Freitag, 1. Juni 2018 von John Warren

Tibet gegen Abchasien

Gestern ist die Weltfußballmeisterschaft gestartet. Die muss so heißen, damit es keine Verwechslung mit der Fußballweltmeisterschaft der FIFA gibt. An der Weltfußballmeisterschaft nehmen Staaten, Minderheiten, staatenlose Völker und Regionen, die nicht Mitglied der FIFA sind, teil. Alle Spiele werden in kleinen Stadien in und rund um die britische Hauptstadt London ausgetragen.

Ich habe auch ein paar Tipps für diejenigen, die nicht wissen, welche Mannschaft sie unterstützen sollen. Als Favorit geht Weltmeister Abchasien ins Rennen, die perfekte Mannschaft für erfolgsverwöhnte Bayern-München-Fans. Europameister ist dagegen die norditalienische Region Padanien. Vielleicht das richtige für die Fans des 1. FC Köln oder von Werder Bremen. Denn immerhin hat Claudio Pizarro, der ausländische Spieler mit den meisten Bundesliga-Toren, auch die Staatsbürgerschaft Italiens.

Die Isle of Man dürfte das Team für Freunde des englischen Fußballs sein. Immerhin liegt die Insel nur 48 Kilometer von der englischen Küste entfernt. Barawa, die Mannschaft der somalischen Diaspora in England, hat drei Spieler in seinem Kader, die sonst für das Team „Dortmund Youth“ in Kenia spielen. Na dann, viel Erfolg!

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Mittwoch, 30. Mai 2018 von Holger Much

Kleines dummes Eichhörnchen

In der Birke in unserem Garten hängt ein Kasten, dessen vordere Wand aus einer Plexiglasscheibe mit eingebautem Türchen besteht. Hinter die Scheibe können Nüsse gefüllt werden. Dieses nette Häuschen habe ich von einem Bekannten geschenkt bekommen, der es selbst in seinem Garten befestigt hatte. Und dort, versichert er mir, hätten sich die Eichhörnchen die Nüsse, gut sichtbar hinter der Plexiglasscheibe, regelmäßig selbst durch das Türchen geholt. Kluge Hörnchen!

Unser Eichhörnchen Horst, das auf Stiegel wohnt, scheint die Mechanik nicht zu begreifen. Keine einzige Nuss fehlt. Vielleicht haben wir ein etwas dummes kleines Eichhörnchen im Garten? Aber das macht nichts. Wir haben es trotzdem lieb. Und die Nüsse legen wir wieder frei zugänglich hin.

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Dienstag, 29. Mai 2018 von Pascal Tonnemacher

Komm und schnapp' sie dir

Ein Großteil des Erziehungsstil bei den eigenen Kindern ist, zumindest bei mir, geprägt von eigenen Erfahrungen. Was fand ich gut von meinen Eltern, was schlecht? So pickt man sich das raus, was in Retrospektive wirklich sinnvoll war. Die eigenen Kinder sollen es ja möglichst sogar besser haben, als man es selbst hatte. Ein großes Thema unserer Zeit: Medienkonsum. Für Facebook, Instagram und Co. sind meine Kleinen, nicht nur laut AGB, noch zu jung. Was aber immer geht, ist bei schlechtem Wetter gemütlich auf dem Sofa fernzusehen. Natürlich nicht zu viel, am besten gar nicht, ist ja gar nicht gut für die Entwicklung und so. Wenn ich mich aber an meine Kindheit zurückerinnere, dann merke ich, dass bei uns nach der Schule und auch sonst Fernsehen quasi Pflichtprogramm war. Und so misslungen sind wir 90er-Kinder ja auch nicht. Pflichtprogramm am Nachmittag war – unter anderem – Pokémon. Etliche Stunden meines Lebens fraßen die kleinen Viecher, ob Fernsehserie, Sammelkarten oder am Gameboy. Die erste Folge der ersten Staffel der klassischen ersten Fernsehserie kennt mein Größter nun mit knapp drei Jahren auch (endlich). Möge er den Traum vom Pokémon-Trainer-Sein lange hegen. Denn ungleich vieler Kritiker (die die Serie wohl nie gesehen haben) gibt es für Kinder viel über Zusammenhalt, Freundschaft, Enttäuschung und das Leben zu lernen. Ja, ein kleiner Teil des Erziehungsstils ist auch, etwas des vermeintlichen Quatsches weiterzugeben, den man selbst geliebt hat – und der einem auch nicht per se das Leben versaut.

