Samstag, 16. Dezember 2017 von Hannes Mohr

Mein letzter Eintrag

Sieben Jahre lang habe ich an dieser Stelle Geschichten aus meinem Leben mit den ZAK-Lesern geteilt – Geschichten über listige Tiere in meinem Garten, meine ersten Strickversuche oder manch einen Ausflug in die Bergwelt. Dies hier ist nun mein 80. und gleichzeitig letzter Tagebucheintrag. Denn ich werde den ZOLLERN-ALB-KURIER Ende des Jahres verlassen. Und ich gehe – wie so oft im Leben – mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Lachend, weil ich mich auf eine neue berufliche Herausforderung freue. Weinend, weil ich mich beim ZAK und bei meinen Kollegen stets wohl gefühlt habe. Schaue ich auf die vielen Momente zurück, die ich während den Lesern und meinen Kollegen erlebt habe, so bleiben viele schöne Erinnerungen. All die spannenden Recherchen, die Reaktionen auf meine Berichte, manch schwierige Diskussionen und geteilte Emotionen – all das hat mich sehr geprägt. Dafür bin ich allen ZAK-Lesern und dem Verlag dankbar. Doch auch ich Zukunft freue ich mich darauf, jeden Morgen den ZAK zu lesen. Dann aus einer neuen Perspektive, aber nicht weniger gespannt.

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Freitag, 6. Oktober 2017 von Hannes Mohr

Loopings bis zum Umfallen

Ich bin ein großer Achterbahnfan – je höher und wilder, desto besser. Als ich meiner 12-jährigen Nichte kürzlich versprach, dass wir gemeinsam alle Coaster im Europa-Park fahren werden, war die Vorfreude entsprechend groß. Allerdings ließ ich außer Acht, dass der Körper mit zunehmendem Alter nicht mehr alles mitmacht. Nach der sechsten oder siebten turbulenten Fahrt rebellierte plötzlich mein Magen. In der Regel helfen die langen Wartezeiten vor den Attraktionen bei der Regeneration. Doch an diesem Tag war in diesem Vergnügungspark ungewohnt wenig los. Selbst bei den Top-Attraktionen musste man gerade einmal fünf Minuten anstehen – normalerweise ein Traumszenario. Das bedeutete aber auch: kaum Schonzeit für mich. Spätestens bei der zehnten Fahrt hatte ich dann wirklich keinen Spaß mehr. Als lässiger Onkel wollte ich mir vor meiner Nichte nicht die Blöße geben. Doch irgendwann musste ich ihr beichten, dass ich mein Mittagessen bei der nächsten Fahrt wohl nicht mehr bei mir behalten könne. Sie hatte Verständnis. Die Achterbahnen seien für sie sowieso viel zu lahm, sagte sie ganz cool. Ach, das wird sich bei dir auch noch ändern, dachte ich mir.

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Freitag, 22. September 2017 von Hannes Mohr

Ein Defekt nach Plan?

Der Schlitten mit den Farbpatronen rutschte noch ein paar Mal surrend auf der Schiene hin und her. Dann machte mein Drucker plötzlich keinen Mucks mehr. Eine Fehlermeldung auf dem Display erklärte mir, dass das Gerät so schnell nichts mehr drucken wird. Man solle ins Handbuch schauen. Oder besser gleich den Kundendienst anrufen. Es stellte sich heraus: Der Druckkopf ist defekt. Nach gerade einmal zweieinhalb Jahren im Einsatz, kurz nach Ablauf der Garantie. Und das Ersatzteil kostet fast so viel wie ein neuer Drucker. Ich denke sofort an geplante Obsoleszenz – eine absichtliche Verkürzung der Lebensdauer durch den Hersteller. Einst von mir als moderne Legende abgetan, kann ich mich nicht gegen den Gedanken wehren, dass das Gerät einfach kaputt gehen musste, damit ein neues gekauft wird. Dann gewinnt die Rationalität in meinem Kopf die Oberhand zurück. Auch wenn der Defekt ein „G'schmäckle“ hinterlässt, war es vermutlich einfach nur miese Qualität. Und wir Konsumenten sind nicht ganz unschuldig daran. Das ständige Verlangen nach den neuesten Produkten sorgt dafür, dass die Hersteller die Qualität der Nutzungsdauer anpassen. Ein haltbares Produkt auf den Markt zubringen, das wegen der Konsumlust sowieso bald ausgetauscht wird, wäre Ressourcenverschwendung. Wir wollen langlebige Waren? Es liegt zum Teil an unserem Verhalten.

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Donnerstag, 31. August 2017 von Hannes Mohr

Raupe Nimmersatt

Gemüse aus dem eigenen Garten – das geht auch, ohne den halben Rasen einem Acker opfern zu müssen. Die Lösung lautet Hochbeet. Zwei dieser kompakten Gemüseaufzuchtanlagen zieren seit kurzem den Garten von meiner Frau und mir. Sie sind nicht nur dekorativ, sondern lassen auch Salat, Kräuter, Paprika und vieles mehr bestens gedeihen. Und der Salat aus dem eigenen Garten schmeckt immer besser – zumindest subjektiv. Wären da nicht diese Monster namens Kohlweißlinge. Schaute ich früher noch verträumt diesen kleinen weißen Schmetterlingen hinterher, blicke ich sie jetzt nur noch böse an. Denn die Raupen dieser Biester haben den Rucola und den Blumenkohl in kürzester Zeit komplett verputzt. Der Kohlrabi kann sich mit seinen perforierten Blättern gerade noch über Wasser halten. Ohne tägliches Raupensammeln würde auch von ihm nicht mehr viel übrig bleiben. Chemie kommt bei uns trotzdem nicht ins Hochbeet. Vielleicht hilft ja ein feines Netz über den Pflanzen. Das werden wir jetzt mal ausprobieren. Als Hobbygärtner-Neulinge müssen wir noch einiges an Erfahrung sammeln.

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Samstag, 12. August 2017 von Hannes Mohr

Nachhaltig, aber nicht für immer

Neuanschaffungen – egal in welchem Bereich – mögen gut überlegt sein. Schließlich soll sich eine Investition über längere Zeit lohnen. Da muss die Qualität stimmen. Gerade im sparsamen Schwabenland, wo man besonders auf die Nachhaltigkeit schaut. Darüber hinaus schont man die Umwelt, wenn man Dinge längere Zeit benutzt, anstatt sie ständig gegen neue auszutauschen. Aber jetzt mal den Edelmut beiseite und Hand aufs Herz: Wer hat sich nicht auch schon gewünscht, dass das verdammte Ding – was auch immer – endlich kaputt geht, damit man sich guten Gewissens endlich etwas Neues kaufen kann. So war ich vor kurzem nicht traurig, als sich bei meinen alten, ausgetretenen Bergstiefeln beim Wandern die Sohle abgelöst hatte. Zu lange quälte ich mich schon in den alten Lederlatschen. Und „leider“ hat mein weit über vier Jahre altes Smartphone so langsam erste Ausfallerscheinungen. Es wäre ja wirklich zu schade, wenn es kaputt gehen würde – nicht wahr?

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