Freitag, 27. April 2018 von Matthias Zahner

Alles nur ?Zufall?

So richtig wohl habe ich mich neulich nicht mehr gefühlt: Ein gesponserter Facebook-Post eines Bezahlfernsehsenders tauchte auf meiner Timeline auf. Eigentlich nichts Ungewöhnliches und auch kein Grund zur Sorge – eigentlich. Die Tatsachte, dass ich kurz zuvor mit einem Freund im Facebook-Chat darüber diskutiert hatte, ob ich einen Tageszugang für den TV-Sender buchen soll, um das Champions-League-Halbfinale zwischen Liverpool und Rom anzuschauen, erweckte ein mulmiges Gefühl in mir. Alles nur Zufall? Nach den Facebook-Enthüllungen der vergangenen Wochen eher nicht. Bereits im Sommer war die „soziale“ Plattform in der Kritik. Der Vorwurf: Facebook höre Telefonate seiner Nutzer ab und platziere entsprechende Produktwerbung in deren Timeline. Der Milliarden-Konzern stritt die Anschuldigung selbstredend ab. Konsequenzen zog ich damals nicht, es betraf ja andere. Die Facebook-App blieb auf meinem Smartphone. Ist ja schließlich wichtig, über so viele Kanäle wie möglich erreichbar zu sein. Aber an diesem Champions-League-Tag hatte es auch mich erwischt – ausspioniert, mitgelesen. Bitter und beängstigend, aber wohl erneut ohne Konsequenzen für meine Facebook-Mitgliedschaft.

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Donnerstag, 26. April 2018 von Rosalinde Conzelmann

Hausstand ist wieder komplett

Seit einigen Jahren schon ist ein Igel regelmäßiger Gast in unserem Garten. Im vergangenen Herbst haben wir ihn aber dann nicht mehr gesehen. Am Dienstagabend nun gab es eine schöne Überraschung: Meine beiden Katzen liefen aufgeregt durch die Beete, die Schnüffelnase am Boden. Den Grund dafür entdeckte ich dann beim genauen Hinschauen: Mama oder Papa Igel ist wieder da. Kugelrund blinzelte er oder sie mich ganz frech an, um dann unter den Tulpenblättern unterzutauchen. Ich stellte dann noch ein Schälchen mit Katzenfutter raus – ein kleiner Willkommensgruß für unseren alten, neuen Hausgenossen. Ich hoffe, dass er es dann auch war, der das Schälchen leer geschlabbert hat. Jetzt bin ich gespannt, ob er oder sie Lust auf eine Familiengründung hat.

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Mittwoch, 25. April 2018 von Gudrun Stoll

Glückshormone und Pollenflug

Herz, was begehrst du mehr? Der nasskalte und lange Winter ist endlich überstanden. Die Sonne weckt die Lebensgeister. Körper und Seele erwachen aus dem Ruhemodus. Das Wochenende konnten selbst die Älbler bis in die Abendstunden auf der Terrasse ausklingen lassen. Der launische April kann auch ganz anders: Es gab schon Jahre, da lag um diese Zeit noch eine zentimeterhohe Schneeschicht im Garten.

Doch erfreuen wir uns lieber an den warmen Sonnenstrahlen und den Glückshormonen, die der Körper durch die stärkere Lichteinstrahlung im Frühjahr ausschüttet. Die ersten Cabrios sind unterwegs, die Mountainbiker quälen sich über Kuppen, durch Kurven und Kehren, um Kondition zu tanken für die Sportevents des Sommers.

Auch die Natur schlägt Purzelbäume. Fröhliches Vogelgezwitscher läutet jeden neuen Morgen ein, die Blumen setzen auf Wiesen und in Beeten bunte Tupfer. Sträucher und Bäume treiben ihre Blüten aus, entfalten eine regelrechte Farbexplosion in strahlendem Weiß, zartem Rosa und kräftigem Purpur.

Nix wie raus, lautet die Devise. Nur zwei Wermutstropfen mischen sich in die Aufbruchstimmung: Wo Pollen fliegen, gedeiht auch der Heuschnupfen. Und selten noch habe ich erlebt, dass Blütenstaub so zäh auf der Windschutzscheibe des Autos klebt wie in diesem Jahr.

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Dienstag, 24. April 2018 von Klaus Irion

Bitte weiterhin familiär bleiben

Zu wenig, das ist alles zu wenig.“ Der Besucher des Fußball-Oberliga-Derbys zwischen der TSG Balingen und dem SSV Reutlingen war nicht zu bremsen. Er meinte damit aber nicht die Leistung der Reutlinger, die vergangenen Freitag anerkennen mussten, dass die TSG derzeit das fußballerische Maß aller Dinge in der Region ist. Er beschimpfte eine TSG-Helferin, die an der Bonkasse für Speis und Trank ihren Dienst verrichtete und auf den nicht alltäglichen Ansturm – statt der üblichen 600 Zuschauer waren viermal so viel vor Ort – mit Gelassenheit reagiert hatte. Zumindest bis der völlig unflätige Stadionbesucher kam. Nach einer Schrecksekunde wies sie ihn zurecht in die Schranken. Liebe TSG-Verantwortliche: Bleibt bitte auch im Falle des Regionalligaaufstiegs so familiär wie bisher. Und wem das nicht passt, der soll auf seine Stadionwurst verzichten oder besser gleich ganz zu Hause bleiben.

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Donnerstag, 19. April 2018 von Gudrun Stoll

Quoten im Alltagstest

W ie steht's um die Gleichberechtigung? Die Politik macht gerade eine Rolle rückwärts: Im neuen Bundestag ist der Frauenanteil so niedrig wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr. Er liegt bei 30,9 Prozent. In Baden-Württemberg haben vor wenigen Tagen die CDU-Bezirksverbände ihre Kandidaten für die Europawahl 2019 aufgestellt. Die vier aussichtsreichsten Plätze der Landesliste besetzen Männer. Erst auf Platz fünf, der kein sicheres Mandat garantiert, folgt eine Frau . Wie es die anderen Parteien mit dem Fokus auf Frauen halten – wir werden es erfahren, sobald nominiert wird.

Eine verkehrte Welt begegnet uns im Alltag. Am Wochenende wurde in Bitz der Bewegungspass als kreisweites Pilotprojekt vorgestellt. Bei der Premiere glänzten die Frauen mit einer Quote von 100 Prozent. Lehrerinnen, Erzieherinnen und Übungsleiterinnen der Turnvereine haben sich weitergebildet, um Kindern die Freude an Sport und Bewegung zu vermitteln. Damit diese gesund aufwachsen. Doch wir benötigen auch Männer, die außerhalb der Familie mitmischen in der Erziehung. Vor allem Jungs brauchen männliche, zeitgemäße Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Wenn man so will, Förderväter. Die gesellschaftspolitische Aufgabe, den Mädchen bessere Chancen in Schule und Beruf zu verschaffen, ist längst in Angriff genommen. Sie schreiben bessere Schulnoten, machen häufiger Abitur und stoßen längst auch in Domänen vor, die vor Jahren noch ein Tabu waren. Mittlerweile 123 der insgesamt 691 Jungfeuerwehrleute im Zollernalbkreis sind weiblich. Im Nachbarkreis Sigmaringen liegt die Zahl bei 150 Mädchen und 550 Jungs.

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