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Samstag, 26. Mai 2018 von Holger Much

Goldene Pracht mit Tücken

Es glänzt golden, wie der feinste frische Honig. Nur ist es kein richtiger Honig, sondern Löwenzahnhonig. Und den machen keine fleißigen Bienchen, sondern fleißige Menschlein. Meine Frau hat von dem Rezept gehört und ich fand es gleich faszinierend und reizvoll. Also machten wir uns ans Werk. Kurz gesagt, muss man viele vollaufgeblühte Löwenzahnblüten pflücken, was einerseits schon ein Erlebnis ist, weil man die gelbe Farbe nicht mehr von den Fingern bekommt. Dann werden die Blüten kurz aufgekocht und 24 Stunden stehen gelassen. Die Flüssigkeit wird dann durch ein Tuch gegeben, der Saft wird mit Zucker und etwas Zitrone sirupartig eingekocht. Das Ganze hat Ähnlichkeit mit Waldhonig, nur etwas heller.

Allein das so urwüchsig anmutende Procedere, einen Brotaufstrich aus selbst gesammelten Löwenzahnblüten herzustellen, hat mich so angesprochen, dass ich mir von Herzen wünschte, das Ergebnis zu mögen. Leider schmeckt der so entstandene „Honig“ für mich irgendwie zart nach Seife und damit ungenießbar. Schade. Vielleicht können das die Bienlein doch besser.

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Freitag, 25. Mai 2018 von Daniel Seeburger

Glyphosat als Durstlöscher

Ich trinke ganz gerne mal ein Bier. Als Durstlöscher. Bei der Auswahl dieses Getränks schaue ich natürlich darauf, dass es lecker schmeckt. Ein Export oder ein Lagerbier mag ich besser, als Pils oder Weißbier. Und auch ein süffiges Bockbier verachte ich nicht. Ein weiteres Auswahlkriterium ist die Herkunft des Bieres. Ich bevorzuge jene aus der Region. Schaumkronen, für die große Brauereiriesen verantwortlich zeichnen, meide ich. Zukünftig wird wohl ein weiteres Auswahlkriterium dazukommen: die Frage nach den im Bier erhaltenen Spuren von Herbiziden. Namentlich Glyphosat. Die Stiftung Warentest hat kürzlich 20 alkoholfreie Biere getestet, lediglich zwei Biobiere waren glyphosatfrei. 28 Mikrogramm des Pflanzenschutzmittels pro Kilogramm war die höchste Konzentration, die in den anderen Bieren gefunden wurde. Da müsse ein Erwachsener rund tausend Liter Bier pro Tag trinken, um in den gefährlichen Bereich zu kommen, zitiert Spiegel Online das Bundesinstitut für Risikobewertung. Man könnte sich also beruhigt zurücklehnen und sein Bierchen genießen. Ja, könnte man. Will ich aber nicht. Wenn ich Bier trinke, will ich Bier trinken. Gerne auch einmal ein India Pale Ale oder Biere mit besonderen Aromen. Die dann aber auf der Bierflasche vermerkt sind. Was ich im Bier drin haben will, sind vor allem Gerste, Hopfen und Wasser. So wie es das Reinheitsgebot von 1516 festlegt. Von Glyphosat war in den vergangenen 502 Jahren nie die Rede.

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