Mittwoch, 25. April 2018 von Gudrun Stoll

Glückshormone und Pollenflug

Herz, was begehrst du mehr? Der nasskalte und lange Winter ist endlich überstanden. Die Sonne weckt die Lebensgeister. Körper und Seele erwachen aus dem Ruhemodus. Das Wochenende konnten selbst die Älbler bis in die Abendstunden auf der Terrasse ausklingen lassen. Der launische April kann auch ganz anders: Es gab schon Jahre, da lag um diese Zeit noch eine zentimeterhohe Schneeschicht im Garten.

Doch erfreuen wir uns lieber an den warmen Sonnenstrahlen und den Glückshormonen, die der Körper durch die stärkere Lichteinstrahlung im Frühjahr ausschüttet. Die ersten Cabrios sind unterwegs, die Mountainbiker quälen sich über Kuppen, durch Kurven und Kehren, um Kondition zu tanken für die Sportevents des Sommers.

Auch die Natur schlägt Purzelbäume. Fröhliches Vogelgezwitscher läutet jeden neuen Morgen ein, die Blumen setzen auf Wiesen und in Beeten bunte Tupfer. Sträucher und Bäume treiben ihre Blüten aus, entfalten eine regelrechte Farbexplosion in strahlendem Weiß, zartem Rosa und kräftigem Purpur.

Nix wie raus, lautet die Devise. Nur zwei Wermutstropfen mischen sich in die Aufbruchstimmung: Wo Pollen fliegen, gedeiht auch der Heuschnupfen. Und selten noch habe ich erlebt, dass Blütenstaub so zäh auf der Windschutzscheibe des Autos klebt wie in diesem Jahr.

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Dienstag, 24. April 2018 von Klaus Irion

Bitte weiterhin familiär bleiben

Zu wenig, das ist alles zu wenig.“ Der Besucher des Fußball-Oberliga-Derbys zwischen der TSG Balingen und dem SSV Reutlingen war nicht zu bremsen. Er meinte damit aber nicht die Leistung der Reutlinger, die vergangenen Freitag anerkennen mussten, dass die TSG derzeit das fußballerische Maß aller Dinge in der Region ist. Er beschimpfte eine TSG-Helferin, die an der Bonkasse für Speis und Trank ihren Dienst verrichtete und auf den nicht alltäglichen Ansturm – statt der üblichen 600 Zuschauer waren viermal so viel vor Ort – mit Gelassenheit reagiert hatte. Zumindest bis der völlig unflätige Stadionbesucher kam. Nach einer Schrecksekunde wies sie ihn zurecht in die Schranken. Liebe TSG-Verantwortliche: Bleibt bitte auch im Falle des Regionalligaaufstiegs so familiär wie bisher. Und wem das nicht passt, der soll auf seine Stadionwurst verzichten oder besser gleich ganz zu Hause bleiben.

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Donnerstag, 19. April 2018 von Gudrun Stoll

Quoten im Alltagstest

W ie steht's um die Gleichberechtigung? Die Politik macht gerade eine Rolle rückwärts: Im neuen Bundestag ist der Frauenanteil so niedrig wie seit knapp 20 Jahren nicht mehr. Er liegt bei 30,9 Prozent. In Baden-Württemberg haben vor wenigen Tagen die CDU-Bezirksverbände ihre Kandidaten für die Europawahl 2019 aufgestellt. Die vier aussichtsreichsten Plätze der Landesliste besetzen Männer. Erst auf Platz fünf, der kein sicheres Mandat garantiert, folgt eine Frau . Wie es die anderen Parteien mit dem Fokus auf Frauen halten – wir werden es erfahren, sobald nominiert wird.

