Freitag, 30. Januar 2009

Warten auf den Frühling

Er ist schon spürbar, der kommende Frühling und er ist auch hörbar, denn morgens, wenn ich das Haus verlasse, zwitschern die Vögel bereits ohne Unterlass. Was mich eigentlich bedenklich stimmt, denn so früh im Jahr sollten sie doch noch gar nicht wieder aus den Winterquartieren zurück sein. Und doch macht dieses morgendliche Vogelkonzert Mut, auf den Frühling zu warten. Die Aussicht, nicht mehr eingemummelt und mit kalten Händen und Füßen durch die Gegend stapfen zu müssen, nicht mehr Schnee schieben zu müssen, nicht mehr Gefahr zu laufen, auf eisiger Strecke auszurutschen, stimmt einen froh. Die Aussicht, bald wieder die Laufschuhe anzuziehen und bei Tageslicht ein paar Runden zu drehen oder sich auf das Fahrrad zu schwingen und sich den milden Wind um die Nase wehen zu lassen, ist erbaulich. Die Aussicht, sich wieder regelmäßig und mit Lust an der frischen Luft bewegen zu dürfen, lässt die Vorfreude auf den wiederkehrenden Frühling noch größer werden.

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Donnerstag, 29. Januar 2009

Was für ein Unsinn!

Haben Sie schon vom neuesten Bürokratie-Streich aus Brüssel gehört? Die „Experten“ der EU-Kommission haben nämlich entdeckt, dass im deutschen Vollkornbrot zu viel Salz enthalten ist. Hintergrund dieser neuerlichen Absurdität ist eine EU-Verordnung, die Schluss machen will mit irreführenden Werbeslogans auf unseren Lebensmitteln.

Und das heißt für unser gutes, nährstoffreiches deutsches Brot, dass die Bäcker nicht mehr auf seine gesunden Ballaststoffe hinweisen dürfen, wenn ein bestimmter Grenzwert an Salz überschritten ist. Dabei geht es übrigens um sechs Gramm.

In einem leckeren Vollkornbrot sind in der Regel 14 bis 16 Gramm Salz, ein italienisches Weißbrot enthält nur sechs Gramm. Und genau so schmeckt es auch. Nach nichts! Noch schlimmer ist amerikanisches Toastbrot. Pappig und nahezu ungenießbar.

Aber nach EU-Meinung gesünder als das herzhafte Vollkornbrot, das, wenn man der Brüssler „Geschmackspolizei“ glauben soll, bei dauerhaftem Genuss zu Gesundheitsschäden führen kann. Gott sei Dank, nehmen die Deutschen die „EU-Bürokraten und ihre „Schnapsideen“ nicht allzu ernst und lassen sich den Appetit auf ihr Körnerbrot nicht verderben, während in Brüssel weiter munter Steuergelder für neue, ebenso „unsinnige“ Verordnungen und Gesetze verplempert werden.

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Mittwoch, 28. Januar 2009

Menschliche Maschinen

Vor exakt 40 Jahren brachte das Folk-Duo „Zager und Evans“ ihr Lied „In the year 2525“ auf den Markt. Es handelt vom Ende der Menschen als selbst bestimmende Wesen. Von Armen und Beinen, die verkümmern, weil sie nichts mehr zu tun haben.

Von Maschinen, die den Menschen die tägliche Arbeit abgenommen haben. Erst kürzlich hat ein renommierter Wissenschaftler dieses düstere Zukunfts-Szenario nachgezeichnet, davor gewarnt, dass die künstliche Intelligenz dem Menschen schon bald überlegen sein könnte. So ein Schmarrn, war ich spontan geneigt zu sagen. Komme dann aber doch ins Grübeln, als mir der „Outlook-Terminplaner“ am Morgen nach einer Gemeinderatssitzung – vorwurfsvoll? – mitteilt, dass die Sitzung bereits vor 16 Stunden begonnen hat. Was will mir die Maschine damit sagen? Vielleicht: Fahr doch mal in die Stadthalle und schau nach, ob sich eine Ratsminderheit in der amerikanischen Tradition des „Filibustern“, also der Endlos-Rede übt, um den einen oder anderen Entnervten der Mehrheitsgruppe vielleicht doch noch umzustimmen.

Diesen absurden Gedanken gerade wegschiebend, meldet mein neues Handy per SMS, dass ich nun als Dankeschön für die Vertragsverlängerung die neueste Version von „Wer wird Millionär“ herunterladen darf. Gut denke ich, mache ich vielleicht demnächst einmal und drücke die SMS weg. Keine 30 Sekunden später piepst es wieder und mein Handy lässt ausrichten, dass ich vergessen habe, „Wer wird Millionär“ herunterzuladen.

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Dienstag, 27. Januar 2009

Alter ist eine relative Sache

Das Leben und sein kleines Geschwisterchen, das Schicksal, sind manchmal ja ein gnadenloses Duo. Sie wiegen lange in Sicherheit, um dann umso gezielter zuzuschlagen. Diplomatie, das hat schon jeder von uns gemerkt, ist ihre Sache nun wirklich nicht.

So sinnierte ich erst kürzlich anlässlich eines Artikels in einem sogenannten „Lifestyle“-Magazin über mein fortschreitendes Alter. Männer ab 40 Jahren, war dort zu lesen, steuerten oft zielstrebig in eine tiefe Midlife-Crisis, in der sie dann die unsinnigsten Dinge täten, um dem vermeintlichen Alter entgegenzusteuern. Einen Porsche kaufen beispielsweise, oder sich fünf Geliebte anlachen.

Da mein Geldbeutel etwas gegen den Porsche sowie meine Frau etwas gegen fünf Geliebte hätte, beschloss ich, es mit noch mehr Sport, einer Intensivdiät und dem Bewusstsein zu versuchen, dass 40 ja noch fast minderjährig sei. Am nächsten Morgen flatterte mir dann wie bestellt ein wirklich sehr freundliches Schreiben eines Vereins, bei dem ich Mitglied bin, ins Haus. Dort wurde mir, als Dank für meine Unterstützung, ein Gutschein für drei Monate kostenloser Teilnahme an der Seniorengymnastik beigelegt. Was kostet denn so ein Porsche?

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Samstag, 24. Januar 2009

In Australien ist Sommer

Dunkelheit, Kälte, Schneematsch, Schnupfengefahr – der Winter ist nicht meine Jahreszeit. Meistens ist der Himmel grau, viel zu oft bläst einem ein eisiger Wind ins Gesicht. Und die Tage sind einfach zu kurz. In Australien ist jetzt Sommer. Aber deswegen auswandern? Nein, lieber doch nicht. Stattdessen – habe ich irgendwo gelesen – sollte man sich die kalten Tage so gemütlich wie möglich machen. Sich an den langen Abenden aufs Sofa kuscheln und lesen. Endlich mal wieder die Lieblings-CD hören. Die Briefe schreiben, die man schon im letzten Sommer schreiben wollte.

Den Papierstapel ordnen, der sich auf dem heimischen Schreibtisch angesammelt hat... Das Wichtigste aber ist wohl: Die „Winterpause“, die uns die Natur vorgibt, so gut wie möglich zu genießen. Hektisch wird's schließlich wieder von ganz allein. Wenn man in den Sommermonaten ständig auf Achse ist, weil man ja nicht zur Ruhe kommen kann, bevor es draußen dunkel wird.

Und dann, das weiß ich jetzt schon sicher, werde ich mich wieder nach ihnen sehnen – den langen Winterabenden, an denen man zum süßen Nichtstun verdonnert ist...

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