Donnerstag, 18. Dezember 2008

Auch das ist Weihnachten

Ich konnte mir das Lachen nicht verkneifen, als eine Bekannte mir im Sommer erzählt hat, sie habe in der Toskana das Weihnachtsgeschenk für ihren Freund gekauft. Jetzt kann sie triumphieren, denn sie ist „versorgt“, während ich und wohl viele andere auch noch die Läden abklappern müssen. Doch trotz Stress, gepaart mit der Vorfreude auf besinnliche Tage, sollten wir die Augen nicht verschließen vor dem Elend und Leid. Ich denke dabei nicht nur an die Opfer von Krieg und Gewalt, zum Beispiel im Irak, in Afghanistan oder im Kongo. Schreckensmeldungen gibt es auch bei uns zuhauf. So Anfang der Woche, als eine Frau ihr Kind in den Neckar gestoßen hat. Oder der Rentner, der so schlimm verprügelt worden ist, dass er an den inneren Verletzungen verstarb. Was müssen diese Angehörigen jetzt durchmachen? Kurz vor dem Fest der Feste bleiben auch im persönlichen Umfeld Hiobsbotschaften nicht aus, wie etwa die Diagnose einer schweren Krankheit oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Eine stille Umarmung, ein Anruf, ein Brief, ein Gebet, mit diesen Menschen mitfühlen – auch das ist eine Form von Weihnachten, vielleicht mit die wichtigste.

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Mittwoch, 17. Dezember 2008

Nikolaus' Nachname

Meine dreijährige Nichte Antonia besucht seit kurzem den Kindergarten. Neulich bekam sie dort Besuch vom Nikolaus.

Er sei lieb gewesen, bestätigte die Dreijährige. Außerdem habe Nikolaus einen großen Sack dabei gehabt. In diesem seien natürlich keine Kinder verschwunden, beteuerte sie. Dafür sei der Sack gefüllt gewesen mit Geschenken. Ja, sie habe ein Päckchen bekommen. Ob sie denn brav gewesen sei, fragte ich. Sonst wäre sie doch von Knecht Ruprecht mitgenommen worden, erklärte meine Nichte.

Um keine Antwort war sie verlegen, das aufgeweckte Mädchen. Aber der Onkel wollte seine Nichte auch mal aufs Glatteis führen. Ich stellte die ultimative Frage – und erhielt die ultimative Antwort. Ob sie denn wisse, wie der Nikolaus mit Nachnamen heiße, so die Frage. Ein fragender Blick, ein kurzes Stirnrunzeln – dann hatte die Dreijährige die Antwort parat: „Sankt!“

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Freitag, 12. Dezember 2008

Eiskalt erwischt

Vielleicht hatte der englische Premierminister Winston Churchill ja doch recht, als er auf die Frage, wie er denn gesund bleibe, antwortete: „No Sports - kein Sport“. Nun mit Sport im direkten Sinne hatte meine aktuelle Schniefnase ja auch nicht wirklich was zu tun, sondern mit der im Schwabenland so notwendigen, Pflicht des Schneeräumens auf dem Gehweg. Aussuchen kann man sich das Wetter und die Zeit bei dieser Pflichtaufgabe nicht, denn sie muss zu bestimmter Zeit getan sein. Als Bewohner eines Eckgrundstückes kommt man dabei auch schon mal ins Schwitzen, ob der Länge des zu räumenden Gehwegs. Nun soll ja schweißtreibende Betätigung an der frischen Luft der Gesundheit im Allgemeinen zuträglich sein. Doch die Sache hat, wie ich feststellen konnte, einen Haken.

Kommt nämlich ein kalter Wind hinzu, der einem um den Kopf und Hals bläst, steigt das Risiko einer Verkühlung, der Vorstufe zur Erkältung. Und genau da hat es mich eiskalt erwischt und am Tag darauf waren Hals und Nase dicht. Also leide ich männertypisch vor mich hin, gehe dann aber trotzdem am Montag wieder zur Arbeit. Gegen jeden gesunden Menschenverstand und gegen die Gesundheit der Kolleginnen und Kollegen.

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Donnerstag, 11. Dezember 2008

Eine Frage, viele Antworten

„Was ist Glück? “ Eine Frage, die viele Antworten zulässt, denn für jeden bedeutet Glück etwas anderes. „Glück ist ein hübsches Bankkonto, eine gute Köchin und eine tadellose Verdauung“, kommt der Philosoph Jean-Jacques Rousseau vor über 300 Jahren zu dieser durchaus simplen Erkenntnis. „Es gibt keinen Weg zum Glück. Das Glück ist der Weg“ sagt Buddha, 560-480 v. Chr., Begründer des Buddhismus. Der Arzt und Theologe Albert Schweizer, der 1875 bis 1965 lebte, sieht es ganz im Sinne der Nächstenliebe: „Das Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt, wenn man es teilt.“ „Das größte Glück ist die Gesundheit“ bekommen wir Jüngeren oft von der älteren Generation zu hören. Oder ist doch nur die Liebe die einzig Seligmachende? Viele Ansichten, keine falschen Antworten.

Für uns heute hat das Glück viele Gesichter: Ein ehrgeiziger Manager sucht vielfach das Glück im beruflichen Erfolg, strebt nach Materiellem, ein Hartz IV-Empfänger wünscht sich nichts sehnlicher als ein Zurück in die Arbeitswelt und junge Eltern sind glücklich, wenn sie ihr gesundes Kind in den Arm halten. Es gibt auf die Frage nach dem persönlichen Glück keine pauschale Antwort. Es bleibt aber eine Erkenntnis: Neid ist der Gegenspieler jeglichen Glücksgefühl. Wenn wir uns nicht freuen können über das Glück der anderen, wird es einen großen Bogen um uns machen.

Wir verschwenden unsere kostbare Zeit mit der neidvollen Betrachtung des anscheinend so glücklichen „Nachbarn“ anstatt uns am Leben zu erfreuen. Selber schuld, sage ich da nur.

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Mittwoch, 10. Dezember 2008

Regiert wird in Karlsruhe, ja?

Und – was halten Sie vom Urteil zur Pendlerpauschale? Darf ich ehrlich sein: Ein Skandal – im doppelten Sinne. Das Rechtsempfinden unserer Regierenden war sicherlich nicht ganz falsch, als sie auf ihrer Suche nach neuen Einnahmequellen das Potenzial der Entfernungspauschale ihrer Arbeitnehmer entdeckten: Weshalb sollte der Daimler-Mitarbeiter von der Alb seine Fahrtkosten in voller Höhe geltend machen können, während Vater Staat gleichzeitig Hilfen zu Spitzenmieten der Stuttgarter Kollegen verweigert?

Der eigentliche Skandal des gestrigen Urteils aber ist doch die höchstrichterlich bestätigte Tatsache, dass unsere hoch dotierten Regierenden zum wiederholten Male ganz bewußt einen rechtswidrigen Zustand herstellten, Menschen in einen dreijährigen, rechtsunsicheren Raum drängten - weil ihnen in ihrem hilflosen Streben, dem selbst verursachten Finanzdesaster noch einigermaßen Herr werden zu können, mittlerweile jedes Mittel willkommen ist. Ob Pendlerpauschale oder Erbschaftssteuer – Wer derart leichtfertig seine Regierungsverantwortung nach Karlsruhe verweist, wird sich bald die Frage nach eigener Rechtfertigung gefallen lassen müssen. Womöglich soll Karlsruhe auch Antwort auf das gewagte steuerfreie Vererben jedweder eigener Wohnimmobilie, egal wie teuer, geben . . .

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