Freitag, 27. Mai 2011 von Rolf Bitzer

Vorsicht Raubritter!

Mit auf Autos gerichtete Blitze lassen sich glänzende Geschäfte erzielen. In kommunalen Haushalten tauchen die Einnahmen bekanntlich bereits im Voraus in den Haushaltsplänen auf, weil man darauf vertraut, dass man die „Raser“ erwischt, egal mit welchen Methoden. Und auch die privaten „Blitzer-Firmen“, die im behördlichen Auftrag die Geschwindigkeitskontrollen durchführen, scheinen profitabel, egal ob umsatzabhängig oder auf pauschaler Basis.

Wie sich das Ganze steuern lässt, gab unser Landrat zum Besten. Mit Kontrollen an exponierten Stellen ließen sich die Gewinne steigern. Man wolle jedoch präventiv wirken und nicht die Raubritter spielen. So leuchtet Geschwindigkeitsüberwachung ein und in diesem Rahmen wird man auch nicht auf Kontrollen verzichten können, besonders an neuralgischen Punkten, beispielsweise in der Nähe von Kindergärten.

Doch offenbar liegen zwischen populistischer Theorie und der Realität Welten, beziehungsweise kann oder will man solchen Überlegungen auf Kreisebene in manchen Städten im Kreis nicht folgen. In Albstadt jedenfalls wird munter geblitzt, beispielsweise ein paar Meter vor dem Schild Richtung Ortsausgang. Keine Häuser in der Nähe, kein Gefahrenpunkt – dafür eine für die reine Abzocke prädestinierte Stelle. Den Worten des Landrats folgend, lauern in der Großen Kreisstadt Albstadt die Raubritter.

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Donnerstag, 24. Februar 2011 von Rolf Bitzer

Wieder einmal „Albstadt-Kälte“

Dass die Temperaturen nachts mit knapp über - 10 Grad Celsius wieder in den zweistelligen Minusbereich fallen, konnte man in den letzten beiden Nächten und Morgenstunden verspüren. Von „Russland-Kälte“ schreibt die große deutsche Tageszeitung mit den vier Buchstaben. Eigentlich nicht ganz richtig, korrekt wäre „Albstadt-Kälte“. Während nämlich gestern Vormittag gegen 8 Uhr mitteleuropäischer Zeit Moskau gerade mal -17 Grad, Murmansk schlappe -16 Grad, St.Petersburg immerhin -21 Grad und Novosibirsk immerhin -24 Grad vermelden konnte, hatte die Firma Meteomedia wieder einmal ganz andere Rekordwerte zu bieten. In der Auflistung der Wetterstationen fand man die „Doline Degerfeld“ mit -26,7 Grad, an anderer Stelle sogar aufgerundet mit -27 Grad. Albstadts Kältepol musste sich damit nur einer weiteren Meteomedia-Mogelstation, dem Funtensee geschlagen geben, wo über -30 Grad gemessen wurden. Werte, auf die man bekanntlich nur durch entsprechende Standortwahl und undurchsichtige, nicht standardisierte Messmethoden kommt.

Damit Albstadt nicht dauerhaft zum Kühlschrank der Nation wird, hat sich die Albstädter Stadtverwaltung mit Meteomedia darauf verständigt, die Station „Doline Degerfeld“ zu benennen und nicht wie früher „Albstadt-Degerfeld“. Sehr eigenartig, dass bei den Wetternachrichten am Dienstagabend im Ersten wieder „Albstadt-Degerfeld“ über den Bildschirm flimmerte. Noch eigenartiger: Albstadts Oberbürgermeister Dr. Gneveckow und sein für die Albstädter Wetterstationen-Vielfalt zuständiger persönlicher Referent werden gelinde gesagt bei Kachelsmann Wetterfirma nicht für ernst genommen!

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Freitag, 10. Dezember 2010 von Rolf Bitzer

Engpass Straße

Früher war man stolz auf schöne breite Straßen, auf denen innerorts auch bei einem parkenden Fahrzeug oder einem haltenden Bus der Verkehr nicht gleich ins Stocken geriet. Doch muss Bewährtes nicht den Stempel der Unendlichkeit tragen, bereits vor Jahren galt es auf einmal als schick, Straßen zu verschmälern, teils mit aufwendigen baulichen Maßnahmen oder wenn dafür das Geld nicht reicht, stellt man einfach Blumenkübel oder sonstige Hindernisse auf die Fahrbahnen.

Über die damit verbundene Zielvorstellung hüllt man sich meist ins Schweigen, unter dem Deckmäntelchen Sicherheit lässt sich ja viel verkaufen. Was hatten beispielsweise Tailfingen und Truchtelfingen früher für eine Hauptdurchgangsstraße, die durchaus dem Verkehrsaufkommen gerecht wurde und die weder früher noch heute als Rennstrecke dient. Und vor allem war es auch im Winter möglich, diese Straßen meist problemlos zu befahren, trotz Schneehäufen am Straßenrand. Doch bereits die ersten starken Schneefälle in diesem Jahr haben gezeigt, wie eng es auch auf Hauptstraßen hergehen kann. Ein haltender Linienbus, schon staut sich zu Hauptverkehrszeiten der Verkehr, bei der Albstädter Kreisverkehrdichte nicht selten zurück bis in einen Kreisel. Kaum vorstellbar, wäre der Dauerregen der letzten Tage als Schnee nieder gegangen. Doch auch dann würden die Verantwortlichen die Augen wohl lieber zu als aufmachen und Autofahrer und Räumkräfte hätten noch mehr Probleme. Doch warten wir ab, der nächste Schnee kommt bestimmt.

