böse F-Wort im Jahr 2018 tatsächlich noch ist. Eines zeigt das Urteil jedoch: die Inkonsequenz der Gerichte. Denn ein bekannter Partyschnaps, der ebenfalls nach der vulgären Variante von koitieren benannt ist, wurde 2011 als Marke eingetragen.

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Donnerstag, 18. Januar 2018 von Benno Schlagenhauf

Probier's mit Gemütlichkeit

Wenn es einmal etwas kräftiger schneit, kann man sich darauf verlassen, dass wieder gegen den Winterdienst gewettert wird. Der schlafe wohl noch, während man selbst schon im Stau zur Arbeit steht.

Rechnen wir das ganze doch einfach mal kurz durch: Das Straßennetz im Zollernalbkreis umfasst 140 Kilometer Bundesstraßen, 209 Kilometer Landstraßen und 268 Kreisstraßen. Macht 617 Kilometer – eine Strecke von Albstadt bis nach Hannover, Fahrtzeit sechseinhalb Stunden. Das ganze verdoppelt sich aber auf 1234 Kilometer, schließlich soll die Fahrbahn ja in beide Richtungen frei sein – da kann man schon bis nach Neapel fahren. Und dabei sind bei dieser Rechnung Nebenstraßen und Wohngebiete noch gar nicht berücksichtigt.

Zu erwarten, dass die Straßen unmittelbar nach dem Schneefall wieder frei sind, ist utopisch. Außerdem hat Schnee die blöde Angewohnheit weiter zu fallen, auch wenn ein Straßenabschnitt schon freigeräumt war – dann muss man noch mal ran.

Bevor also wieder auf den Winterdienst geschimpft wird, sollte man vielleicht bedenken, dass die Räumfahrzeuge nicht überall gleichzeitig sein können und sich stattdessen das Beste daraus machen und sich an der Entschleunigung erfreuen. „Probier's mal mit Gemütlichkeit“, würde Baloo aus dem Dschungelbuch sagen.

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Dienstag, 28. November 2017 von Benno Schlagenhauf

Nur Bares ist Wahres

In Schweden ist bargeldloses Bezahlen längst Alltag und auch im Rest der EU und hierzulande sollen Banknoten und Münzen über kurz oder lang verschwinden. Während manch einer bei dieser Vorstellung geradezu panisch wird, war mir es bislang recht gleichgültig. Von kleinen Beträgen oder bei der Rechnung im Restaurant einmal abgesehen, bezahlte ich sowieso fast immer mit der Bankkarte.

In den vergangenen Wochen lernte ich das Bargeld dann doch zu schätzen, denn weil der Magnetstreifen an meiner Karte etwas abbekommen hat, wurde die Karte in manchen Geschäften erst beim zweiten Versuch oder gar nicht mehr angenommen. Da war es natürlich beruhigend, noch etwas Bargeld bei sich zu haben. Mittlerweile ist die Karte endgültig kaputt und wird noch nicht einmal mehr vom Bankautomaten erkannt, was die Bargeldbeschaffung ungemein verkomplizierte und die Bestellung einer neuen Karte erforderlich machte.

Von mir aus kann auch hierzulande das Bargeld gerne abgeschafft werden, aber vorher hätte ich gerne noch einen stabileren Ersatz als ein Plastikkärtchen. Wie wär's mit Titan, oder so?

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Mittwoch, 15. November 2017 von Benno Schlagenhauf

Applaus und Tränen bei „Gigi“

Als Unterstützer der deutschen Fußballnationalmannschaft ist das Verhältnis zu Italiens Fußballern spätestens seit dem Halbfinale der WM 2006 etwas kompliziert. Zweifelsohne sind die Italiener eine große Fußballnation. Es wird ungewohnt sein, dass sie 2018 nicht dabei sind. Andererseits ist man heimlich auch etwas froh darüber, nicht gegen diesen unbequemen Gegner spielen zu müssen.

Um einen Spieler tut es mir besonders leid: Gianluigi Buffon. Der Torwart hätte 2018 in Russland im Falle eines italienischen WM-Erfolgs der älteste Weltmeister aller Zeiten werden können. Jedoch scheiterte Italien in der Relegation an Schweden und „Gigi“ bestritt damit sein letztes Länderspiel, denn nach dem Spiel verkündete er unter Tränen seinen Rücktritt.

Damit verlässt nicht nur der wohl beste Torhüter seiner Generation die große internationale Fußballbühne, sondern auch ein großer Sportsmann. Dies bewies er auch in seinem letzten Spiel gegen Schweden: Als vor dem Spiel die schwedische Nationalhymne gespielt wurde, ging diese im gellenden Pfeifkonzert der italienischen Fans unter. Doch einer hielt dagegen: Buffon klatschte dem schwedischen Team energisch Beifall, als wollte er alleine die 80 000 im San-Siro-Stadion übertönen. Schade, dass unsere Stürmer nicht mehr auf diesen Mann treffen werden.

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