Samstag, 27. Dezember 2008

Stille Nacht am 31. Dezember

Was machst du eigentlich an Silvester? Alle Jahre wieder stellt sich diese Frage. Manch ein Zeitgenosse schreibt schon Anfang Dezember Rundmails und erörtert die aktuelle Silvesterparty-Lage. Andere dagegen lassen es auf sich zukommen – denn eines ist klar, die Silvesternacht kommt, ob man will oder nicht. Spätestens dann, wenn alle Geschenke verteilt und die letzten Plätzchenkrümel aufgegessen sind, drängt die Jahresausklangs-Planung immer heftiger. Kaum ist also der Stress aus der Vorweihnachtszeit über die Feiertage etwas abgeklungen, geht der Trubel schon wieder von Neuem los: Wer feiert mit wem? Wo steigt die beste Silvesterparty? Wie viele Böller und Raketen braucht man, um das Privatfeuerwerk des Nachbarn zu übertrumpfen? Und, nicht zu vergessen, wie in aller Welt soll man am Neujahrstag mit schwerem Kopf und dicken Augen positiv ins neue Jahr starten? Stress, der eigentlich nicht sein müsste. Ich für meinen Teil klinke mich 2008 aus dieser Hektik einfach aus. Den letzten Abend dieses Jahres verbringe ich ganz geruhsam, still und partyfern. Das mag vielleicht langweilig klingen, wird aber garantiert ein ungemein erholsamer Start ins neue Jahr – ohne Kater und Partyleichen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen einen guten Rutsch ins Jahr 2009.

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Mittwoch, 24. Dezember 2008

Auf Heu und auf Stroh

„Da liegt es, das Kindlein, auf Heu und auf Stroh“ – so heißt es in dem Kinderlied, das uns seit frühester Kindheit an Weihnachten begleitet. Was vordergründig so idyllisch daher kommt, ist eigentlich erschreckend und zeugt von den Umständen, in denen das Christkind geboren wurde. In einem von Unruhen zerrissenen und von den Römern besetzten Land, in einem Stall, weil es für eine schwangere Frau keine andere Unterkunft mehr gab, gebettet in eine Futterkrippe auf Heu und Stroh, anstatt in eine gemütliche Wiege.

Als ich vor zehn Jahren Israel und Palästina bereiste, besuchte ich auch Bethlehem. Die Geburtsgrotte ist mit Marmor verkleidet. Ein Silberstern weist auf die Stelle hin, an der Jesus geboren sein soll. Die Pracht setzt sich in der Stadt nicht fort. Man stößt an allen Ecken auf Not und Armut. Im christlich geprägten Dörfchen Beit Saur, unweit von Bethlehem, sollen der Überlieferung nach die Hirten die Botschaft von der Geburt Jesu empfangen haben. Die Hirten gibt es noch. Sie gehören zu den Ärmsten der Armen.

Empfindlich kalt kann es werden im Winter in Palästina. Da ist es mit Idylle nicht weit her.

Seit 2000 Jahren fragen sich die Theologen, weshalb sich Gott als armes Kind inmitten der Ärmsten manifestiert hat und nicht mit Pomp und Trara auf die Erde gekommen ist. Vielleicht, weil Gott nur im Kind erkannt werden kann. Auch in jenen tausenden Kindern, die in Simbabwe an der Cholera sterben. Oder in den 12,3 Millionen Aidswaisen, die es allein in Afrika gibt. Oder in den rund 150 Millionen Kindern weltweit, die laut Unicef unterernährt sind.

Bei Christbaum, Geschenken und Gänsebraten sollten wir das andere Weihnachten nicht vergessen – das Weihnachten der Kinder, die im Stall zur Welt kommen und auf Heu und Stroh gelegt werden.

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Dienstag, 23. Dezember 2008

Grünweiß

Zunächst einmal ausgeträumt, der Traum von weißer Weihnacht, zumindest in der Region, wo nach dem Tauwetter der letzten drei Tage vom Schnee nur in höheren Lagen noch wenige Reste übriggeblieben sind. Die Bescherung an Heiligabend wird wohl ohne die erhoffte winterliche Postkartenkulisse stattfinden. Wer Schnee will, ob zum Festen oder zum Skifahren, muss in die Alpen.