Eine verkehrte Welt begegnet uns im Alltag. Am Wochenende wurde in Bitz der Bewegungspass als kreisweites Pilotprojekt vorgestellt. Bei der Premiere glänzten die Frauen mit einer Quote von 100 Prozent. Lehrerinnen, Erzieherinnen und Übungsleiterinnen der Turnvereine haben sich weitergebildet, um Kindern die Freude an Sport und Bewegung zu vermitteln. Damit diese gesund aufwachsen. Doch wir benötigen auch Männer, die außerhalb der Familie mitmischen in der Erziehung. Vor allem Jungs brauchen männliche, zeitgemäße Vorbilder, an denen sie sich orientieren können. Wenn man so will, Förderväter. Die gesellschaftspolitische Aufgabe, den Mädchen bessere Chancen in Schule und Beruf zu verschaffen, ist längst in Angriff genommen. Sie schreiben bessere Schulnoten, machen häufiger Abitur und stoßen längst auch in Domänen vor, die vor Jahren noch ein Tabu waren. Mittlerweile 123 der insgesamt 691 Jungfeuerwehrleute im Zollernalbkreis sind weiblich. Im Nachbarkreis Sigmaringen liegt die Zahl bei 150 Mädchen und 550 Jungs.

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Mittwoch, 18. April 2018 von Volker Bitzer

Geht's denn nur ums Geld?

Heute zucken wieder die Blitze. Tausendfach, von Garmisch bis Wilhelmshaven. Nein, nicht das Wetter ist schuld, sondern die Polizei, die quasi Jagd auf Temposünder macht. Machen muss – auf Anordnung der Politik. Allerdings können die Autofahrer im Ländle aufatmen. Baden-Württemberg beteiligt sich nicht an dieser Show, wie Präsident Dr. Michael Haberland vom Automobilclub „Mobil in Deutschland“ den Blitzmarathon 2018 bezeichnet: „Radarkontrollen sind richtig und wichtig. Sie dürfen aber nur einem Ziel dienen, nämlich der Verkehrssicherheit.“ Dazu, so zeigten Auswertungen des Blitzatlas, trage diese bundesweite Aktion nicht bei. Also geht es …, klar um was sonst, … ums liebe Geld. Denn, so heißt es im Wortlaut in einer Pressemitteilung des Vereins: Geblitzt wird vor allem dort, wo nichts passiert; wo viel passiert, wird nicht geblitzt. Das stimmt nachdenklich.

Hatten Sie, werte Leser, nicht auch schon das Gefühl, dass es bei lokalen Radarfallen ähnlich ist. Vielfach lauern die mobilen Blitzer in der Stadt an Stellen, wo man sich wirklich fragen muss, welchen Sicherheitsaspekt das hier nur haben soll. Freilich wird hin und wieder vor Schulen und Kindergärten geblitzt, wo viele junge Menschen die Fahrbahn queren. Interessanterweise, so meine Beobachtungen, treten aber ausgerechnet viele Eltern, die ihren Nachwuchs abholen, oft sehr kräftig aufs Gaspedal. Klar, man muss ja flugs an den Mittagstisch kommen.

Es ist, wie es ist: Die Autofahrer sind zuverlässige Melkkühe der Nation. Auf mannigfache Weise.

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Samstag, 14. April 2018 von Holger Much

Ich bin ein Blumenwrack

Mit Jürgen von der Lippe hatte ich ja mal eine eher ernüchternde Begegnung. Was uns jedoch beide tief verbindet, ist die Tatsache, dass wir beide Blumenmänner sind. Wir „lieben Blum'“. Und zumindest für meine Person äußerte sich das jüngst so, dass ich vergangenes Wochenende, unwiderstehlich gelockt von Sonnenschein und Wärme, in den Garten stürmte um dort zwei Tage lang zu schnippeln und zu hacken, zu pflanzen und zu rechen.

Meine wochenendlichen Bemühungen zeitigten gleich zwei Ergebnisse. Zum einen macht mein Garten, zumindest für die Jahreszeit, einen bereits recht manierlichen Eindruck. Und zum anderen kann ich nun fast nicht mehr laufen. Alles tut weh, auch an Stellen, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie an meinem Körper gibt. Jede einzelne Muskelfaser brennt und sticht und ich muss einfach eingestehen, dass ich mich vom Blumenmann zum Blumenwrack gewandelt habe. Eine Runde Mitleid bitte.

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