Freitag, 31. August 2018 von Gudrun Stoll

Wer hat an der Uhr gedreht ?

Um's salopp zu sagen: 4,6 Millionen Europäer. Noch nie haben sich so viele EU-Bürger an einer Online-Befragung beteiligt. Mit eindeutigem Ergebnis: 80 Prozent der Teilnehmer sprachen sich für die Abschaffung der Zeitumstellung aus, weil sie das ewige Hin und Her zwischen Frühjahr und Herbst satt haben. Die Teilnehmer konnten auch ankreuzen, ob lieber dauerhaft die Sommer- oder die Winterzeit gelten sollte. Das Pendel schlug klar zugunsten einer ganzjährigen Sommerzeit aus. Kein Wunder, haben sich doch drei Millionen Deutsche an der Umfrage beteiligt. Und wir schätzen halt das Quäntchen mehr an Lebensgefühl, das uns diese eine Stunde im Sommer beschert: Es ist am Abend länger hell, man kann länger draußen sitzen in Gartenwirtschaft oder Park.

Bindend ist diese Erhebung nicht. Doch auf Grundlage der Ergebnisse sowie anderer Studien und Meinungen will die Brüsseler Behörde entscheiden, ob sie dem EU-Parlament einen Vorschlag zur Abschaffung der Zeitumstellung vorlegt. Die Parlamentarier wären sicher gut beraten, auf Volkes Stimme zu hören – und die Umsetzung einheitlich zu regeln. Damit nicht jedes Land für sich entscheidet, welche Zeit genehm ist. Da wären wir Deutschen sicher wieder Klassenprimus im Diskutieren und Abwägen aller Vor- und Nachteile.

In diesem Jahr müssen wir die Uhren nochmals zurückstellen - Sie kennen ja die Eselsbrücke mit dem Cafébesitzer, der am Ende der Saison die Stühle ins Winterquartier bringt. Aber eine rechtsgültige, klare und schnelle Entscheidung fürs Wahljahr 2019 würde die Lust am Urnengang und an Europa steigern.

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Donnerstag, 30. August 2018 von Dagmar Stuhrmann

Ein Hoch auf die Smileys

Jeder kennt sie, jeder benutzt sie: die Emojis, diese lustigen kleinen Symbole, die nicht nur Whatsapp-Chats so wunderbar auflockern, sondern auch, wenn man sich's mal richtig überlegt, unsere tägliche Kommunikation einfacher machen. Statt wortreicher Erklärungen dazu, wie es denn nun um die eigene Gefühlslage bestellt ist, genügt ein Daumen-hoch-Symbol oder ein Smiley mit heruntergezogenem Mundwinkel – und schon ist alles klar.

Mit Hilfe der Emojis, die im übrigen immer mehr werden, kann man im digitalen Austausch auch prima Zwischentöne ausdrücken – was manchmal tatsächlich sehr wichtig ist. Das Schriftliche hat nämlich seine Tücken: Der eine meint's ironisch, beim anderen kommt es aber bitterernst an – und schon hat man ein Problem. Hier rettet ein vorab wohlbedachter und gut platzierter Smiley die Sache.

Nicht alle Emojis sind jedoch gleichermaßen beliebt. Ganz vorne auf meiner persönlichen Meist-genutzt-Skala liegt das Daumen-hoch-Symbol. Weltweit gesehen wird aber offenbar der tränenlachende Smiley am häufigsten verschickt. Aber Vorsicht: Während das hierzulande „ich lach mich kaputt“ bedeutet, steht dieses Emoji im Nahen Osten für Trauer.

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Mittwoch, 29. August 2018 von Volker Schweizer

Ich hab's überlebt

Laut aktuellen Umfragen ist das Smartphone auch im Urlaub ständiger Begleiter. Mehr als die Hälfte der Befragten nennen das Handy als wichtigstes Utensil, das auf jeden Fall mit ins Reisegepäck muss.