Doch ganz auf die Freuden des Winters wird man auch hier nicht verzichten müssen. Zu den beiden Weihnachtsfeiertagen hin wird es nämlich wieder spürbar kälter, hinzu kommt ein unangenehmer kräftiger Nordostwind, der kalte Festlandsluft heranbringt. Einzelne sonnige Abschnitten können durchaus zu einem weihnachtlichen Spaziergang animieren, bei dem man in den Höhenlagen allerdings den Wind-Chill-Effekt spüren wird. Es kommt einem dann noch kälter vor, als es das Thermometer tatsächlich anzeigt. Je größer die Windstärke, desto niedriger die empfundene Temperatur. Null Grad kommen einem bei 30 Stundenkilometern wie fast minus sieben Grad vor.

Während der Normalbürger sein Augenmerk an den Feiertagen auf einen guten Tropfen zum weihnachtlichen Menü konzentriert, behalten die Meteorologen noch andere Tropfen im Auge. Kaltlufttropen, also Tiefs in höheren Luftschichten, können ab der Nacht zum Donnerstag zu leichten Niederschlägen führen und vor allem die Höhen der Alb wieder leicht weiß einpudern. Doch schon ab Freitag werden die leichten Schneefälle abklingen. Bis zum Jahreswechsel soll es winterlich kalt bleiben, bei weiterhin böigem Wind. Doch auch ein „Grünweiß“ soll die Freuden auf das bevorstehende Fest nicht schmälern.

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Samstag, 20. Dezember 2008

Was ist eine Kleinigkeit?

„Wir schenken uns nur Kleinigkeiten!“ Kommt Ihnen dieser Satz bekannt vor? Alle Jahre wieder ist es doch das gleiche. Erst wird ausgemacht, sich nichts zu schenken, wenige Tage vor Heiligabend meldet sich dann das schlechte Gewissen und man beteuert sich: „Wir schenken uns nur Kleinigkeiten.“ Also gehe ich los, Kleinigkeiten kaufen. Kein Problem, oder? Schon stehe ich vor der Frage: „Was sind eigentlich Kleinigkeiten?“ Die Klassiker Krawatte oder Socken für den Bruder und Vater sicherlich, aber wer um Himmels Willen will sich schon damit blamieren? Also weitersuchen. Parfum? Kommt immer an. Richtig, nur dass diese Kleinigkeit zwar klein aussieht, aber durchaus – je nach Exklusivität – ein großes Loch in den Geldbeutel reißen kann. Wie wär es mit Mütze oder Schal? Gut. Aber welche Farbe? Gutscheine? Klasse Idee, aber sind zehn, 20 oder 30 Euro ne' Kleinigkeit? Irgendwann gebe ich auf und kaufe einfach, was ich denke, dass es gefallen wird. Gemeckert wird ja eh' nicht. Laut aktueller Umfrage sagen 38 Prozent der Deutschen nämlich nichts, wenn ihnen das Geschenk nicht gefällt. Und Tatsache ist auch, dass die Geschenke, die sich an Heiligabend unter den Tannenbäumen türmen, meist nicht nur „Kleinigkeiten“ sind. Laut Stern-Befragung gibt ein Drittel der Deutschen zwischen 300 und 500 Euro für Weihnachtsgeschenke aus. Das sind dann richtig große „Kleinigkeiten“.

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Freitag, 19. Dezember 2008

„Was soll ich ihr schenken ?“

…So wie den „Prinzen“ mit ihrem originellen Lied geht es vielen Menschen. Gerade jetzt vor Weihnachten. Das 20. Rasierwasser in Folge für den Vater? Mal wieder eine CD fürs Schwesterherz, erneut einen Gutschein für ein edles Abendessen oder einen gemeinsamen Wellnesstag für die Liebste oder den Liebsten? Die Frage nach dem passenden Präsent ist allgegenwärtig und beschäftigt spätestens ab Mitte Dezember Jung und Alt. Und zwar so sehr, dass die Unentschlossenheit oder mehr noch Unwissenheit beinahe zur Qual werden kann.

Nicht grundlos, wie nun eine repräsentative Umfrage von „Reader’s Digest“ unter über eintausend Bundesbürgern ergab. Demnach gefällt zumindest einem Drittel der Beschenkten der Inhalt ihres Weihnachtspäckchens überhaupt nicht. Ein weiterer Teil gibt es wohl nicht zu und sagt nur pseudo-höflich „Vielen Dank.“ Ist das befriedigend? Muss es nicht vielmehr nachdenklich stimmen, wenn schätzungsweise nur jedes zweite Geschenk unterm Tannenbaum ankommt? Tja. Vielleicht sollten wir, statt Tage lang über die (un)-treffenden Gaben zu sinnieren, erst einmal den Menschen richtig kennenlernen, dem wir Gutes tun wollen. Dann fällt diese Umfrage nächstes Mal besser aus.

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