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Freitag, 22. Oktober 2010 von Rolf Bitzer

Leberkäsweckle

Wie wär’s, mal einer kleinen kulinarischen Köstlichkeit einen Eintrag ins Tagebuch zu widmen, dem Leberkäsweckle (hochdeutsch: Mit warmem Fleischkäse belegtes Brötchen). Manchem läuft beim bloßen Gedanken an ein Leberkäsweckle das Wasser im Munde zusammen, während Gesundheitsgurus und Kalorienzählern eher die Haare zu Berge stehen.

Im Kreis der Leberkäsweckle-Anbieter gibt es manche, denen ein Grinsen im Gesicht steht, wenn sie „Lkw“ hören und dabei an keinen Lastwagen, sondern nur an klingende Kassen denken. Preisspannen mit 60 bis 70 Prozent sind im „Lkw-Geschäft“ keine Seltenheit. Und die teuersten Leberkäsweckle müssen keinesfalls die besten sein.

Leberkäsweckle-Freunde kennen die beiden verbreitetsten Verkaufsstrategien. Wohl um keinen Cent zu verschenken, wird in vielen Metzgereien der Leberkäse zeitaufwendig aufs Gramm gewogen und dann aufs Weckle gelegt. Im Bäckerhandwerk steht gerne ein Festpreis auf der Tafel, bei dem der Kunde allenfalls hoffen kann, dass dem Preis entsprechend auch entsprechend Fleischkäse auf dem Weckle liegen wird.

Welche Freude, wenn es immer noch Metzger und sonstige Anbieter gibt, bei denen das gut belegte Leberkäsweckle kompromisslos einen Euro kostet. Wenn dann auch noch die Qualität stimmt, ist die Leberkäsweckle-Welt doch in Ordnung.

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Donnerstag, 25. März 2010 von Rolf Bitzer

Vorsicht Radfahrer!

Keine Sorge – es geht nicht um Vorurteile gegenüber den Sportsfreunden auf ihren Drahteseln. Doch wenn man den ein oder anderen Pedalisten so fahren sieht, fragt man sich tatsächlich, was in den Köpfen unter den Fahrradhelmen wohl so vor sich geht, wenn auf der schmalen Landstraße, in wenigen Metern Abstand zum Radweg gestrampelt wird, hinter einem sich der Verkehr staut und Lastwagenfahrer beim passieren bemüht sind, ausreichend Abstand zu halten.

Das Wetter bringt es mit sich, dass nun auch verstärkt wieder Rad gefahren wird, am meisten zu beobachten auf den Straßen. Radwege, von denen es in und rund um Albstadt ja nicht gerade wenig gibt, überlassen nicht wenige Radfahrer den Walkern und Spaziergängern. Ganz krass ist die Situation, wenn beispielsweise wie derzeit der Verkehr der B 463 umgeleitet wird und über die Landstraße vom badkap über Margrethausen nach Lautlingen geführt wird. Man könnte meinen, dass selbst ein Blinder das veränderte Verkehrsaufkommen registriert, kaum nachvollziehbar, warum es nicht auch ein Radfahrer bemerken.

Glücklicherweise kam es noch zu keinem Unfall, daher sollen diese Zeilen einfach zum Nachdenken animieren, nicht mehr und nicht weniger. Und vielleicht könnten manche Radfahrer auch die Frage mit einbeziehen, mit welchem Risikofaktor es verbunden ist, abends ohne Beleuchtung auf den Straßen unterwegs zu sein.

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Radweg oder Rad weg?

Lieber Herr Blitz,
ob sie es glauben oder nicht, es gibt tatsächlich vernünftige Gründe, Radwege zu meiden und die Fahrbahn zu nutzen. Seien es die erhöhte Unfallgefahr auf Radwegen (insbesondere, aber nicht nur an den Knotenpunkten mit der Fahrbahn), die seltsame und umständliche Verkehrsführung auf Radwegen oder einfach im Vergleich miserable Zustand von Radwegen. Auch dass ganz selbstverständlich Walker und Spaziergänger als Radwegbenutzer genannt werden, zeigt, dass Radwege nicht wirklich Radwege sondern Allzweckwege sind, auf denen man alles kann – außer vernünftig Rad fahren.

Radwege sind – und offenbar gestehen Sie das zumindest teilweise zu – keine Wege für Radfahrer sondern dienen dem "Rad weg". Radfahrer sind aber nun einmal Verkehrsteilnehmer und müssen sich nicht vor dem "richtigen" Verkehr auf minderwertige Wege verkriechen.

Einzig beim Thema Licht muss ich Ihnen recht geben. Das sollte funktionieren und wenn nötig benutzt werden. (Beides gilt übrigens auch für Autos.)

Andreas Kramer am 26.03.2010 08:22:57

Ups

Es sollte natürlich Herr Blitz*er* heißen.

Andreas Kramer am 26.03.2010 08:24:52

Ich schaffe es noch ...

Bitzer

Andreas Kramer am 26.03.2010 08:26:19
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