Bei mir ging es dieses Jahr drei Wochen „ohne“. Und ich muss sagen: Ich habe die techniklose Zeit überlebt, ja sogar genossen, ganz ohne Entzugserscheinungen. Zugegebenermaßen war es am Anfang schon ungewohnt, Nachrichten nicht mehr checken zu können oder schnell mal ein Bild zu knipsen. Entgangen ist mir – außer ein paar Anrufen und unbeantworteten Mails – aber nichts. Selbst in den kleinsten italienischen Dörfern gab es vor jedem Geschäft einen Zeitungsständer. Und wenn man beim Stadtbummel unerwartet auf Bekannte aus dem Zollernalbkreis trifft, kommt man nicht umhin, auch über das lokale Geschehen zu plaudern. Die vielen Sehenswürdigkeiten hielt ich mit der klassischen Kamera fest.

Wie heißt es doch so schön, der Urlaub ist zum Abschalten da. Und dazu gehört für mich auch künftig, dass ich in der schönsten Zeit des Jahres offline bin.

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Dienstag, 28. August 2018 von Thomas Godawa

Ein Urlaub in Cornwall

Meine Frau und ich waren in diesem Jahr zu Gast in Südengland, genauer Cornwall, Devon und den Cotswolds, also Mittelengland. Wir haben dort einen selbst organisierten Urlaub unternommen, haben wechselhaftes Wetter erlebt, wobei der Sonnenschein überwog und die Temperaturen durchweg mild waren. Cornwall hat eine raue Küste, gegen die der Atlantik anläuft mit einem Tidenhub von bis zu acht Metern. Die Menschen sind durchweg sehr freundlich. Die Landschaft, mit Steinmauern aufgeteilt, beruhigt das Auge, die Dörfchen sind malerisch. Die Verbindung zwischen eben solchen ist teilweise schwierig, die Straßen gerade noch so breit, dass ein Bus durchkommt, alle anderen müssen zurück- oder ausweichen. Alle fahren links, was in diesem Fall nichts ausmacht, aber auch geschaltet wird mit der linken Hand, was gewöhnungsbedürftig ist. Und vom Brexit ist noch nichts zu spüren. Der Besuch war spannend und entspannend und hat uns viele neue Eindrücke gebracht. Unter anderem, dass das Essen bei weitem besser ist als sein Ruf.

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Samstag, 25. August 2018 von Gudrun Stoll

Nicht nur eine Frage des Alters

Im Panoptikum auf der Hamburger Reeperbahn steht seit wenigen Tagen eine neue Wachsfigur von Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit typischer Raute, aber auch ihren Marionettenfalten, die in jüngster Zeit ausgeprägter geworden sind. Die Kanzlerin altert. Wie ein jeder Mensch. Die stete Präsenz auf der Bühne der Weltpolitik hat Spuren hinterlassen. Nun gehört Merkel nicht zu den Frauen, die zum Ausbügeln der Falten zum Schönheitschirurgen rennen oder Botox tanken. Aber charmant ist die öffentliche Darstellung ihres Alterungsprozesses nicht - erinnert sei an die ausgeprägte Eitelkeit von Ex-Kanzler Gerhard Schröder, der den Streit um seine angeblich gefärbten Schläfen bis vors Bundesverwaltungsgericht (!) trug. Die Kanzlerin weiß sich wenigstens in guter Gesellschaft: Die Ehre, ein zweites Mal in Deutschlands ältestem Wachsfigurenkabinett verewigt zu werden, wurde außer ihr bisher nur Helmut Schmidt zuteil.

Ab wann ein Mensch zu alt ist, um noch Auto zu fahren, diskutieren unsere Leser eifrig in den sozialen Medien, nachdem der Landkreis diese Woche quasi eine Prämie in Form eines Jahresabos für Bus und Bahn in Aussicht stellt, wenn Senioren ihren Führerschein freiwillig abgeben. Nun macht das Alter allein noch lange keinen schlechten Fahrer – trotz spektakulärer und schlimmer Unfälle. Und es wäre gewiss eine Überlegung wert, dem Beispiel einiger EU-Länder zu folgen, in denen die Leistungsfähigkeit von Senioren am Steuer regelmäßig getestet wird. Aber ab wann ist man zu alt zum Autofahren? Diese Frage lassen Landratsamt und Kreisseniorenrat offen. Wie Senioren problemlos und schnell mit dem Bus zum Einkaufsmarkt oder zum Arzt in die Stadt kommen, ebenso. Schade.

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