Samstag, 21. August 2010 von Zora Bombach

Das Sommerloch

In den vergangenen Tagen bekam das im Leben von uns Zeitungsmachern so geflügelte Wort „Sommerloch“ eine ganz neue Bedeutung… Nicht die Nachrichtenflaute störte mich, sondern die Temperatur: Der Sommer selbst hat ein Loch! Und da hört der Spaß doch auf. Warum fährt man denn im Sommer nicht in den Urlaub? Genau, um das wundervolle Wetter zu Hause zu genießen, umgeben von malerischer Natur und zirpenden Grillen auf der eigenen Terrasse.

Dumm nur, dass ich nach dem Arbeiten überhaupt keinen Drang verspüre, die Terrassentür auch nur mit dem Hintern anzusehen. Vielmehr lockt der Holzofen mit seinem warmen Feuerschein. Da ich nicht als verfroren gelten will, bleibt der Holzofen aber aus und ich wickle mich tapfer in eine Wolldecke, bevor ich mir ein Buch schnappe. Dann frage ich mich, wie wird da erst der Winter? Und noch bevor ich die Frage zu Ende gedacht habe, träume ich schon von Dezembertagen am Strand, die ich faul in der Sonne liegend langsam verstreichen lasse. Der Winter kann von mir aus nämlich gerne ein Loch haben!

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Dienstag, 27. Juli 2010 von Zora Bombach

Schwer zu begreifen

Sonniges Sommerwetter, unzählige hochklassige DJs und junge Menschen, die sich und ihre Generation feiern. Lasershows, wummernde Bässe und über allem steht das Motto: „Parade der Liebe“ – Loveparade. Dass sich die letzte Veranstaltung dieser Art als „Katastrophe von Duisburg“ für immer in unser Gedächtnis brennen wird, das haben wir meines Erachtens geldgierigen, nach Ruhm lechzenden Veranstaltern und Politikern zu verdanken.

Ein Gelände, das für 300 000 Personen ausgelegt ist, soll eine Party beherbergen, die in den vergangenen Jahren jeweils rund 1,5 Millionen Menschen anzog? Dass das nicht gut gehen kann, haben sich viele Experten bereits im Voraus ausgerechnet. Und die Verantwortlichen gewarnt. Ausdrücklich!

Deren Ignoranz ist es zuzuschreiben, dass Deutschland von Fassungslosigkeit geprägt ist. Viele trauern um die 19 Opfer einer Massenpanik, die hätte vermieden werden können. Ich selbst habe die Party live im WDR verfolgt und konnte erst nicht begreifen, warum die Moderatoren plötzlich so ruhig wurden. Während sie versuchten, den Zuschauern die Tragödie begreifbar zu machen, feierten Zehntausende weiter – gänzlich ahnungslos darüber, was wenige Meter entfernt am einzigen Zugang zum Gelände geschehen war.

Schwer zu begreifen ist für mich die Reaktion der Verantwortlichen. Keine Entschuldigung, keine Reue. Ich wünsche mir für die Angehörigen, dass jeder der Schuldigen, egal ob Politiker oder Organisator, seine gerechte Strafe erhält. Schlupflöcher darf und kann es in diesem Fall nicht geben!

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Samstag, 17. April 2010 von Zora Bombach

Der Schein trügt

Kürzlich habe ich im Internet etwas entdeckt, das mich aufatmen ließ – aber auch erst einmal richtig geärgert hat. Denn Britney Spears, das glücklose Popsternchen, hatte sich mal wieder ablichten lassen. Im knallpinken Bikini steht sie da, und präsentiert ihre Rückansicht – natürlich mit Knack-Hintern, schmaler Taille und jugendlichen Waden. „Mensch“, dachte ich mir, „warum siehst du nicht so aus?!“.

Über einen Klick gelangte ich dann zum nächsten Foto. Das hatte Spears wenige Tage später veröffentlichen lassen. Es zeigt sie im selben Bikini und selber Pose – das Bild aber ist diesmal unretouchiert. Und siehe da: Miss Spears hat einen Hänge-Popo, Orangenhaut und „Krautstampfer“. Mutig, sich so ablichten zu lassen, finde ich. Und vorbildhaft. „So will ich Frauen den Druck nehmen, perfekt auszusehen“, erklärt Spears die Aktion. Mir jedenfalls hilft das ein wenig. Nur den Sport, den ich mir vorgenommen habe zu treiben, den erspart mir ihr Foto leider nicht. . .

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Donnerstag, 4. Februar 2010 von Zora Bombach

Schein oder nicht Schein,. . .

Vor einigen Wochen hat der französische Abgeordnete Louis Giscard d'Estaing eine Initiative gestartet, die dem Vorbild des US-Dollars nacheifert: Giscard d'Estaing forderte, einen Ein-Euro-Schein einzuführen. Der Schein „würde die internationale Stellung des Euro stärken“, glaubt er.

In etlichen Internetforen wurde diese Idee in den folgenden Tagen heiß diskutiert. Manche träumen von federleichten Geldbörsen. Andere befürchten, dass der Zigarettenkauf kompliziert werden könnte: Wie sollen sie in Zukunft ihre Glimmstängel bezahlen, wenn der Automat den Schein nicht annimmt? Und einer der Schreiberlinge sieht es von der psychologischen Seite: „Mit Scheinchen fühle ich mich reicher“, sagt er. Kann in Zeiten der Krise ja nicht schaden, oder?

Ach ja, da war was. . . die Finanzkrise. Bei all den Diskussionen über die Frage, ob's gefällt oder nicht, scheinen viele vergessen zu haben, dass das ganze ja GELD kostet. Schein oder nicht Schein ist also nicht die Frage. Sondern: Hat die EU nicht andere (Geld-)Sorgen? Gott sei Dank hat die Europäische Zentralbank den Ein-Euro-Schein abgelehnt.

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Mittwoch, 27. Januar 2010 von Zora Bombach

So ein Zufall!

In meiner leichten Baumwollhose und dem Trägertop friere ich. Während riesige verglaste Fassaden und die Dächer der Bangkoker Skyline an den Fenstern des „Skytrain“ vorbeiziehen, wickle ich mir meinen Schal um den Hals. Es ist mir ein Rätsel, wie es die Hitze-verwöhnten Thais in dieser fahrenden Kühltruhe aushalten.

Mein Nebensitzer, ein Thai so um die 60, reißt mich aus meinen Gedanken. „Wo kommen sie her?“, fragt er mich in gutem Englisch. „Aus Deutschland...“, antworte ich. „Wirklich? Da war ich mal, das ist erst drei Jahre her.“ So ein Zufall! Wir müssen beide lächeln. Mein Nebensitzer schwärmt mir dann von Hamburg und Berlin vor. „Soooo schön“ sei es da. Die Reste der Mauer haben es ihm besonders angetan. „Da liegt soviel Geschichte in der Luft“, findet er.

Begeistert ist er vom Schwarzwald, den er aber selbst noch nie besucht hat. Als ich ihm erzähle, dass ich nicht weit davon lebe, ist er völlig aus dem Häuschen. Er möchte hören, wie es im Winter aussieht und ob es dort gerade sehr kalt ist. Als wir an der gleichen Station aussteigen, würde er am Liebsten sofort ins Flugzeug nach Deutschland steigen. Er lacht zufrieden und verabschiedet sich von mir mit einem traditionellen „Wai“, einer Verbeugung mit vor dem Kinn gefalteten Händen. Kaum habe ich zurückgelächelt, ist er schon im samstäglichen Gewusel shoppingverrückter Thais verschwunden.

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